20 Jahre Austausch im Offenen Gesprächskreis

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Planen gemeinsam das Programm des Offenen Gesprächskreises der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück (von links): Reiner Rutenbeck, Hans Lau und Pastor Torsten Beckmann.

SCHALKSMÜHLE - Menschen die Möglichkeiten geben, sich über Glaubensfragen und weltliche Themen auszutauschen und zu informieren – das ist nun schon seit 20 Jahren das Ziel des Offenen Gesprächskreises der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück. Im November 1993 wurde der Kreis ins Leben gerufen.

Die Gesprächskreise 2014

Am 4. Februar findet der erste Offene Gesprächskreis 2014 statt. Pastor Torsten Beckmann hält einen Vortrag zum Thema „Was ist Glück?“. Am 4. März ist Helmut Seckelmann zu Gast in der Kreuzkirche. Er wird von einer Missionsstation in Tansania berichten. Am 1. April zeigt Gerd Otto einen Diavortrag über Brandenburg, und Prof. Peter Mommer von der Ruhr-Uni Bochum wird am 6. Mai zum Thema „Die soziale Kritik der Propheten“ referieren. Pfarrer Michael Czylwik berichtet am 3. Juni von Christen in Syrien. Am 2. September hält Superintendent Klaus Majoress einen Vortrag zu „Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“. Pfarrer Sebastian Schultz wird am 4. November von der Schöpfungsgeschichte berichten, und Diakon Hans-Peter Osterkamp hält am 2. Dezember einen Adventszeit-Vortrag.

Von Alisa Kannapin

„Wir waren damals die Ersten, die so etwas organisiert haben“, sagt Hans Lau, der den Kreis mit initiierte. Die Idee für den Gesprächskreis entstand im Zuge der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Kirchengemeinde Schalksmühle. Damals beauftragte das Presbyterium den Historiker Dr. Horst Ludwigsen damit, mit der Unterstützung des Geschichts- und Heimatvereins eine Chronik über die vergangenen 100 Jahre Gemeindeleben zu schreiben.

„Die Kirchengeschichte ist eng mit der politischen Geschichte der Gemeinde verbunden und daher für viele sehr interessant. Mehrere Exemplare des Buches ‘Unter dem Wort’ sind im Gemeindebüro auch noch erhältlich“, erklärt Hans Lau.

Den ersten Vortrag im Rahmen des Offenen Gesprächskreises hielt 1993 Pfarrer Breyer, der zum auch heute noch aktuellen Thema „Ist Leben auf unserer Erde 2050 noch möglich?“ referierte.

Das Konzept des Kreises ist über die 20 Jahre gleich geblieben. Für jeden ersten Dienstag im Monat lädt die Gemeinde ab 19.30 Uhr ins Gemeindezentrum der Kreuzkirche Am Mathagen ein. Im Mittelpunkt steht jeweils ein Vortrag zu einem bestimmten Thema, unter anderem aus den Bereichen Bibel, Glauben, Weltreligionen oder aktuelle Umwelt- und Lebensfragen.

Referenten erhalten kein Honorar

Die Themenplanung teilt sich Hans Lau nun schon seit Ende der 90er-Jahre mit Reiner Rutenbeck. Gemeinsam mit Pastor Torsten Beckmann treffen sich die Organisatoren jeweils zum Jahresende, um die Planung für die kommenden Monate zu besprechen. „Wir sammeln über das Jahr Ideen und entscheiden uns für Themen und Referenten. Dann teilen wir untereinander auf, wer wen anspricht“, erklärt Rutenbeck.

Er bewahrt nicht nur die Programme der Gesprächskreise auf, sondern führt auch eine Liste über alle Vortragsthemen und Referenten. Das Anwerben von Vortragenden sei gar nicht so einfach. „Man braucht da ein gutes Netzwerk“, sagt Rutenbeck. Bei der Kontaktaufnahme habe vor allem Horst Böllinghaus aus Hagen viele Jahre tatkräftig mitgeholfen.

Für ihre Vorträge erhalten die Referenten kein Honorar, sondern bekommen nur die Fahrtkosten erstattet und erhalten zum Teil ein Präsent. „Nur einer wollte mal von uns ein Honorar haben. Das hat er uns aber erst nach dem Vortrag gesagt“, sagt Hans Lau und schmunzelt.

Im Laufe der Jahre sei es dem Team gelungen, einige namhafte Referenten nach Schalksmühle zu holen. Darunter waren Pfarrer, Professoren verschiedener Universitäten, Bundestagsabgeordnete oder auch Anwälte und Lehrer. Insgesamt 181 Gesprächskreise fanden seit 1993 statt.

Während zu Beginn nur Männer an den Abenden teilnehmen durften, zählen nun seit mehreren Jahren auch Frauen zu den Zuhörern. Nicht nur Schalksmühler kommen zu den Veranstaltungen, auch aus Lüdenscheid, Halver oder Breckerfeld reisen Interessierte an. Waren es anfangs 30 bis 40 Teilnehmer, die regelmäßig kamen, sind es heute durchschnittlich nur noch 15.

Aufgrund der zum Teil geringen Teilnahme habe das Leitungsteam 2012 mit dem Gedanken gespielt, den Gesprächskreis einzustellen. „Man stellt sich ja auch die Frage, ob man es einem Uni-Professor aus dem Ruhrgebiet zumuten kann, nur vor zehn Personen zu referieren“, erklärt Rutenbeck. Damals habe das Team die Teilnehmer über ein eventuelles Ende des Kreises informiert, „und im Anschluss gingen die Zuhörerzahlen wieder hoch“.

Auch der Altersdurchschnitt sei heute deutlich höher als zu Beginn. Jüngere Teilnehmer dazuzugewinnen sei schwierig. „Viele arbeiten außerhalb, machen abends noch Sport oder haben andere Verpflichtungen. Und jetzt finden dienstags auch noch die Champions League-Fußballspiele statt“, scherzt Lau.

Letztlich sei das Team über jede Veranstaltung froh, die in der Kreuzkirche stattfinde. „Wir tragen damit zur Standortsicherung der Kirche bei“, sagt Lau und Reiner Rutenbeck ergänzt: „Das hat bei unseren Überlegungen, die Gesprächskreise weiterzuführen, durchaus eine Rolle gespielt.“

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