Häufig schneller als erlaubt

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Schalksmühle - In den Schalksmühler Ortsteilen Winkeln, Rölvede und Everinghausen halten sich die meisten Verkehrsteilnehmer nicht an das vorgeschriebene Tempo 30. Das ist das Ergebnis von Geschwindigkeitsmessungen, die die Gemeindeverwaltung in den vergangenen Monaten in allen drei Ortsteilen durchgeführt hat.

Im Durchschnitt am höchsten seien dabei die Geschwindigkeiten in Winkeln gewesen, erklärte Anja Wolf, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste der Gemeindeverwaltung, am Montag in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. 

Bei 24-Stunden-Messungen, die die Verwaltung in beiden Fahrtrichtungen im Bereich des Ortseingangs an mehreren Tagen durchführte, lag die Durchschnittsgeschwindigkeit an manchen Tagen bei knapp unter 50 km/h, obwohl maximal 30 Kilometer pro Stunde erlaubt sind. In der Spitze wurden sogar bis zu 95 km/h gemessen. 

In Rölvede und Everinghausen waren die Überschreitungen des Tempolimits geringer, hier lag der Geschwindigkeitsdurchschnitt meist bei knapp unter 40 km/h. „Wir haben hier nicht nur Anwohnerverkehr, sondern auch viele Paketdienste, die teilweise regelrecht durch den Ort fliegen“, beschrieb ein Anwohner aus Winkeln die Situation. 

Die Messungen waren auf Wunsch der Lokalpolitik durchgeführt worden, nachdem die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Schalksmühle für Winkeln eine Raserproblematik ausgemacht und in einem Antrag verkehrsberuhigende Maßnahmen gefordert hatte (wir berichteten). Auf Wunsch der anderen Fraktionen, sollte auch die Situation in Everinghausen und Rölvede, wo besonders bei Staus auf der Autobahn 45 viel Durchgangsverkehr herrscht, untersucht werden. 

Lutz Schäfer (SPD) und Andre Krause von der CDU kritisierten die Zahlen als wenig repräsentativ, weil die Messungen teilweise während der Sommerferien durchgeführt worden seien und der Durchgangsverkehr in Rölvede aufgrund einer Baustelle auf Hagener Stadtgebiet aktuell deutlich reduziert sei. 

Kontaktaufnahme mit den Anwohnern 

Bevor für Rölvede und Everinghausen über eventuelle verkehrsberuhigende Maßnahmen nachgedacht werden soll, schlug Bürgermeister Jörg Schönenberg vor, zunächst Kontakt mit den Anwohnern aufzunehmen, um auch deren Sicht der Dinge oder eventuelle Probleme berücksichtigen zu können. 

In Winkeln ist das bereits erfolgt. „Hier sind wir einen Schritt weiter“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Deshalb wurden für diesen Ortsteil am Montag auch bereits konkrete Maßnahmen verabschiedet. So sollen weitere und größere Tempo-30-Schilder aufgestellt werden und das Geschwindigkeitslimit auch großflächig auf der Straße aufgebracht werden. 

Ausschussvorsitzender Klaus Nelius (UWG) stellte zudem die Spende einer Hinweistafel –wie bereits an der Klagebach im Bereich der Grundschule Spormecke vorhanden – in Aussicht, die zunächst in Winkeln installiert werden soll. Um die Maßnahmen umzusetzen, wird die Gemeindeverwaltung Kontakt mit der Polizei und dem Straßenverkehrsamt des Märkischen Kreises als der zuständigen Anordnungsbehörde aufnehmen. Bürgermeister Jörg Schönenberg zeigte sich zuversichtlich, die gewünschten Veränderungen schnell realisieren zu können.

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