Gemeinde sucht Standorte für drei Notunterkünfte

+

Schalksmühle - „Die Zuweisung von Flüchtlingen durch die Bezirksregierung Arnsberg ist unverändert hoch. Deshalb arbeiten wir unter Volldampf daran, mögliche Standorte für Flüchtlingsunterkünfte auf dem gesamten Schalksmühler Gebiet ausfindig zu machen. Jede Verzögerung wäre schlicht nicht zu verantworten.“

In einem Gespräch mit unserer Zeitung konkretisiert Bürgermeister Jörg Schönenberg die Pläne der Gemeinde zur Errichtung von Notunterkünften. Nachdem allein in den vergangenen zwei Monaten 80 weitere Personen nach Schalksmühle gekommen seien und mittlerweile 185 Flüchtlinge in der Volmekommune leben, geht die Gemeinde davon aus, dass Konzept der dezentralen Unterbringung in Mietwohnungen voraussichtlich nur noch bis zum Jahreswechsel 2015/16 aufrechterhalten zu können.

„Im Laufe des nächsten Jahres rechne ich mit einer Erhöhung der Flüchtlingszahl in Schalksmühle auf etwa vier Prozent der Bevölkerung. Das wären dann rund 400“, sagt Schönenberg. Um diese Menschen unterbringen zu können, plant die Gemeinde nach und nach an drei Standorten Notunterkünfte für insgesamt bis zu 200 Personen in Leichtbauweise zu errichten. Favorisiert werden dabei Holzhäuser. „Schon aus dem einfachen Grund, weil die Nachfrage nach Containern momentan sehr hoch ist und damit auch der Preis“, sagte Schönenberg.

Standortsuche startet in dieser Woche

Noch in dieser Woche würden die Verantwortlichen der Gemeinde damit beginnen, mögliche Standorte für Unterkünfte zu besichtigen und erste Voruntersuchungen zu unternehmen. Geplant sei es die Standorte auf alle Ortsteile – also das Zentrum, die Höhengebiete und Dahlerbrück – zu verteilen. „Bei allen Überlegungen ist und bleibt es wichtig, eine Konzentration nur auf einen Standort zu vermeiden“, so Schönenberg. Jede Unterkunft solle maximal 80 Menschen Platz bieten.

Erstbelegung zum Jahresbeginn

Mit der Errichtung der ersten Notunterkunft werde noch in diesem Jahr begonnen, um eine Belegung bereits zum Jahresbeginn 2016 realisieren zu können. „Die Aktualität zwingt uns zum Handeln. Schließlich geht es um Menschen, die wir unterbringen müssen, da sind wir uns der Verantwortung und Pflicht voll bewusst“, sagt Schönenberg. Für den Dezember kündigt der Bürgermeister eine Informationsveranstaltung an: „An diesem Abend werden die Anwohner aus erster Hand über den aktuellen Planungsstand informiert.“ Zu möglichen Standorten wollte Schönenberg am Mittwoch noch nichts Näheres sagen, verriet nur allgemein, dass zunächst verstärkt nach geeigneten gemeindlichen Flächen Ausschau gehalten werde: „Schließlich dürfen wir die Wirtschaftlichkeit nicht komplett aus den Augen verlieren.“

Nichts hält Schönenberg von einer Unterbringung in öffentlichen Gebäuden wie Sporthallen, dem teilweise leerstehenden ehemaligen Realschulgebäude oder freien Fabrikräumlichkeiten: „Um den Flüchtlingen auch weiterhin eine ausreichende Privatsphäre zu gewährleisten, ist es unerlässlich, über mobile Wohneinheiten nachzudenken.“ Oberstes Ziel bleibe es trotz der hohen Flüchtlingszahl die Menschenwürde jeder einzelnen Personen zu wahren. „Deshalb wollen wir keine Massenunterkunft schaffen“, so Schönenberg. Über die Errichtungskosten der drei Notunterkünfte, die ausschließlich von der Gemeinde finanziert werden müssen, konnte Schönenberg am Mittwoch keine Auskunft geben.

Kein Feilschen um Standorte

Bei der Suche nach den Standorten warb der Bürgermeister um Vertrauen aus der Bevölkerung, „dass wir jeweils die bestmögliche Lösung finden werden“. Sobald etwas feststehe, werde sich die Verwaltung allen Fragen – auch den kritischen – stellen. Eines machte Schönenberg gestern allerdings auch sehr deutlich: Ein Feilschen um Standorte werde es mit ihm nicht geben. „Wir werden die Entscheidung erklären, davon aber nicht mehr abrücken.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare