Wird der Offene Ganztag in Schalksmühle bald teurer?

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Das Betreuungsangebot des Offenen Ganztags im Primarbereich könnte bald stärker an das Einkommen der Eltern gekoppelt werden. So lautet ein Vorschlag der Gemeindeverwaltung, der im kommenden Jahr diskutiert werden soll.

Schalksmühle - Das Angebot des Offenen Ganztags im Primarbereich könnten für manche bald teurer werden. Das schlägt die Verwaltung vor.

Der Grund: Die Beträge sollen sozial gerechter und die hohen Kosten gedeckt werden. Dazu wollen die Verantwortlichen die Meinung aller Beteiligten hören. Bislang haben Eltern einen einheitlichen Beitrag von 60 Euro pro Monat gezahlt. Nach dem Vorschlag der Gemeinde soll nun eine einkommensabhängige Zahlung erfolgen. Die Höhe soll je nach wirtschaftlicher Lage der Eltern zwischen 30 und 140 Euro liegen. Für Geschwisterkinder werde der jeweilige Beitrag um 50 Prozent ermäßigt. Empfänger von Sozial-Leistungen können gegen einen entsprechenden Nachweis Nachlässe bekommen, heißt es in einem Schreiben der Gemeinde. 

Gemäß der Vereinbarungen erhalten die Träger der OGS-Betriebe – die Awo und das SOS-Kinderdorf – die gesamten Beiträge. Zusätzlich erhalten sie von der Gemeinde einen Ausgleich in Höhe der gewährten Geschwisterrabatte, Erlasse und uneinbringlichen Beiträge, heißt es seitens der Verwaltung. Mit der neuen Satzung könne zum einen mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen, zum anderen solle aber auch der Gesamtbetrag gesteigert werden, da der bisherige bei Weitem nicht ausreiche, um die Kosten zu decken, so die Erklärung der Verwaltung für die mögliche Erhöhung.

Offene Gespräche zu sensiblem Thema 

Bereits bei der Einführung der einkommensgestaffelten Elternbeiträge im Jahr 2015 haben die Diskussionen gezeigt, wie sensibel dieses Thema zu behandeln sei und wie gravierend sich Entscheidungen über die Höhe der jeweiligen Einkommensgrenzen und Staffelbeträge auswirken, so die Gemeinde. Insofern sollte zunächst ein Grundsatzbeschluss darüber gefasst werden, in welchem Umfang soziale Förderung und kommunale Bezuschussung künftig gewünscht werden, schlägt die Verwaltung vor. „Ich erwarte keine 100-prozentige Deckung der Kosten durch die Elternbeiträge. Aber wir müssen den finanziellen Rahmen klären und uns in den Nachbarkommunen umschauen. Auch externe Ideen können gerne der Verwaltung mitgeteilt werden“, sagt Bürgermeister Jörg Schönenberg dazu. 

Im Frühjahr diskutieren 

Im Frühjahr könne man in die öffentliche Diskussion einsteigen, so der Verwaltungschef. „Das ist ein Thema, über das man offen sprechen muss“, meint Schönenberg. In diesem Zusammenhang weist die Verwaltung darauf hin, dass die Gemeindeprüfungsanstalt NRW in ihrer diesjährigen überörtlichen Prüfung das Handlungsfeld der OGS in Schalksmühle nur mit einem mittelmäßigen Index bewertet habe. Sie empfiehlt dabei insbesondere an der Stellschraube „Elternbeiträge“ zu drehen. Das bedeutet einen Ansatz der möglichen Höchstbeträge von 180 Euro, Senken der Einkommensgrenzen oder auch Senkung der Geschwisterrabatte auf nur noch 25 Prozent. 

Die Politik wird sich in den nächsten Monaten in ihren jeweiligen Fraktionen beraten und der Verwaltung ebenfalls mögliche Änderungsvorschläge rückmelden. In der nächsten Sitzungsrunde des Rates im Frühjahr wird die Verwaltung dann mögliche Ergänzungen zu diesem Thema einbringen. Mögliche Änderungen könnten dann im Frühjahr beschlossen werden und zu Beginn des neuen Schuljahres in Kraft treten.

Ihre Meinung zählt!

Die Gemeinde Schalksmühle denkt darüber nach, die Elternbeitrage für die Angebote des Offenen Ganztags im Primarbereich stärker an das Einkommen zu koppeln. Auf manche könnten dann höhere Kosten zukommen, andere könnten von den Plänen profitieren. Im Frühjahr möchte die Verwaltung sich dazu beraten. Unsere Zeitung möchte schon jetzt wissen, was Sie von der Idee halten. Fühlen Sie sich dann noch gerecht behandelt? Werden die Gelder richtig verteilt? Was fehlt dem OGS-Angebot? Schreiben Sie uns eine E-Mail an die Adresse: schalksmuehle@mzv.net

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