Gemeinde will Flutopferhilfen aufstocken

Bei Soforthilfen aufs Tempo drücken

Vorsicht bei Regenfällen - Soforthilfe -Bürgermeister Schönenberg
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Die Botschaft aus dem Rathaus: Vorsicht ist angesagt bei Regenfällen. Man ist auf alles vorbereitet, sagt Bürgermeister Jörg Schönenberg.

Die Bilder vom Hochwasser und den daraus entstandenden Schäden haben in den vergangenen Tagen aufgewühlt, haben die Menschen auch dort erschreckt und betroffen gemacht, wo die Katastrophe doch ein Stück weit entfernt war.

Schalksmühle - Noch greifbarer indes wird diese Katastrophe, wenn es konkret wird. Wenn der Betrachter an einem ganz konkreten Ort mit einem ganz konkreten Schicksal konfrontiert wird. Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg war nach der Rückkehr aus dem nach zwei Tagen abgebrochenen Urlaub in seiner Gemeinde an vielen Orten und hat viele Schicksale gesehen. Die großen Firmen mit ihren immensen Schäden, aber eben auch Bürgerinnen und Bürger. Gewiss: In Altena oder schon im benachbarten Hagen hat das Hochwasser noch härter zugeschlagen, ganz zu schweigen vom Blick in die Eifel. Aber das macht das Einzelschicksal vor Ort nicht besser.

Gravierende Fälle in der Gemeinde

„Wir haben auch in Schalksmühle gravierende Fälle“, sagt Schönenberg, „und da sind Fälle dabei, da ist die staatliche Hilfe gut, aber sie wird nicht ausreichen. Da wird eine Parallelhilfe benötigt. Ich habe auch hier Menschen getroffen, die auf einen Schlag alles verloren haben.“ Menschen, deren Hab und Gut eben nicht durch eine Elementarversicherung abgesichert war und die deshalb nun vor dem Nichts stehen.

Schönenberg geht es nun ums Helfen und in diesem Kontext auch ums Tempo beim Helfen. „Es heißt Soforthilfe, und dann soll es auch eine Soforthilfe sein“, sagt der Bürgermeister und drückt aufs Gaspedal. Was die staatlichen Hilfen angeht, hat die Gemeinde auf ihrer Internetseite alle Informationen zum 200-Millionen-Euro-Paket des Landes gebündelt, hat Antragsformulare, Richtlinien und Ausfüllhilfen im PDF-Format bereitgestellt. Nun liegt es am Bürger, an den Landwirten, der gewerblichen Wirtschaft – bis zum 31. August können sie alle die Hilfen beantragen.

Es heißt Soforthilfe, und dann soll es auch eine Soforthilfe sein.

Jörg Schönenberg, Bürgermeister der Gemeinde Schalksmühle

Was in Schalksmühle indes dazukommen soll, sind Hilfen, die die Gemeinde selbst verteilen will. Seit dem Wochenende hat sie ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem schon so manche Privatspende eingegangen ist. Zu den Spenden der Bürger wird aus dem Spendentopf der Sparkasse ein fünfstelliger Betrag dazukommen. „Und wir wollen die Hilfen auch noch aus dem kommunalen Haushalt aufstocken“, sagt Schönenberg entschlossen. Wo das Schicksal hart zugeschlagen hat, will die Gemeinde auch besonders helfen. Auch jede Privatspende, so der Bürgermeister, sei dabei weiter sehr willkommen.

Am Montag hat Schönenberg die Fraktionen des Gemeinderats geladen. Es gibt so manches Thema. Die Brücke im Strücken zum Beispiel, die ein echtes Problem werden könnte, weil es sein könnte, dass sie nach dem Hochwasserschaden keine 7,5-Tonner mehr tragen kann, was zum Beispiel für die Müllentsorgung als einzige Zuwegung für die Müllwagen zu diesem großen Wohngebiet zu einem echten Problem werden könnte.

Wichtige Fragen für die Soforthilfe

Aber es geht eben auch um zwei ganz wichtige Fragen für die Soforthilfen der Gemeinde: Zum einen darum, in welchem Rahmen der Topf aus dem kommunalen Haushalt ganz konkret aufgestockt wird. Zum anderen, nach welchen Kriterien verteilt werden soll. Schönenberg will am Montag Entscheidungen, dann könnte schon in der nächsten Woche die ersten Gelder fließen und dort helfen, wo sie benötigt werden.

In diesem Kontext bittet der Bürgermeister darum, dass gravierende Fälle, die der Gemeinde noch nicht bekannt sind, von Bürgerinnen und Bürgern unbedingt im Vorzimmer des Bürgermeisters (Tel. 0 23 55/8 42 02) gemeldet werden sollen. „Der Blick geht immer sehr stark auf die Volme“, sagt Schönenberg, „aber wir haben hier viele Bäche und Quellen. Dass der Edeka in Dahlerbrück vollgelaufen ist, war zum Beispiel nicht einmal der Volme wegen – es war Wasser, das vom Schwarzen Paul herunterkam und nicht abfließen konnte. Deshalb kann es auch gravierende Schäden geben, wo man sie vielleicht nicht vermutet und die man noch nicht kennt. Diese Betroffenen sollen sich unbedingt melden.“

Rufbereitschaft eingerichtet

Fernab der Soforthilfe-Thematik hat die Gemeinde fürs Wochenende aufgrund der angekündigten Regenfälle eine Rufbereitschaft eingerichtet. „Es soll zwar nicht so stark regnen wie in der vergangenen Woche“, sagt Schönenberg, „aber wir haben an vielen Ecken Ausspülungen und wissen nicht, was passiert, wenn es nun wieder stärker zu regnen beginnt.“ Die Botschaft: Vorsicht ist angesagt. Im Rathaus ist man auf alles vorbereitet.

Spenden

Das Spendenkonto der Gemeinde Schalksmühle, über das die Kommune sowohl Gelder für die Unwetteropfer als auch für die Freiwillige Feuerwehr, die in den Tagen der Katastrophe schier Unmenschliches geleistet hat, sammelt: Sparkasse Lüdenscheid, IBAN DE89 4585 0005 0000 0507 73, Verwendungszweck: „Spende Unwetter“ oder „Spende Freiwillige Feuerwehr“.

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