Abhängig von vielen Faktoren

Übernahme der Schulwegkosten: Fragen und Antworten

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Hat der Schulweg von Grundschülern mehr als zwei Kilometer Länge, übernimmt die Gemeinde die Fahrtkosten. Die Schüler bekommen in Schalksmühle dann ein Monatsticket.

Schalksmühle - Das Schuljahr ist wenige Wochen alt, genug Zeit für die Schüler sich neue Schulwege und Busstrecken einzuprägen. Ob die Gemeinde Schalksmühle dabei Kosten für ein Ticket übernimmt, hängt von mehreren Faktoren ab. Die wichtigsten Infos im Überblick.

Die wichtigsten Fragen werden im Folgenden beantwortet:

Wer regelt das Thema Fahrtkosten?

Die Übernahme von Fahrtkosten ist in der Schülerfahrtkostenverordnung des Landes NRW geregelt, sagt Linda Weiland, die ebenso wie ihre Kollegin Elisabeth Jäger bei der Gemeinde Schalksmühle für das Thema zuständig ist.

Wann werden Fahrtkosten übernommen?

Wann ein Schulträger die Kosten übernimmt beziehungsweise die Fahrkarte zur Verfügung stellt, hängt vom jeweiligen Jahrgang ab. Für den Primarbereich, also die Jahrgänge eins bis vier, hält der Gesetzgeber für Kinder einen Fußweg zur Schule von zwei Kilometern zumutbar.

Bis exakt zu der Grenze von 2000 Metern Fußweg für einen Grundschüler würden die Kosten nicht übernommen, ab einem Fußweg von 2001 Meter dagegen schon, erklärt Weiland. Für die Sekundarstufe I – die Jahrgänge fünf bis zehn (einschließlich der zehnten Klasse an Gymnasien) – sind 3,5 Kilometer ein zumutbarer Schulweg. Für die Sekundarstufe II – die es allerdings an der Primusschule nicht gibt – liegt die Grenze bei fünf Kilometern.

Wie wird der Schulweg gemessen?

Als Schulweg gilt der kürzeste Fußweg zwischen der Wohnungstür und dem nächstgelegenen Eingang der Schule, womit das Schulgrundstück gemeint ist. Vermessen werde der Weg mithilfe des Geodatenportals, also mit behördlichen Daten des Katasteramts.

Wie häufig gibt es Nachfragen vonseiten der Eltern?

„Eltern sehen die Frage, ob ihre Kinder zwei Kilometer laufen können, zum Teil anders“, sagt Weiland. Im Schuljahr erhalte man etwa 20 Anrufe zu der Frage, ob nicht doch ein Anspruch auf Fahrtkostenübernahme besteht, sagen Weiland und ihre Kollegin Jäger.

Gerade im Grenzbereich gebe es manchmal Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten. Es werde dann noch einmal nachgemessen oder gegebenenfalls ein klärendes Gespräch geführt.

Welche Rolle spielen Gelände und Verkehr?

Das Gelände spielt bei der Berechnung übrigens keine Rolle. „Ob es bergauf oder bergab geht, macht für den Gesetzgeber keinen Unterschied“, sagt Weiland. Da dies für hier aufgewachsene Kinder Alltag darstelle, sei das auch beim Schulweg zumutbar. Der Weg könne auch einmal schlammig sein, müsse aber verkehrstechnisch sicher und kindgerecht sein.

Laut Verordnung darf der Weg gefährlich, aber nicht besonders gefährlich sein. Zwar geht der Gesetzgeber ebenfalls davon aus, dass sich ein Kind im Straßenverkehr zurechtfindet, doch Verkehrsaufkommen und eventuell (nicht) vorhandene Querungsmöglichkeiten beeinflussen den genauen Verlauf des berechneten Schulwegs.

Wie sieht es speziell in Schalksmühle aus?

