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Geldautomat-Sprengung: Vorfall an weiterem Sparkassen-Standort im MK

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Von: Bettina Görlitzer, Sarah Reichelt, Markus Klümper

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Der betroffene Bereich der Sparkasse bleibt abgesperrt.
Der betroffene Bereich der Sparkasse bleibt abgesperrt. © Cornelius Popovici

In der Nacht zu Mittwoch wurde in Heedfeld ein Geldautomat in einem SB-Center gesprengt. Der Schaden ist immens. Auch in Lüdenscheid versuchten es unbekannte Täter an einem Standort der Sparkasse.

Update vom 20. Januar, 16.47 Uhr: „Eine Geschäftsstelle, die einfach schlecht liegt“, so nennt Volker Schnippering, Sprecher der Sparkasse Lüdenscheid, den Standort in Heedfeld. Die Anbindung zur Autobahn sowie die Uneinsichtigkeit von der Straße aus seien Gründe dafür. In seiner rund 30-jährigen Zeit erinnert Schnippering sich an mehrere Vorfälle. Einen schweren Banküberfall gab es zum Beispiel 2012. Damals überfielen drei Täter die Filiale in Heedfeld, bedrohten die Mitarbeiter mit Schusswaffen und flüchteten. Bei dem Überfall wurden zwei Mitarbeiter verletzt.

Update vom 20. Januar, 15.16 Uhr: Bei der Landbäckerei Sommer sieht es ganz anders aus. Geschäftsführer Michael Wagner konnte am Donnerstag noch nicht sagen, wann die Filiale wieder öffnen kann. „Wir hoffen, dass es schnell geht.“ Derzeit werde aber noch geprüft, ob auch dieser Gebäudeteil möglicherweise einsturzgefährdet ist. Dabei geht es vor allem um die Wand, die die Bäckerei von der Sparkasse trennt.

Das Geschäft dürfe nicht betreten werden. Die Mitarbeiter hätten nur ganz kurz hinein gekonnt, um den Tresor leerzuräumen. Das ist nach den Einschränkungen durch die Aldi-Baustelle ein weiterer heftiger Schlag für das Team der Bäckerei und die Heedfelder Kunden. Im schlimmsten Fall muss die Filiale für eine Sanierung mehrere Wochen schließen, sagt Wagner.

Die Filiale der Landbäckerei Sommer bleibt erstmal geschlossen.
Die Filiale der Landbäckerei Sommer bleibt erstmal geschlossen. © Cornelius Popovici

Update vom 20. Januar, 14.20 Uhr: Für die Sparkasse, die auch Eigentümer des rechten Gebäudeteils ist, gilt es nun, den Schaden erst einmal zu ermitteln. Klar ist: Kurzfristig werde es dort keine SB-Stelle mehr geben, sagt Volker Schnippering. Er spricht von einem „Teilabbruch zur Sicherung des Gebäudes“. Dafür müsse ein Abbruchunternehmen gefunden werden. Zäune sperren den Bereich derzeit ab. „Der Sparkassenteil wird nicht zu retten sein“, glaubt Schnippering und meint damit den gesprengten Gebäudeteil.

Update vom 20. Januar, 14.08 Uhr: Die Sparkassen-Filiale am Wehberg ist geöffnet. Das verwunderte einige. Doch Volker Schnippering hat schnell eine Antwort: Da sich der Kiosk in der ehemaligen Geschäftsstelle der Sparkasse befinde, sei dieser nur über die eine Tür erreichbar. Die Automaten seien aber nicht nutzbar und würden noch abgeklebt. In Oberbrügge ist das bereits geschehen. Geld gibt es vor Ort ebenfalls nicht mehr.

Sparkassen-SB-Standort im Olpendahl am wehberg in Lüdenscheid
Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Mittwoch versucht, in den SB-Standort der Sparkasse am Wehberg einzubrechen. © Cedric Nougrigat

Update vom 20. Januar, 12.26 Uhr: Ob es einen Zusammenhang zwischen dem versuchten Einbruch und der Schließung der betroffenen Filiale am Mittwoch gibt, beantwortet Volker Schnippering von der Sparkasse nicht. Aber beide Filialen, Wehberg und Oberbrügge, bleiben bis auf Weiteres geschlossen.

Der Standort in Heedfeld ist mit Bauzäunen abgesperrt.

Update vom 20. Januar, 11.13 Uhr: Der Teil des Gebäudes, in dem sich die Zahnarztpraxis von Franz Josef Nadler befindet, ist durch die Sprengung nicht unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen. Dort lief der Betrieb am Donnerstag schon wieder ganz normal. „Die haben alle so viel Gas gegeben, dass wir heute schon wieder öffnen konnten“, teilte das Team am Donnerstag auf Nachfrage mit.

Update vom 20. Januar, 9.16 Uhr: Der versuchte Einbruch in den SB-Standort im Olpendahl wurde erst am Mittwochmorgen festgestellt, wie Christof Hüls, Sprecher der Polizei im MK, mitteilt.

