Mann zündet vor den Beamten einen Joint an

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Dahlerbrück - Zu viel für die Nerven eines stark alkoholisierten Lüdenscheiders war die Begegnung mit der Polizei: Am Bahnhof Dahlerbrück erklärte er den staunenden Beamten, dass er sich erstmal einen Joint rauchen müsse.

Genuss- und Lebensmittel können im Sauerland bekanntlich mit einem reflexiven Tätigkeitswort aus dem Wortfeld des Verschlingens verbunden werden. 

Die Polizisten waren ihrerseits ausgerückt, weil ihnen eine hilflose Person im Bereich des Bahnhofs gemeldet worden war. Sie waren eigentlich nicht gekommen, um den 39-Jährigen zu durchsuchen. Nun waren sie plötzlich mit dem Inhalt eines Döschens konfrontiert, das 0,8 Gramm eines Tabak-Marihuana Gemischs enthielt, wie ein Drogen-Vortest zeigte. Der Befund sei recht eindeutig gewesen, erinnerte sich die von dem Vorfall berichtende Beamtin.

Umso überraschender war die Auskunft des Angeklagten, dass die inkriminierte selbstgedrehte Zigarette keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben habe: „Da war gar kein Marihuana drin.“

In seinem letzten Wort schien er die Fakten allerdings zu respektieren und so entwarf er ein anderes Szenario, um der drohenden Verurteilung zu entgehen: „Vielleicht bin ich ja gar nicht schuldfähig.“

Richter Thomas Kabus wies diese Vermutung jedoch entschieden zurück: „Wenn jemand noch in der Lage ist, mit der Polizei vernünftig zu kommunizieren, ist er auch schuldfähig.“ Es mochte an den Vorstrafen und „Jugendsünden“ des Angeklagten aus der Bergstadt liegen, dass er die mitgeführte Minimalmenge Marihuana mit einer Geldstrafe von 1500 Euro büßen soll. Der Richter folgte damit dem Antrag der Amtsanwältin, die eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 25 Euro beantragte.

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