Graffiti-Künstler Thomée verziert Tierheim-Fassade

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Die Katze ist ein weiteres Motiv des Graffiti-Künstlers: Yves Thomée (rechts) bekam von Ralf Störmann den Auftrag, das Tierheim zu verschönern.

Schalksmühle - Direkt von der Straße aus kann man es bunt leuchten sehen – das Logo des Tierschutzvereins Lüdenscheid und Umgebung strahlt nun in drei mal sechs Metern Größe an der Außenwand des Gebäudes des Tierheims Dornbusch in Hülscheid. Zudem gibt es aufgemalte, hölzerne Hinweisschilder und eine große, niedliche, bunte Katze am Mauerwerk des Tierheims.

„Wir wollten sowieso endlich wieder die Fassaden streichen. Das Gebäude sollte aufgefrischt werden“, sagt Ralf Störmann, der vor Jahren zuletzt neue Farbe aufgetragen hatte. „Das Malen und Grundieren haben wir in Eigenregie gemacht. Eine Lüdenscheider Firma hatte uns sogar Farbe und Material im Wert von 500 Euro gestiftet“, so der 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Lüdenscheid.

Doch wie kam es zur Idee, dass man zusätzlich Graffiti-Kunst als Verzierung am Tierheim haben wollte? Einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter habe die Idee gehabt und sie an Störmann weitergegeben. Er nahm anschließend Kontakt auf zu Yves Thomée, den er privat kannte. Der Graffitikünstler war von der Idee sofort überzeugt und stellte sich und seine Arbeit unentgeltlich zur Verfügung.

Rund zehn Arbeitsstunden habe es gedauert, bis die aktuell drei Werke fertig gewesen seien. Das Logo selbst war ihm als Vorlage gezeigt worden, jedoch sind alle Motive von Yves Thomée frei aus der Hand gesprüht worden. „Uns wurde von der Firma Haas aus Lüdenscheid auch ein Gerüst zur Verfügung gestellt, so dass auch die Arbeit in größerer Höhe kein Problem war“, zeigte sich Störmann dankbar für die Unterstützung.

Thomée ist freischaffender Künstler und gehört zur ersten Generation der Graffiti-Künstler in Deutschland. 1983 kam der Jugendtrend Graffiti von den USA aus nach Deutschland. „1985 hatte ich angefangen mit Lackfarben zu sprühen. Zur damaligen Zeit waren eigentlich alle Aktionen rund um Graffiti illegal“, erinnert sich der Thomée. Der 42-Jährige ist der Lackfarbe aus der Dose treu geblieben und verdient heute mit legalen Auftragsarbeiten seine Brötchen. Seine bekanntesten Werke und Bilder sind die Graffitis in Lüdenscheid, die er für die dortigen Stadtwerke auf Wände brachte. „Die Kunst ist, dass die Arbeit sich ins Stadtbild einpassen muss. Je weniger es auffällt, desto besser die Arbeit.“

Zudem gibt Thomée, wie bereits mehrfach im Jugendzentrum Schalksmühle, im gesamten Märkischen Kreis Graffiti-Workshops für Kinder und Jugendliche. Thomées Arbeit am Tierheim zeigt, dass Graffiti-Kunst von heute gar nichts mit verbotenen, illegalen Schmierereien zu tun hat. - Von Benny Finger

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