Leerstand in Schalksmühle

Schalksmühle soll zur Marke werden - Pläne für den Ortskern

Ortskern Schalksmühle, Bahnhofstraße, Leerstand
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Der Ortskern Schalksmühles soll gestärkt werden. Dazu hat die Gemeinde ein Maßnahmen-Bündel vorgestellt.

Die Gemeinde stehe in einem Wettbewerb mit anderen Kommunen unter anderem um Unternehmen und Arbeitsplätze um Familien und um Kaufkraft im Ort, meint Bernd-Martin Leonidas, Leerstandsmanager der Gemeinde. In der Sitzung des Gemeinderates am Montag stellte er ein Bündel an Maßnahmen vor, die den schwachen Ortskern stärken sollen. Der Verwaltungsmitarbeiter folgt damit einem Antrag, den die CDU-Fraktion in der ersten Sitzung des Gremiums Anfang des Jahres gestellt hatte.

Schalksmühle – Als Grundlage für die Überlegung, wie man die Mitte Schalksmühles stark machen könnte, sollte jeder erst einmal sein eigenes Freizeitverhalten hinterfragen, forderte Bernd-Martin Leonidas die anwesenden Ratsmitglieder auf. „Wo fahren Sie in ihrer freien Zeit hin?“, lautete seine Frage, auf die er selbst in Form einer Präsentation die Antworten gab. „Dort, wo es schön ist, wo Sie etwas erleben können, wo Sie etwas essen und trinken können, wo Sie mit dem Smartphone kommunizieren können und wo Sie nachher ihren Freunden erzählen können, wie toll es war.“

Bei einem ehrlichen Blick auf die Gemeinde stelle man fest, dass wenige bis keine dieser Antworten auf den Ortskern zutreffen. Deshalb habe man und werde man Maßnahmen und Projekte starten und Fördergeld beantragen, um diese Situation ändern zu können.

Dabei nannte Leonidas unter anderem die Umgestaltung der Kreuzkirche (Regionale 2025), die Anschaffung der Markthütten für 30 180 Euro, die Initiierung des Kulinarischen Eventmarktes für 31 200 Euro (beide Leader 2020) oder die Umgestaltung des Jagdmuseums für 16 000 Euro, den Kauf von Defibrillatoren für 7942 Euro (beide Leader-Kleinprojekte 2020).

Anmietung und Weiterentwicklung von Leerständen

Außerdem sprach er das Leader-Kleinprojekt 2021 „Digitale Gemeinsamkeit gegen Einsamkeit“ (15 982 Euro) und die Anschaffung eines transportablen Klaviers für den Gesangsverein Dahlerbrück für 15 911 Euro an. Eine große Summe in Höhe von 58 975 Euro stünde zudem durch das Sofortprogramm Innenstadt, bei dem durch Anmietung und Weiterentwicklung von Leerständen der Ortskern aufgewertet werden soll, zur Verfügung.

Darüber hinaus werde die Gemeinde unter anderem im Rahmen von Leader 2021 Fotopoints mit dem Jugendzentrum im öffentlichen Raum initiieren, den Schulgarten der Primusschule umgestalten und ein sogenanntes Rebranding und eine Imagekampagne für die Gemeinde starten. „Wir möchten nur noch Projekte machen, die unserer Identität entsprechen“, betonte Bernd-Martin Leonidas. Er schlug vor, Schalksmühle als Marke zu denken und zu positionieren. Ziel sei es, regelmäßige Frequenz und Kaufkraft im Ort zu binden und so wirtschaftliches Arbeiten für die Unternehmer zu sichern.

Steuerkreis zur Markenbildung

Geschehen soll dies zum einen durch die Bildung eines Steuerkreises, der aus Personen besteht, die etwas zur Markenbildung beisteuern können. Zum anderen sollen die Mitglieder in der Methodik der Markenbildung geschult werden, um den zukünftigen Markenprozess selbst lenken zu können, heißt es wörtlich in den Ausführungen des Gemeindemitarbeiters. Des Weiteren könnte er sich vorstellen, externe Unterstützung in Form eines Markenberaters mit ins Boot holen.

Um Schalksmühle als Marke etablieren zu können, müsse man unter anderem auch soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram, TikTok & Co. nutzen, um bei den Menschen präsent zu sein. Dazu müssten allerdings noch einige rechtliche Grundlagen geklärt werden, da man sich auf diesen Plattformen nur als Person anmelden dürfe. Jörg Weber (CDU) widersprach dieser Aussage im Rahmen der Sitzung und schlug vor, sich bei der Stadt Lüdenscheid oder dem Märkischen Kreis zu informieren, da diese bereits bei Facebook aktiv seien.

Zum Leerstand wollte Harry Haböck (UWG) wissen, wie viele Geschäfte konkret im Ortskern leerstehen. Nach der Anmietung des ehemaligen Schlecker-Marktes durch die Familie Mischnick seien es noch zehn Lokale. Im Zuge des Sofortprogramms Innenstadt hätten sich aber bereits Interessenten gemeldet, berichtete Bernd-Martin Leonidas. Er sei guter Hoffnung, so weitere positive Effekt für die Ortsmitte erzielen zu können.

CDU: „Vermietung nicht zielführend“

André Krause, Fraktionsvorsitzender der CDU, sieht dies anders. Zwar sei der vorgeschlagene Weg, Schalksmühle als Marke zu etablieren, grundsätzlich zu unterstützen. Doch die Vermietung des Schleckers an die Familie Mischnick und nicht etwa an einen Drogeristen sei nicht zielführend. Er forderte zudem ein beschleunigtes Verfahren. Auch der Fraktionschef der FDP, Jan Schriever, möchte ein höheres Tempo. Man könne sich auch während Corona virtuell treffen und die Projekte steuern. Alle würden sich dringend Veränderungen wünschen.

Einstimmig votierte der Rat für den Vorschlag von Bürgermeister Jörg Schönenberg, den Steuerkreis zu unterstützen und den Arbeitskreis Demografie mit dem Stadtmarketing zusammen zu bringen sowie erste Termine bereits im März mit Vereinen und Einzelhändlern zu vereinbaren.

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