Gewiefte Geschäftsidee: Graffiti statt graue Wand

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Ordnung muss sein. Jasmin Schneider und Angelique Kühner rücken die Stifte, Radiergummis und die anderen Artikel zurecht. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Jan-Phillip Aubel zeichnet die Linie nach. Punkt für Punkt, Strich für Strich entsteht eine Kontur. Das Portrait von Wolfgang Amadeus Mozart. Der Komponist soll als Graffiti die Wand des Musikraums zieren. „Daneben sollen Trompeter Louis Armstrong, House-DJ David Guetta und unsere Musiklehrerin Christine Rothenberg-Weber kommen“, erklärt Max Unnasch.

Der 16-Jährige ist Pressesprecher der Gruppe „KreaTeam“. 28 Verbundschüler vom Realschulzweig haben es sich zum Ziel gesetzt, die Flure und Klassenräume des Schulgebäudes an der Friedhofstraße zu verschönern.

Die Idee, die dahinter steckt ist einfach: „Die Jugendlichen sollen sich wohlfühlen, wo sie aktiv sind“, sagt Yvonne Hehlke. Die Kunst- und Biolehrerin hat zusammen mit Schülern im Rahmen eines Projektes die grauen, kargen Wände des Biologieraumes in einer Unterwasserwelt verwandelt. An den Wänden schwimmen Fische und Schildkröten vorbei an Wasserpflanzen.

Nach und nach kommen nun Aufträge innerhalb der Schule auf die 14- bis 18-Jährigen zu. „Gerne würden wir auch außerhalb Aufträge annehmen und erledigen“, sagt Max Unnasch.

Dazu haben sich die Schüler bereiterklärt, auch am Nachmittag in die Schule zu kommen. Eine solche Motivation möchte Lehrerin Yvonne Hehlke nutzen und eine Schülerfirma gründen. Die erste am Standort der Realschule – die zweite der Verbundschule.

Ortswechsel: Seit Jahren gibt es am Standort Löh ein kleines Geschäft, von Schülern betrieben. Noch ist ruhig. Noch. Jasmin Schneider und Angelique Kühner schieben Stifte, Radiergummis und Hefte zurecht. Das Klingeln läutet den Verkauf ein. Schüler kommen und besorgen sich Tintenpatronen oder leihen sich für wenige Cents ein Buch für den Unterricht. „Falls das Englischbuch vergessen wird, kann das hier geliehen werden“, erklärt die 16-jährige Jasmin.

Insgesamt sind 14 Jugendliche an der Schülerfirma beschäftig. „Hier ist alles wie im echten Leben. Die Schüler müssen sich bewerben, es gibt Einstellungstests und die Jugendlichen profitieren von ihren Verkäufen“, sagt Lehrerin und Initiatorin Heike Dworzak. Die Jugendlichen könnten hier viel fürs Leben lernen: Pünktlichkeit, Teamarbeit, Buchführung, Lagerhaltung und vieles mehr. Die Schülerfirma, deren Träger der Förderverein ist, ist ein richtiges Geschäft: Von und mit Schülern. ▪ mc

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