Gelungene Premiere der Theaterwerkstatt im PZ Löh

Ein feingestricktes Intrigennetz: Argan bemerkt nichts von den Techteleien seiner Gattin Béline und des Notars.

SCHALKSMÜHLE – Das Spiel mit dem Tod kann lustig und unterhaltsam sein. Davon konnten sich am Samstagabend auch die zahlreich erschienenen Zuschauer im PZ Löh überzeugen. Die Theaterwerkstatt brachte Molières „Der eingebildete Kranke“ auf die Bühne – eine Komödie, die den Darstellern viel abverlangte.

Nicht nur unglaubliche Textmassen mussten die Laienschauspieler bewältigen, auch die Gesangseinlagen wollten gemeistert werden. Dies schafften die Mitglieder der Theaterwerkstatt jedoch von der ersten Minute an mit Bravour.

Die Handlung des französischen Klassikers dreht sich um Hypochondrie und ihre absurden Auswüchse. Argan (Uwe Baumann) bildet sich ein, schwer krank zu sein – ein Umstand, den Argans Arzt, Doktor Purgon (Rainer Gundlach), geschickt für sich und die Fülle seines Geldbeutels zu nutzen weiß. Er verschreibt seinem wehleidigen und tyrannischen Patienten eine unsinnige aber teure Behandlung nach der anderen, die Argan mit Inbrunst hinnimmt. So rät der Leibarzt Argan, das Schlafgemach pro Tag zwölfmal zu durchqueren – nur weiß der Patient nicht mehr, ob der Länge oder der Breite nach. Diese und andere Fragen seine Gesundheit oder besser Krankheit betreffend und seine alles andere als fügsame Tochter Angélique bereiten Argan Qualen und schlimmste Pein. Diese lässt er vorzugsweise an seiner Dienerin Toinette (Simone Thewes) aus, die sich von ihrem Herren auch einmal mit dem Stock durch das Gemach jagen lassen muss. Ähnlich ergeht es seiner jüngsten Tochter Louisan (Leonie Thewes).

Die Schwachheiten des Gatten ausnutzend spinnt Argans Frau Béline (Marianne Gies) ihr ganz eigenes Intrigennetz. Im Verbund mit ihrem Notar und Geliebten (Felicitas von Biedersee) betrügt und belügt sie den Gatten nach Strich und Faden. Dieser bemerkt jedoch nichts, hält seine Frau für die treueste und beste Ehefrau von allen. Zu sehr ist Argan mit der nächsten Darmspülung und der anstehenden Heirat seiner Tochter Angélique mit Thoma, dem Sohn des Arztes Diafoirus, beschäftigt.

Angélique soll – wie könnte es bei dem angeschlagenen Gesundheitszustandes ihres Vaters anders sein – einen Medicus heiraten. Doch hat Angélique ihr Herz bereits anderweitig hergeschenkt. Ihr Erwählter Cléante (Hendrik vom Heede) findet in den Augen des Vaters natürlich keinen Gefallen.

Irrungen, Wirrungen, derbe Scherze über Darm- und Gallenprobleme – die Zuschauer im PZ Löh hatten viel zu lachen. Und trotz einiger Texthänger, die Souffleuse Beate Leyendecker gekonnt zu kaschieren wusste, zeigten die Darsteller von der ersten Minute an, dass sie sich mit der Wahl des Stückes nicht überhoben hatten. Präsenz zeigten sie alle in jeder Minute – die Spielfreude war ihnen anzusehen, was die Zuschauer mit viel Applaus quittierten.

Interessierte können am Samstag, 20. November, 18 Uhr, eine weitere Vorstellung der Komödie „Der eingebildete Kranke“ im PZ Löh besuchen.

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