Kinderpornografie auf dem PC

Kinderpornos auf dem Rechner: Gericht prüft Anklage gegen Pastor im MK

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Kinderpornografisches Material soll sowohl auf dem Dienst- als auch auf dem privaten PC des Geistlichen gefunden worden sein.

Schalksmühle/Halver/Altena - Der Vorwurf gegen einen Pastor der katholischen Halveraner Pfarrei Christus König, der auch in Schalksmühle, Altena und Nachrodt-Wiblingwerde aktiv war, erhärtet sich.

Der katholische Pastor soll im Besitz von kinderpornografischen Schriften gewesen sein – dazu zählen auch Videos und Fotos. Dieser Vorwurf wird nun vom zuständigen Gericht geprüft. Das teilte Bernhard Kuchler, Vorsitzender Richter am Landgericht Hagen, mit. Er ist dort für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. 

Dem Beschuldigten sei die Anklageschrift zugestellt worden. Innerhalb von 14 Tagen habe dieser oder sein Rechtsanwalt die Möglichkeit, zu den einzelnen Anklagepunkten Stellung zu nehmen. Ob und wann es tatsächlich zu einem Prozess gegen den Pastor kommt, ist noch nicht klar. Man befinde sich derzeit im sogenannten Zwischenverfahren, in dem das Gericht den von der Staatsanwaltschaft im Zuge der Ermittlungen festgestellten hinreichenden Tatverdacht prüft.

Entscheidung über eine Verurteilung

Im Anschluss daran wird entschieden, ob eine Verurteilung wahrscheinlich und die Hauptverhandlung zulässig ist. Das Gericht muss diesen Weg gehen, denn ein solcher öffentlicher Prozess könne für den Angeklagten sehr belastend und stigmatisierend sein. Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung zu gering ist, dann solle ihm das erspart werden, erklärt Bernhard Kuchler. 

Die Anzahl der Fälle, die das Gericht aus diesem Grund ablehnt, liege allerdings im einstelligen Prozentbereich. Wie bereits Mitte November berichtet, ermittelte die Staatsanwaltschaft Hagen gegen den 55-jährigen Pfarrer nach Paragraf 184b Strafgesetzbuch, der ein Strafmaß von Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsentzug vorsieht. Entsprechende belastende Dateien habe man bei Durchsuchungen sowohl auf seinen privaten Geräten, als auch auf seinem Dienstcomputer gefunden. 

Der Gerichtssprecher bestätigte nun offiziell, dass die Anklage diesen Umfang hat. Diese zeige auch den Zeitraum an, in dem der Beschuldigte das Material besessen hat – und zwar in dem Zeitraum von Mai bis November 2019. Das Bistum Essen gab damals an, dass der katholische Pastor neben seinen Tätigkeiten in der Gemeinde Schalksmühle und in Halver auch in Altena und Nachrodt tätig war. 

Vom Dienst suspendiert

Die Verantwortlichen im Ruhrgebiet reagierten damals auf die Vorwürfe. Der Pastor wurde nach der Bischöflichen Verfahrensordnung bei Missbrauchsfällen vom Dienst suspendiert. Sie kündigten, unabhängig von der Staatsanwaltschaft Hagen, eine Voruntersuchung im kirchlichen Rahmen an. Über das Ergebnis werde der Beschuldigte informiert. Nach Abschluss aller Verfahren soll es zu einem Gespräch mit Bischof Franz-Josef Overbeck vom Bistum Essen kommen, wie es aus Essen heißt.

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