Trümmerfeld in Heedfeld: Die Ermittlungen laufen.
Trümmerfeld in Heedfeld: Die Ermittlungen laufen. © Markus Klümper

Update vom 20. Januar, 08.36 Uhr: Unbekannte Täter haben in derselben Nacht (von Dienstag auf Mittwoch) versucht, in den SB-Standort der Sparkasse am Wehberg in Lüdenscheid einzubrechen. In eine der Filialen, die am Mittwoch nach der Sprengung vorsorglich von der Sparkasse geschlossen wurden.

Geldautomat-Sprengung: Vorfall an Sparkassen-Standort in Lüdenscheid

Die Polizei teilt das aber erst in einer Pressemitteilung am Donnerstagmorgen mit. Das sei untergangen, heißt es auf Nachfrage. Laut der Meldung haben unbekannte Täter versucht, in die Stelle der Sparkasse Im Olpendahl einzubrechen. Sie versuchten, die elektrische Schießanlage zu manipulieren, scheiterten daran aber.

Die Polizei prüft derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen des versuchten Einbruchs am Wehberg in Lüdenscheid und der Sprengung in Heedfeld gibt, sagt Christof Hüls, Pressesprecher der Polizei MK. „Ein Zusammenhang ist aufgrund der räumlichen Nähe nicht auszuschließen.“

Update vom 19. Januar, 16.08 Uhr: Bei den Einsatzkräften des THW vor Ort handelt es sich auch um Kräfte aus Halver. Noch in der Nacht war der Zugtrupp des THW Halver vor Ort zusammen mit einem Baufachberater des Ortsverbands Balve, wie Zugführer Matthias Oelke mitteilt. Am Vormittag kam die Bergungstruppe hinzu, der Zugtrupp aus Halver war weiter vor Ort.

Das THW im Einsatz.
Das THW im Einsatz. © Matthias Oelke/THW Halver

Das THW hat das gesprengte Gebäude zunächst abgestützt. Im weiteren Verlauf des Tages kam die Fachgruppe Räumen mit einem Radbagger aus Herne sowie ein Baufachberater des Ortsverbands Dortmund hinzu, teilt Oelke weiter mit. Mit dem langen Arm des Baggers konnte Schutt aus dem Gebäude herausgezogen werden. Damit unterstützte das THW die Spurensicherungsmaßnahmen. Laut Oelke wurden zahlreiche Geldscheine gefunden, der Zugführer spricht von „säckeweise Scheinen“.

Update vom 19. Januar, 15.20 Uhr: „Die Tatortaufnahme der Kriminalpolizei ist erfolgt“, teilt Lorenz Schlotmann, Polizei-Sprecher, auf Nachfrage mit. Nun geht es an die Spurenauswertung. Die Polizei ist nicht mehr vor Ort. „Das LKA hat alles freigegeben“, es wurde kein Sprengstoff gefunden.

Das Gebäude wurde an den Eigentümer übergeben. Wie es weiter geht mit dem Gebäude ist unklar. Auch zur Tatbeute kann die Polizei noch keine Angaben machen.

Update vom 19. Januar, 14.20 Uhr: „Aus Sicherheitsgründen schließen wir die SB-Standorte der Sparkasse in Oberbrügge und am Wehberg in Lüdenscheid“, sagt Volker Schnippering, Sprecher der Sparkasse Lüdenscheid. Konkrete Gründe für die Schließung dieser Standorte gebe es nicht.

Bereits seit Sommer 2020 haben die Geschäftsstellen nachts geschlossen - das betraf auch den Standort in Heedfeld. Darauf macht Schnippering aufmerksam. Auf Empfehlung des LKA hat die Sparkasse da umgesetzt. „Wir haben das Thema sehr ernst genommen.“

Sparkassen-Standort liegt in Trümmern.
Sparkassen-Standort liegt in Trümmern. © Markus Klümper

Die Sparkasse Lüdenscheid ist Teileigentümer des Gebäudes in Heedfeld. Zum Ausmaß des Schadens kann Schnippering keine Angaben machen.

Update vom 19. Januar, 12.45 Uhr: Lorenz Schlotmann, Pressesprecher der Polizei im Märkischen Kreis, bestätigt, dass das LKA keinen Sprengstoff gefunden hat. Dennoch bleiben die Mitarbeiter in Bereitschaft.

Der Statiker hat festgestellt, dass der Gebäudeteil, in dem sich die Sparkasse befindet, nicht mehr nutzbar ist. Die Abbrucharbeiten haben laut Lorenz Schlotmann bereits begonnen. Das Technische Hilfswerk (THW) und ein Abbruchunternehmen kümmern sich darum, dass zunächst alles entfernt wird, was einsturzgefährdet ist.

LKA findet keinen Sprengstoff

Update vom 19. Januar, 12.25 Uhr: Die Experten vom LKA sind inzwischen abgezogen. Vor Ort heißt es, dass sie nichts gefunden hätten. Aber es sei auch nicht hundertprozentig ausgeschlossen, dass da noch etwas sei. Das Gefahrenpotential sei gering.

