Gelassenheit trotz Tempo-30-Plänen der Verkehrsminister

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Die Grundschule Spormecke kann nur über einen großen Parkplatz angesteuert werden.

Schalksmühle - Die Verkehrsminister der Bundesländer entscheiden auf ihrer Konferenz ab Donnerstag in Worms über die Einführung eines generellen Tempo-30-Limits vor Schulen, Kindertagesstätten und Altenheimen, weil sie in diesen Zonen von einer besonderen Gefahrenlage ausgehen.

„Was den Bereich der Verkehrssicherheit vor sozialen Einrichtungen angeht, sind wir in Schalksmühle schon jetzt gut aufgestellt“, sieht Anja Wolf, Fachbereichleiterin Bürgerdienste der Gemeinde, den Ergebnissen der Konferenz gelassen entgegen.

In der Volmekommune gelte vor vielen Einrichtungen längst nur noch Tempo 30, andere seien gar nicht oder nur indirekt mit Fahrzeugen ansteuerbar. „Zuletzt haben wir im vergangenen Jahr eine verkehrsberuhigende Maßnahme vor der Awo-Tageseinrichtung ,Mittendrin’ in Stallhaus umgesetzt. Neben einer Tempo-30-Zone gibt es dort seitdem auch noch Poller, die die Geschwindigkeit der Fahrzeuge verringern sollen“, sagt Wolf. Die Kommune sei schon lange Zeit bemüht, individuelle Lösungen vor den jeweiligen Einrichtungen zu realisieren.

Vor der Primusschule müssen Autofahrer bei erlaubten 30 Stundenkilometern ebenfalls den Fuß vom Gas nehmen, zudem verhindern Bodenschwellen zu schnelles Fahren. „Die Grundschule Spormecke ist nur über einen riesigen Parkplatz erreichbar, die Kindertagesstätte Wansbeckplatz verfügt ebenfalls nur über einen Zugang vom Parkplatz aus und vor der Evangelischen Tageseinrichtung Heedfeld gibt es eine Tempo-30-Zone kombiniert mit Parkverbot“, nennt Wolf einige Beispiele.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek dürfte dies gefallen. Der SPD-Politiker geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert absolutes Halteverbot vor allen sozialen Einrichtungen. So klagten beispielsweise drei Viertel aller Grundschulen über „Probleme mit Elterntaxis vor den Schultoren“. „Diese Probleme sind uns in Schalksmühle vor allem von der Primusschule bekannt, deshalb wurde zuletzt genau zu diesem Thema ein Elternbrief verteilt. Viele Eltern würden ihre Kinder wirklich am liebsten bis in den Klassenraum fahren“, begrüßt Wolf die Initiative von Verkehrsminister Groschek. Ansonsten seien der Fachbereichleiterin aktuell keine weiteren verkehrstechnischen Probleme vor sozialen Einrichtungen in Schalksmühle bekannt. „Anderfalls wären die Verantwortlichen ja längst auf uns zugekommen“, so Wolf.

Eine der wenigen Stellen, an der sich etwas ändern würde, wenn die Beschlussvorlage der Länder für die Ministerkonferenz am Donnerstag eine Mehrheit findet, wäre der Reeswinkeler Weg. Dort gilt vor dem Seniorenpark Reeswinkel noch Tempo 50.

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