Fall aus Schalksmühle bekannt

Frei verkäufliches Rattengift ist eine Gefahr für Katzen und Hunde

 Das Gift greift das Nervensystem der Mäuse an. Und dann das der Katzen und Hunde.
+
Das Gift greift das Nervensystem der Mäuse an. Und dann das der Katzen und Hunde.

Die Folgen eines neuen Ratten- und Mäusegifte können für Katzen, aber auch für Hunde dramatisch sein. Auch in Schalksmühle ist nun einer erster Fall bekannt geworden.

Schalksmühle - Eine Frau aus der Gemeinde hat sich, mit der Bitte vor möglichen Vergiftungen von Vierbeinern zu warnen, an unsere Redaktion gewandt. Ihr Kater habe vor einigen Tagen höchst wahrscheinlich eine vergiftete Maus gefressen und sei daran schwer erkrankt. Auf Nachfrage bei der behandelnden Schalksmühler Tierärztin Brigitta Smit-Fornahl bestätigt diese den Vorfall. Im Spiel soll laut der Veterinärmedizinerin ein seit einigen Monaten frei verkäufliches Rattengift mit dem Wirkstoff Chloralhydrat (Alpha-Chloralose) gewesen sein.

Eindeutige Diagnose

In der vergangenen Zeit habe es einige Katzen mit Vergiftungserscheinungen in der Umgebung gegeben. Aber sie waren nicht auf das Gift zurück zu führen. Bei dem Kater sei die Diagnose aber eindeutig gewesen. Sie begründet ihr Urteil mit den Symptomen, die das Tier aufwies. Während es bei anderen Giften zu blutigem Durchfall oder auch Erbrechen kommen kann, seien die Auswirkungen auf den Katzenorganismus bei Choral Hydrat ausgeprägter, weiß Brigitta Smit-Fornahl.

Das Gift wirkt bei Nagetieren auf das zentrale Nervensystem, es führt zu verlangsamten Körperfunktionen. „Das Gehirn fährt herunter und das Tier stirbt an Unterkühlung. Doch eine Maus verendet daran nicht sofort. Das Gift kann 12 bis 16 Stunden wirken. So ist sie für Katzen eine einfache Beute. Wird sie gefressen, gelangt das Gift über den Darm in den Organismus der Katze“, erklärt die Tierärztin. Diese bekomme dann neurologische Ausfallerscheinungen sowie starke Krämpfe und erfriere ebenfalls, wenn sie sich nicht mehr nach Hause schleppen kann. Gefährdet seien vor allem Freigänger-Katzen, da möglicherweise aufgrund der andauernden Mäuse- und Rattenplage vermehrt Gift ausgelegt werde.

Nicht alle Tierärzte kennen die Symptome

Ein großes Problem sei es, dass einige Kollegen, die sich nicht auf Katzenmedizin spezialisiert sind, sich mit diesen Symptomen nicht auskennen würden. Deshalb würden Tiere häufig falsch behandelt. In der Region seien solche Fälle allerdings seit einem Jahr bekannter.

Dem Gemeindeordnungsamt seien bislang keine Fälle dieser Art gemeldet worden, sagt Leiterin Silvia Gonzalez. Ihre Behörde sei allerdings auch nicht primär für dieses Thema verantwortlich, würde aber Meldungen an das Veterinäramt des Märkischen Kreises weiterleiten. Auch dort habe man keine Erkenntnisse über eine Serie von Vergiftungen in der Gemeinde, erklärt Pressesprecherin Ursula Erkens. Man weist aber darauf hin, dass gerade für solche Gifte besondere Auflagen bestehen. Es muss auffällig gekennzeichnet werden und darf nur in speziellen Fallen ausgelegt werden. Wer sich nicht an diese Regeln halte, begehe eine Straftat. Sollten solche Vergehen häufiger beobachtet werden, dann müssen diese der Polizei gemeldet werden, betont Erkens.

Neben Vierbeinern bestehe durch Chloralhydrat auch eine Gefahr für Geflügel, darunter Raubvögel, bei denen Mäuse zur Beute gehören, aber auch Singvögel. Da das Gift häufig als Fraßköder, etwa mit Getreibeüberzug, verwendet wird, können auch sie im schlimmsten Fall an der Vergiftung sterben. Aufgrund ihrer Erfahrung heraus möchte die Frau dafür sorgen, dass andere Tierbesitzer nicht auch um das Leben ihrer Tiere bangen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare