Gesungenes Gotteslob der Kantorei

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In der Erlöserkirche sangen jetzt die Mitglieder der Kantorei Halver bei einem Evensong. Unter der Leitung von Maike Lehmkuhl ließen die Sängerinnen und Sänger den Tag stimmungsvoll mit Musik, Lied und Wort ausklingen.

Schalksmühle - „Lobet den Herren, alle, die ihn ehren“: Auf Paul Gerhardt und sein bekanntes, 1653 von Johann Crüger vertontes Lied „Lobet den Herren!“ lenkte die Kantorei Halver am Sonntag in der Erlöserkirche bei einem Evensong nach Vorbild der anglikanischen Kirche den Blick.

Unter der Leitung von Maike Lehmkuhl ließen die Sängerinnen und Sänger den Tag stimmungsvoll mit Musik, Lied und Wort ausklingen. Den liturgischen Teil der Veranstaltung übernahm Laienprediger Michael Fischer, der in seiner Liedpredigt auf das bekannte Paul Gerhardt-Lied – Motto des Evensongs – Bezug nahm. „Über Paul Gerhardt wird gesagt, er sei der Psalmist der Christenheit“, erklärte er. „Dass seine Texte nicht zu staubtrockenen Gedichten wurden, sondern zu Liedern, die Menschen bis heute tief bewegen und selbst die Sterbenden über die Grenze des Todes trägt, das ist dieser genialen Verbindung von sprachlichen Bildern des Glaubens mit der Musik Johann Crügers begründet.“ In der liturgischen Form des Evensongs, erklärte er, werde diese einzigartige Verbindung von Wort und Komposition besonders deutlich.

Rund um das Titel gebende Lied und die Liedpredigt wob die Kantorei ein abwechslungsreiches Programm. Lieder aus alter und neuer Zeit, die tief im Innern berührten und den Boden für das Wort bereiteten, kamen zur Aufführung. Vom 16. Jahrhundert, vertreten durch den großen englischen Renaissancemeister William Byrd und dessen flehende Bitte „Herr, öffne meine Lippen“, bis zum zeitgenössischen Hymnus „Te lucis ante terminum/Müde bin ich, geh zur Ruh“ des Kirchenmusikers, Komponisten und Arrangeurs Thomas Gabriel reichten die ausgesucht klangschönen Werke, die die Kirchenbesucher in die Stille führten.

Aus der Sammlung „Gregorianik und Jazz“ – reizvolle Kombination zweier auf den ersten Blick völlig unterschiedlicher Genres – stammte Gabriels anspruchsvolle Komposition, mit der die Kantorei einlud, die Ereignisse des Tages Revue passieren zu lassen und innerlich zur Ruhe zu kommen. Die Männer sangen den lateinischen, die Frauen den deutschen Part.

Immer wieder lud die Kantorei, bei den Liedbeiträgen von Chorleiterin Maike Lehmkuhl einfühlsam am Klavier begleitet, die Gemeinde zum Mitsingen ein. Psalmworte, Fürbitte, Zeit der Stille, Gebet und Segen waren Teil des Abendgottesdienstes in musikalischer Form.

Stilsicher wanderte die Kantorei, die einmal mehr auf hohem Niveau konzertierte, durch die Jahrhunderte. Emotional und ausdrucksvoll brachten die Sängerinnen und Sänger ihre Lieder, darunter die mehrstimmige Motette „Lord, now lettest thou“ von Charles Villiers Stanford, auf den Weg.

Mit Ausschnitten aus der Dvorák-Messe in D-Dur („Gloria“ und „Kyrie“), der eine originelle böhmisch-volkstümliche Tonsprache zueigen ist, und Strawinskys berühmtem „Pater noster“ krönten die Sängerinnen und Sänger ihr inniges, gesungenes Gotteslob.

Von Jakob Salzmann

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