„An der Landstraße an der Spormecke könnte man keinen Grundschüler über die Straße schicken. Da führt der vorgegebene Schulweg dann über die Ampel oben in Heedfeld“, sagt Weiland und Jäger ergänzt: „Der sichere Weg kann in einem solchen Fall dann auch länger sein als der kürzeste Weg.“

Für einen sicheren Schulweg wurde im Zuge der Maßnahme an der Heedfelder Straße eine Leitplanke angebracht.

Wie groß ist der Umfang der Kostenübernahme?

Wenn ein Anspruch auf Kostenübernahme besteht, entscheidet der Schulträger über Art und Umfang der Beförderung, die übernommen wird. Dabei sei die wirtschaftlichste Möglichkeit zu wählen, wobei der öffentliche Nahverkehr grundsätzlich Vorrang vor anderen Möglichkeiten habe, erklärt Weiland.

Die Gemeinde arbeitet dabei mit der MVG zusammen und stellt, wenn ein Anspruch besteht, ein Schulwegmonatsticket zur Verfügung. Mit diesem können Schüler zur Schule und zurück nach Hause fahren. Die monatlichen Kosten für so ein Ticket liegen je nach Distanz zwischen 36 Euro (Preisstufe 0) und 70,60 Euro (Preisstufe 2M).

Wie wird das Ticket bereitgestellt?

Die Bereitstellung des Tickets läuft größtenteils automatisch. „Wir bekommen die Schülerdaten pro Jahrgang und wissen so, wie weit die Schulwege sind“, sagt Weiland. Über die Sommerferien würden dann die Tickets bei der MVG bestellt und dann in der Schule verteilt. Einige Karten würden noch nachträglich bestellt, wenn etwa jemand umgezogen ist.

Was passiert bei Umzug, Schulwechsel oder Verlust?

Wenn sich der Wohnort des Kindes oder die besuchte Schule ändert, muss das Ticket gegebenenfalls abgegeben oder geändert werden, erklärt Jäger. Änderungen müssten Eltern der Gemeinde mitteilen.

Bis ein Ticket – etwa nach einem Umzug – geändert ist, erhalten Schüler eine vorläufige Schülerfahrkarte in Form eines DIN-A4-Ausdrucks, das dann später ausgetauscht wird. So ein vorläufiges Ticket wird auch bei Verlust des Tickets ausgestellt, allerdings ist eine Verwaltungsgebühr von zehn Euro zu entrichten. Ein Austausch nach Verlust ist höchstens dreimal im Schuljahr möglich.

Wie viele Kinder erhalten ein Monatsticket?

Im vergangenen Schuljahr wurden 100 Schulwegmonatstickets für Kinder in der Gemeinschaftsgrundschule Spormecke bestellt sowie 123 für Schüler der Primarstufe der Primusschule. In der Sekundarstufe I der Primusschule waren es 131 Schulwegmonatstickets. Darüber hinaus nahmen acht Kinder die sogenannte Winterregelung in Anspruch.

Was ist die Winterregelung?

Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Gemeinde Schalksmühle für Kinder, die in Außenlagen wohnen, deren Fahrtkosten aber nicht generell übernommen werden. „Hier geht es um den Sicherheitsaspekt, denn nicht alle Fußwege sind im Winter freigeräumt und sicher“, erklärt Jäger. Bei der Winterregelung können Eltern sich die Kosten der Fahrkarten ihrer Kinder – es müssen die preisgünstigsten sein – für die Monate November bis März nachträglich erstatten lassen. Die Erstattung erfolgt ab April nach Einreichen der Belege.

Was ist ein Elternfahrticket?

Direkt zu Schuljahresbeginn – jetzt ist der Zeitraum allerdings schon vorbei – besteht außerdem die Möglichkeit im Rahmen des Programms Schüler-Mobil ein Elternfahrticket für die ersten Schultage zu bekommen, damit Eltern mit ihren Kindern den neuen Schulweg inklusive eventueller Umstiege einstudieren können.

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