Glörtalsperre: Elfter Tresor gefunden

+
Und da waren es plötzlich elf: Gestern bargen Polizeitaucher aus Wuppertal drei weitere Tresore nahe der Staumauer der Glörtalsperre. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, denn die eigentlich lokalisierten Geldschränke waren nicht unter den Fundstücken.

Schalksmühle - Am Donnerstag bargen Polizeitaucher den mittlerweile elften Tresor aus der Glörtalsperre. Doch ein Ende ist noch nicht in Sicht: Denn bei den gefundenen drei Tresoren handelt es sich nicht um die Geldschränke, die die Polizeitaucher eigentlich im Visier hatten. Einen ermittlerischen Erfolg konnten die Beamten trotzdem verbuchen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Taucher finden Tresore in der Glörtalsperre

Polizei findet weiteren Tresor

Tresorfund: Polizei bittet um Mithilfe

Noch mehr Tresore in der Glörtalsperre

Bei eisigem Wind und Nieselregen rückten die Beamten aus Wuppertal am Donnerstag zum bereits fünften Mal mit einem Kran an der Talsperre an, um die bei vorherigen Tauchgängen entdeckten, zentnerschweren Kolosse nahe der Staumauer an Land zu bringen.

Gut geschützt durch eine kälteabweisende Ausrüstung begaben sich die beiden Polizeitaucher Patrick Spieß und Jan Lorens, die von Tauchgruppenführer Arne Drebing per Funk an Land unterstützt wurden, am vorderen Ende der Staumauer ins etwa drei Grad kalte Wasser. Für ihren Tauchgang, der sie in rund 21 Meter Tiefe führen sollte, schwammen sie zunächst an der Mauer entlang, bis sie etwa den halben Weg zurückgelegt hatten.

An dieser Stelle wartete auf der Staumauer bereits der mit seitlichen Stützen standfest gemachte Kran. „Es kann durchaus sein, dass die Tresore zwar von der Staumauer aus entsorgt worden sind, aber durch Strömungen abgetrieben wurden“, erklärte Polizeitaucher Patrick Spieß vorab.

Stück Metall entpuppt sich als Motorrad

Die Fundstücke des Vormittages sollten sich aber diesmal recht nahe am Bauwerk befinden. Was jedoch als erstes vom Kran nach oben befördert wurde, war kein Tresor, sondern ein unförmiges Stück Metall, das sich als Motorradkarosserie entpuppte.

Drei Geldschränke mit kleinerem Kaliber – der größte schätzungsweise rund 200 Kilo schwer – wurden allerdings im Anschluss auch noch aus der Talsperre gefischt. „Es handelt sich dabei aber leider nicht um die Objekte, die wir im Rahmen der früheren Tauchgänge lokalisiert hatten und eigentlich bergen wollten“, erklärte dazu Dietmar Trust, Pressesprecher der Polizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis.

Die Taucher Spieß und Lorens betonten bereits vor ihrem Tauchgang, dass die Sicht in mehr als 20 Metern Tiefe aufgrund unterschiedlicher Faktoren extrem eingeschränkt ist, so dass nicht unbedingt die Objekte, deren Bergung für den Tag geplant wurde, zielgenau lokalisiert werden können.

Bei allen drei geborgenen Tresoren handelt es sich also um neu gefundene Objekte, womit sich die Zahl der bisher geborgenen Geldschränke auf elf erhöht. Bis zu fünf weitere vermutet die Polizei aber noch im Wasser, weitere Tauchgänge sind bereits geplant.

Ob weitere Bergungsaktionen aber wirklich Sinn machen, daran hegt Pressesprecher Dietmar Trust einige Zweifel. „Die Möglichkeiten, an den zum Teil jahrelang im Wasser gelagerten Tresoren noch verwertbare Spuren zu finden, ist eher gering.“

Mauer liegt verkehrstechnisch gut

Nachdem zwei der bisher geborgenen Tresore bereits zwei Einbrüchen in Lüdenscheid und Wesel zugeordnet werden konnten, ermittelten die Beamten am Donnerstag auch die Herkunft eines der neuen Geldschränke: Im Inneren des Panzerschranks fand die Polizei einen Schlüssel mit Anhänger, den sie einem Einbruch in einen Lüdenscheider Kindergarten vom November 2008 zuordneten.

Bei allen Einbrüchen handelt es sich um nicht aufgeklärte Verbrechen. „Die Ermittlungen dauern an“, erklärt Dietmar Trust. „Eine weitere, kleine Chance für einen Ermittlungsansatz könnte ein Abgleich der Öffnungsspuren an den Tresoren mit eventuell aufgefundenen Werkzeugen sein.“

Bei den beiden Lüdenscheider Einbrüchen wird ein Zusammenhang vermutet. Im Ganzen seien die Chancen aber minimal, durch die Bergung der Tresore tatsächlich Straftaten aufklären zu können. „Zukünftig müssen wir uns daher überlegen, ob es noch Sinn macht, die Aktionen fortzuführen.“

In der näheren Umgebung sind Trust keine vergleichbaren Vorfälle mit einer ähnlich großen Anzahl an entsorgten Tresoren bekannt. Er ist sich aber sicher, dass man bei intensivem Suchen auch in anderen Talsperren so einiges zu Tage fördern könnte. „Die Mauerkrone der Glörtalsperre ist verkehrsgünstig gut zu erreichen, was das Abladen der Tresore offensichtlich vereinfacht und sich in diesen Kreisen herumspricht. Der Betreiber der Talsperre wird sich nun schon Gedanken machen müssen, warum die Täter so einfach auf die Staumauer gelangen können.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare