850 000 Euro Sanierungskosten

Glörtalsperre soll bis zur kommenden Badesaison wieder gefüllt sein

In der neuen Saison im kommenden Jahr sieht die Glör nicht mehr so aus. Ab Herbst soll mit dem Anstauen der Talsperre bereits begonnen werden.

Schalksmühle/Breckerfeld - Nach den aufwendigen Sanierungsarbeiten an der Staumauer der Glörtalsperre soll noch in diesem Herbst mit dem Anstauen begonnen werden. Zunächst sind noch einige abschließende Arbeiten zu erledigen, aber bis zur kommenden Badesaison soll die Glörtalsperre wieder komplett mit Wasser gefüllt sein.

Bei der letzten Sitzung des Regionalverbands Ruhr gab es Infos zum aktuellen Stand der Planungen zur Glör. Einen umfassenden Bericht zur Sanierung der Staumauer und künftigen Investitionen in die Infrastruktur sowie touristischen Angebote an der Glörtalsperre gab Hans-Ulrich Wehmann, Geschäftsführer der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH (FSG), zudem im Wirtschaftsförderungsausschuss des Märkischen Kreises.

850 000 Euro Sanierungskosten

Wie Wehmann auch gegenüber dem Allgemeinen Anzeiger erklärte, hätten die sieben Anteilseigner an der Freizetschwerpunkt Glörtalsperre GmbH ihre entsprechenden Anteile an den Sanierungskosten von 850 000 Euro für dieses Jahr bereitgestellt beziehungsweise für 2019 in Aussicht gestellt. Wehmann geht davon aus, dass die Maßnahmen bis zum Beginn der Badesaison fertiggestellt sind, „damit die Glör dann in einem neuen Licht erscheint“.

Wie Wehmann im Ausschuss erklärte, spiele die Glörtalsperre für die Wasserversorgung seit Jahren keine Rolle mehr. An schönen Sommertagen sei sie dagegen Ziel von bis zu 3000 Erholungssuchenden.

Im Oktober/November soll die Glörtalsperre nach Beendigung der Staumauer-Sanierung wieder angestaut werden. Rechtzeitig zur Sommersaison im April/Mai nächsten Jahres soll der See wieder voll sein.

Kein Zeitdruck bei Restarbeiten

„Die letzten Aufträge sind vergeben oder werden kurzfristig noch vergeben“, sagte Wehmann. Der Schieber, der den Grundablass verschließt, soll in Kürze wieder eingesetzt werden. „Der alte Schieber wurde in Mannheim in einer sehr aufwendigen Reparatur instandgesetzt“, berichtet Wehmann. Die Gitterroste vor dem Einlauf müssten wieder angebracht werden, ebenso die Lotanlage, die ausgebessert werden musste. „Das sind technisch sehr anspruchsvolle Geräte.“ Bei den letzten Maßnahmen, die noch bis Mitte Oktober durchgeführt werden sollen, stehe man nicht unter Zeitdruck.

Da die Talsperre rechnerisch 2,6-mal pro Jahr gefüllt werde, könne man davon ausgehen, dass sie zur Badesaison voll sein wird, wenn im Oktober beziehungsweise November mit dem Wiederanstau begonnen wird.

"Die Glör erscheint dann in einem neuen Licht." - Hans-Ulrich Wehmann, Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre

Ein früherer Anstau ergebe aufgrund des Wetters keinen Sinn. „Wenn das Wasser zu warm ist und zu viel Pflanzenbewuchs da ist, kommt es zur Eutrophierung. Das heißt, das Wasser kippt um“, sagt Wehmann. Vor 15 Jahren habe man bereits angestautes Wasser deswegen wieder ablassen müssen.

Einstiegskomfort am Ufer soll erhöht werden

Die geplanten Arbeiten im Uferbereich sind ein weiterer Grund, noch nicht jetzt mit dem Wiederanstau zu beginnen. Die Detailplanungen werden derzeit erarbeitet, die praktische Umsetzung soll aber nicht mehr im Herbst erfolgen, sondern nach dem Winterfrost – also etwa ab Februar/März – bis Mitte Mai durchgeführt werden.

Die Verbesserungsarbeiten unterhalb der Wasserlinie sollen den Komfort im Einstiegsbereich erhöhen. Dazu sind Sanierungen an den Betonrampen und Kiesschüttungen vorgesehen.

Neben dem Einstiegskomfort gehe es dabei auch um den Sicherheitsaspekt, sagt Wehmann. Außerdem solle der Bereich pflegeleicht und optisch ansprechend sein. „Wenn das Wasser nicht so hoch steht, muss es immer noch in die Landschaft passen.“ Auch oberhalb der Wasserlinie sind Arbeiten im Uferbereich geplant, so etwa beim Rundwanderweg und beim Eingangssystem. Die Beschilderung sei ebenfalls in die Jahre gekommen und solle erneuert werden, sagt Wehmann.

Arbeiten an Zufahrtsstraße

Auf dem Maßnahmenplan stehen auch Arbeiten an der Zufahrtsstraße K10 zur Glörtalsperre. Diese Straße soll ausgebaut und unter anderem die zum Parkplatz führende S-Kurve angepasst werden. Bei den Bauarbeiten – Bauherr wird die Stadt Breckerfeld sein, die Planung liegt bei der FSG – werde es eine Sperrung geben oder eine Teilsperrung, sodass die Straße noch halbseitig befahrbar sein wird.

„Es ist aber fraglich, ob das bis zur Badesaison gelingt“, sagt Wehmann. Falls nicht, werde man die Baumaßnahme bis nach der Badesaison verschieben. Früher seien die Arbeiten nicht möglich gewesen, da die entsprechenden Gelder noch nicht zur Verfügung standen, erklärt der Geschäftsführer der FSG.

Auch der Bereich des Hauses Glörtal solle baulich noch etwas optimiert werden. Von dort aus, so betont Wehmann, könne man aber weiterhin gut Wanderungen unternehmen. „Die Rundwege laden zum Spazieren ein.“ Und auch die leere Talsperre sei landschaftlich sehr schön.

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