Verhandlungen mit Besitzer

Gegner des Erotik-Clubs treffen sich: "Keine Hexenjagd"

SCHALKSMÜHLE - Mehr als 60 Gegner des Erotik-Clubs in Kuhlenhagen trafen sich am Donnerstagabend in der Gaststätte Zum Sandmann. Dort besprachen sie ein weiteres Vorgehen gegen das „Golden House“, das am Samstag eröffnet.

Eine bereits angemeldete Demonstration für Samstag sagten die Organisatoren ab. „Wir wollen das Beste aus der Situation machen und alle an einem Strang ziehen“, sagte Michael Siol, Moderator des Treffens am Donnerstagabend. Veranstalter war die Siedlergemeinschaft Waldesruh-Stallhaus und der TuS Linscheid Heedfeld. Von „soviel Rückhalt“ zeigte sich der TuS-Vorsitzende Jens Stein begeistert.

Im ehemaligen Restaurant Steinbeisser eröffnet  ein Erotik-Club.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Heide Bachmann sagte, dass der Bürgermeister Jörg Schönenberg hinter den Kulissen „gute Gespräche“ führe, um eine Betreibergesellschaft zu gründen. Diese soll dann – nach den Vorstellungen der Club-Gegner – die Immobilie kaufen und an einen Restaurantbetreiber verpachten. Allerdings sei der aktuelle Stand, dass der Erotik-Club einen dreimonatigen Pachtvertrag habe und sich daran nichts ändern lasse.

Manfred Trimpop, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Waldesruh-Stallhaus, freute sich, dass spontan eine Bürgerinitiative entstanden sei. In dem Leserbrief, den er geschrieben hat, habe es eine gewisse Schärfe gegen den Bürgermeister gegeben. „Dafür entschuldige ich mich.“ Trimpop sagte, dass er sich eine Gaststätte erhoffe, wo er und seine Siedler künftig deftige Hausmannskost essen könnten.

Von einem „Werteverlust“ sprach Jörg Weber von der Siedlergemeinschaft Linscheid. Weber, der auch Vorsitzender der heimischen CDU ist, warb für den Antrag der Christdemokraten, in dem sie forderten, Schalksmühle als Sperrbezirk auszuweisen. Michael Siol (SPD) sagte, dass es gute Chancen gebe, dieses Vorhaben durchzusetzen. Nach einigen Zwischenmeldungen von Anwohnern und Sportlern, die befürchten, dass ein „kriminelles Umfeld“ entstehen könnte – und hinter der Betreiberin „Hintermänner“ ständen, sprang Pfarrerin Doris Korte in die Bresche. „Ich bin dagegen, hier eine Hexenjagd zu veranstalten. Ich bin nicht für den Puff, aber Spielhallen sind meiner Meinung nach viel gefährlicher.“

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Korte appellierte an die Gruppe Gespräche mit und nicht über die Betreiberin zuführen. Doch die Einwände blieben ungehört. Stattdessen fiel mehrfach das Alter und die Nationalität der Betreiberin und die Frage, ob sie die wirkliche Betreiberin sei. Lutz Schäfer (SPD) sagte: „Ich würde sie sogar als Stroh-Puffmutter bezeichnen“. Schäfer erklärte, dass er nicht davon ausgehe, dass ein Sperrbezirk oder sonstiges errichtet werde. „Ich halte eine Betreibergesellschaft für das Realistischste.“

Ein Gast stellte die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer solchen Gaststätte. „Das ist ein totgeborenes, sprich ein Pleitekind.“ Er könne die Aufregung um das Bordell nicht verstehen und hoffe darauf, dass die Eröffnung planmäßig stattfinde, sagte der Mann und ging. Zurück ließ er eine aufgewühlte Gruppe. „Was müssen wir dort eigentlich ertragen? Ein Mann schleicht sich abends rein und morgens wieder raus. Ich finde Prostitution für die Frauen ganz schlimm – aber ich glaube nicht, dass Kuhlenhagen nun zum Drogenumschlagplatz wird“, sagte Doris Korte. Die Schalksmühler müssten auch nicht in Panik verfallen und den Platz nicht mehr nutzen, wenn der Club nun eröffne. „Ich werde mit meinen Konfis zum Fußballspielen nach Kuhlenhagen fahren. Warum auch nicht?“

Harry Haböck (UWG) sagte, dass 90 Prozent der Prostituierten fremdgesteuert seien und meistens Organisationen dahinter ständen. „Ob das hier auch so ist, kann ich aber nicht sagen.“ „Hier wird viel gesagt, wo gegen man ist – aber die Frage ist doch wofür man ist“, sagte Holger Spelsberg, von der gleichnamigen Firma, die im direkten Umfeld von Kuhlenhagen liegt. Er hoffe, dass der Sportplatz blühe und gedeihe. Das letzte Konzept habe aber schlicht und einfach nicht gepasst. Viele Anwesende forderten daher die Politiker auf, alles dafür zu tun, damit der Kunstrasen nach Kuhlenhagen kommt. „Dadurch könnte man alles in einem Guss betrachten“, erklärte Karl-Heinz Eckern von der Siedlergemeinschaft Linscheid.

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