„Gespräch mit Straßen.NRW suchen“

Rechtsanwalt Kilian Behrendt (l.) und Alexander Niemeyer, der den Verkehrsverein Schalksmühle und die Siedlergemeinschaft Strücken vertritt.

SCHALKSMÜHLE – Eine Straßenbaumaßnahme mit weitreichenden Folgen für die Anwohner führte am Dienstag zahlreiche Bürger zur UWG-Veranstaltung ins Anglerheim Strücken.

Ursprünglich sollte ab 1. April die Volmestraße/B 54 bei Linneper Mühle (Einmündung Oedenthaler Straße) für voraussichtlich ein halbes Jahr voll gesperrt werden. Nach dem neuesten Stand wird die Vollsperrung bereits am Montag, 29. März, eingerichtet und zehn Monate dauern (wir berichteten).

Obwohl diese Maßnahmen auf einem Gebiet durchgeführt werden, das zu Lüdenscheid gehört, könnten sie sich vorwiegend auf Schalksmühler Bürgern negativ auswirken. Der Verkehrsverein Schalksmühle, vertreten durch die Vorsitzende Inge Beckmann, schaltete in dieser Angelegenheit das Schalksmühler Anwaltsbüro Reusch, Behrendt und Kollegen ein, da vor allem Mitglieder des Fremdenverkehrsgewerbes im Bereich Strücken durch die Maßnahme erhebliche Nachteile in Kauf nehmen müssen. „Diese Personen leben davon, dass insbesondere Monteure, die in Lüdenscheider Firmen arbeiten, die Unterbringungsmöglichkeiten dort nutzen“, heißt es in einem Schreiben der Kanzlei an Landesbetrieb Straßen.NRW vom 18. März. Die Fahrzeit der Monteure nach Lüdenscheid-Brügge, einem ihrer häufigen Einsatzorte, würde sich von vier auf elf Kilometer und damit von vier auf mindestens 15 Minuten verlängern. „Unter diesen Umständen entstehen dem Fremdenverkehrsgewerbe so erhebliche Einbußen, dass durchaus Existenzen gefährdet sein könnten“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Neben zahlreichen Vertretern der UWG waren beim Bürgergespräch auch SPD-Landtagskandidat Gordan Dudas sowie der Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen Geza Lang bei der UWG-Veranstaltung vertreten. Sowohl Bürgermeister Jörg Schönenberg als auch Wolfgang Spidlen vom Fachbereich Bauen konnten aus terminlichen Gründen an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

Alexander Niemeyer, 2. Vorsitzender des Schalksmühler Verkehrsvereins und der Siedlergemeinschaft Strücken, übernahm den Vorsitz der angeregten Diskussion, bei der noch weitere Probleme ausgemacht wurden, die durch eine Vollsperrung auftreten könnten. So sei zum Beispiel die ungehinderte Durchfahrt von Krankenwagen und Notarzt zu den Anwohnern gefährdet, wodurch sich Krankenfahrten und Rettungseinsätze extrem verlängern könnten.

Darüber hinaus wiesen Dudas und Lang auf die Problematik der Busverbindungen für Anwohner des betroffenen Bereiches hin, die während der Baumaßnahme entweder ganz eingestellt werden oder weiträumig verlegt werden müssten. Dies hätte mindestens eine erhebliche Verlängerung der Fahrzeiten nach Lüdenscheid zur Folge. In diesem Zusammenhang gab Dudas zu bedenken, dass auch der pünktliche Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen in dem betroffenen Bereich gewährleistet sein müsse.

Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass an einem sachlichen und konstruktiven Gespräch mit einem Vertreter von Straßen.NRW kein Weg vorbei führt. „Man muss sich arrangieren mit Straßen.NRW und auf einen Kompromiss wie zum Beispiel eine Teilsperrung hinarbeiten“, betonte UWG-Ratsherr Harry Haböck.

Der UWG-Vorsitzende Bernd Müller versprach, dass es in Kürze eine Sitzung des Bauausschusses geben werde, zu der ein Vertreter von Straßen.NRW eingeladen werde.

Rechtsanwalt Kilian Behrendt regte abschließend an, nach einem Präzedenzfall für eine so lange Vollsperrung zu suchen. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, auch ortsansässige Firmen, die von einer Vollsperrung betroffen wären, in die Diskussion einzubinden.

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