Update vom 19. Januar, 12.20 Uhr: Auch die Bäckerei nebenan hat von den beiden Explosionen etwas abbekommen. Laut unseren Informationen sind Kontoauszugsdrucker durch die Sprengung durch die Wand in die angrenzende Bäckerei geflogen.

Update vom 19. Januar, 10.09 Uhr: Die Sprengstoffexperten vom Landeskriminalamt (LKA) sind mit einem großen Fahrzeug eingetroffen. Die Polizei kann derzeit nicht ausschließen, dass unter den Trümmerteilen eventuell noch etwas explodieren kann. Das gilt es nun herauszufinden.

Mehrere Kriminalbeamte und zivile Beamte sind vor Ort. Die Feuerwehr ebenfalls. Außerdem sind einige Schaulustige da.

Die Tat in Heedfeld war nicht die einzige Geldautomatensprengung in der Nacht. Gleichzeitig kam es in drei anderen Städten in NRW zu ähnlichen Vorkommnissen.

Bäckerei nebenan geschlossen

Update vom 19. Januar, 9.45 Uhr: Der Bereich ist von der Polizei abgesperrt. Die Bäckerei nebenan ist geschlossen. Ein Statiker prüft das Gebäude, in dem die Sparkasse ihren Standort hat. Seit dem 1. April 2021 ist die Filiale nur noch ein SB-Standort. Seitdem arbeiten keine Mitarbeiter mehr in Heedfeld. Zwischenzeitlich wurde die Filiale wieder mit Leben gefüllt: Während des Umbaus der Hauptfiliale im Ortskern von Schalksmühle arbeiteten die Mitarbeiter in Heedfeld. Für einige Kunden war das ein Problem.

Update vom 19. Januar, 9.18 Uhr: Um 3.03 Uhr in der Nacht wurde auch die Feuerwehr alarmiert. Seitdem sind Einsatzkräfte der Löschgruppe Hülscheid vor Ort. Sie wurden als Unterstützung für die Polizei gerufen und leuchteten die Einsatzstelle aus. Außerdem bleiben sie vorsorglich dort, da die Polizei noch nicht weiß, um welchen Sprengstoff es sich handelt. Dabei handele es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, sagt Marc Fürst, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Schalksmühle.

Geldautomat der Sparkasse im MK gesprengt - riesiger Schaden am Gebäude
Das SB-Center der Sparkasse in Heedfeld liegt in Trümmern. © Markus Klümper

Update vom 19. Januar, 9.00 Uhr: Es waren zwei Explosionen, die Anwohner in der Nacht gegen 2 Uhr aus dem Schlaf rissen. Das teilt die Polizei mit. Die Beamten gehen derzeit von vier Tätern aus. Eine Zeugin habe noch einen der mutmaßlichen Täter dabei beobachtet, wie er zu einem weißen Audi lief, der im hinteren Bereich des Parkplatzes stand. Die Zeugin beschreibt ihn als männlich, schlank und dunkel gekleidet.

Geldautomat der Sparkasse im MK gesprengt - zwei verdächtige Fahrzeuge

Der weiße Audi - die Polizei spricht von einem „neuen Kombi“ - fuhr anschließend mit hoher Geschwindigkeit vom Gelände, dann über die Heedfelder Straße Richtung Lüdenscheid. Ein weitere Pkw kam ins Spiel: Der dunkle Wagen, der an der Zufahrt zum Gelände stand, fuhr nur wenige Augenblicke später davon. In dieselbe Richtung. Eine Fahndung verlief bislang erfolglos. Ob die Täter Beute machten, ist noch nicht klar. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 02351/91990 entgegen.

Vor Ort ist es ein Trümmerfeld: „Durch die Detonationen wurde das Gebäude so massiv beschädigt, dass eine weitere Nutzung zurzeit nicht möglich ist“, teilt die Polizei mit. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts und ein Statiker sind derzeit im Einsatz. Der Statiker prüft die Stabilität des Gebäudes. In dem Gebäude befindet sich direkt nebenan die Bäckerei, außerdem ein Zahnarzt.

Erstmeldung vom 19. Januar, 8 Uhr: Schalksmühle - Die Detonation muss gewaltig gewesen sein: Das SB-Center der Sparkasse Lüdenscheid an der Alten Hülscheider Straße in Schalksmühle-Heedfeld liegt in Trümmern. In der Nacht haben Unbekannte einen Geldautomaten gesprengt.

Das Gebäude ist nach ersten Erkenntnissen einsturzgefährdet. Das Gebäude, in dem das SB-Center und eine Bäckerei untergebracht sind, steht auf dem Gelände des Aldi Marktes, der derzeit neu gebaut wird. Die Trümmer verteilten sich nach der Sprengung auf der ganzen Baustelle.

Ob und wie viel Beute gemacht wurde, ist aktuell noch nicht bekannt. Die Polizei konnte noch keine näheren Details bekannt geben. Das Landeskriminalamt wird im Laufe des Vormittags am Tatort erwartet.

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