Mehr Frauen

Generationswechsel im Hegering: Die Jäger werden moderner

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Immer mehr Frauen engagieren sich in Sachen Jagd. Das Bild zeigt Jagdhornbläser bei einer Drückjagd des Hegerings Halver.

Schalksmühle - Zwar ist die Jagd immer noch Männersache – zumindest am Anteil der weiblichen Jäger gemessen –, doch der Trend geht dahin, dass sich immer mehr Frauen für die Hege und Tradition der Waidmänner interessieren.

Die Jagd ist generell moderner geworden, ist sich Thimo Lückmann, Presseobmann des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid, sicher. „Wir haben einen gesunden Anteil an Frauen, auch wenn der Großteil bei uns noch Männer sind.“ Fünf Frauen engagieren sich in der heimischen Jägerschaft, die rund 100 Mitglieder stark ist. 

Die meisten von ihnen seien bei den Jagdhornbläsern, also in der Traditionspflege, aktiv. „Das zieht sich schon seit Längerem wie ein roter Faden durch die Jagdausbildungskurse. Scheu oder Ekel habe ich bei Frauen nie beobachtet. Sie gehen ambitioniert und konkret an die Jagd.“ Zudem hätten sie sich bewusst für den Hegering entschieden – aus familiären oder traditionellen Gründen. 

Die Mitglieder des Hegerings sind bunt durchmischt. Doch sie widersprechen dem gängigen Klischee, dass alle Jäger aus dem ländlichen Raum kommen, etwa Land- oder Forstwirte. „Zwar haben die meisten einen Jagdschein. Doch die wenigsten Bauern oder Waldbesitzer haben noch die Zeit, als Jäger aktiv zu sein.“ 

Innovationen und Traditionen

„Den klassischen Jäger gibt es nicht mehr“, weiß Thimo Lückmann. Die jungen Jäger – auch Städter – gingen sehr bewusst und organisiert auf die Jagd. Vor allem an der modernen Ausrüstung würde man das erkennen. 

„Der Markt bietet in der Hinsicht sehr viel.“ Zwar habe es einen merklichen Generationswechsel unter den Jägern gegeben, doch die Jungen pflegen die Traditionen wie etwa die Jägersprache. „Viele Dinge haben bei uns andere Namen. Ihr Gebrauch wird weiter gerne gesehen, damit wir wissen, worüber man spricht.“ 

Ein weiterer Beweggrund für eine aktive Teilnahme ist – diese Erfahrung hat Thimo Lückmann im privaten Umfeld gemacht – die Frage „Wo kommt mein Fleisch eigentlich her?“. Auch Vegetarier seien schon bei der Jagd gelandet, nachdem sie sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt hätten, sagt er. 

„Mehr Bio geht nicht. Das Fleisch kommt direkt aus dem Wald auf den Teller. Viele essen so bewusster Fleisch.“ Der Naturschutz und auch die Fleischproduktion seien in den Vordergrund gerückt. Deshalb würden immer mehr Menschen einen Jagdschein machen..

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