Gemeinschaftsgefühl nimmt anscheinend ab

Ute Lüsebrink beschäftigte sich im Rahmen ihres Seniorenstudiums mit den Folgen des demografischen Wandels für ihre Heimatgemeinde Schalksmühle. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Einen besonderen Gast hatte die UWG im Rahmen ihres Bürgergesprächs UWG aktuell im Restaurant „Schinderhannes“ zu bieten. Ute Lüsebrink absolvierte ein Seniorenstudium in den Bereichen Gerontologie, Klinische Psychologie und Soziologie an der Universität Dortmund.

Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit beschäftigte sie sich mit dem demografischen Wandel und dem Thema „Lebensphasen“. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand die Frage, wie sich verschiedene Altersgruppen, insbesondere die Senioren, in das Gemeindeleben einbringen und zum Gemeinwohl beitragen können. Da die Referentin seit 50 Jahren in Schalksmühle wohnt, bezogen sich ihre Beiträge zur schnell aufkeimenden, angeregten Diskussion am Donnerstagabend natürlich vor allem auf ihre Heimatgemeinde.

„Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 17 Prozent weniger Kinder in Deutschland leben“, so die Referentin. In Schalksmühle sorge zudem die Tatsache, dass viele junge Menschen in größere Städte ziehen, dafür, dass die Bevölkerung zusätzlich älter wird. Grundsätzlich könne diese Abwanderung nur sehr schwer aufgehalten werden. „Einerseits haben wir die Möglichkeit, den jungen Menschen Dinge anzubieten, die sie sonst nur in den größeren Städten bekommen, andererseits sollten wir versuchen, jung und alt auf unterschiedliche Weise zusammenzubringen“, so Ute Lüsebrink.

Hierzu wurden im Gespräch unter anderem Mehrgenerationensiedlungen, aber auch spezielle Angebote für Senioren im sozialen Bereich angesprochen. So könnten zum Beispiel ältere Menschen das Leben in Kindergärten farbiger und interessanter gestalten, wenn sie den Kindern Geschichten vorlesen. In diesem Zusammenhang kam aus der Diskussionsrunde der Vorschlag, einen Fragebogen für Senioren über 65 Jahren zu entwickeln, der ihnen Anregungen zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung und zum sozialen Engagement unterbreitet.

Darüber hinaus wurde die Vermutung geäußert, dass das Gemeinschaftsgefühl der Schalksmühler Bürger immer mehr abnimmt. So seien unter anderem neue Veranstaltungen wie das Aufstellen des Maibaumes in Dahlerbrück oder eine Pflanzenbörse nicht sehr gut besucht gewesen. Mit Blick auf Freizeitangebote für Jugendliche wurde dagegen bemängelt, dass in den Ferien das Jugendzentrum und das Schwimmbad ihre Pforten schließen. „In dieser Zeit müssten die Einrichtungen gerade für die daheim gebliebenen Jugendlichen geöffnet bleiben“, so eine Diskussionsteilnehmerin. ▪ bot

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