Gefahrloses Spielen unmöglich

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An der Treppe und vor dem Forum der Grundschule Spormecke liegen zum Teil große Scherben von Alkoholflaschen. Im Bushäuschen zündeten Unbekannte ein Feuer an.

Spormecke - Nicht nur der Friedhof Wippekühl ist in den vergangenen Wochen immer wieder Schauplatz nächtlicher Partys (wir berichteten). Auch an der Grundschule Spormecke finden regelmäßig Treffen statt, die mit zerschlagenen Alkoholflaschen und Müll rund um die Schule enden. Für die Anwohner ein ständiges Ärgernis.

Von Alisa Kannapin

Nicht nur die Lärmbelästigung ärgert Bärbel Tiedemann-Keil, Peter Simon und Frank Schnelle, die im direkten Umfeld der Schule wohnen. Sie stört vor allem, dass Kinder auf dem Spielplatz und dem Gelände durch den Müll und die Scherben nicht mehr unbesorgt spielen können. „Ich habe selbst zwei Enkelkinder, die hier die Grundschule besuchen und die auf dem Spielplatz gefahrlos spielen möchten“, sagt Peter Simon. Der Hausmeister der Schule müsse nach dem Wochenende regelmäßig den Müll beseitigen. „Der kommt selbst am Sonntag oft und macht hier sauber.“

Nach dem langen Wochenende liegen wieder Glasscherben vor dem Forum der Grundschule und auf den Treppen herum, Plastikbecher liegen auf dem Gelände verteilt. „Und in der Bushaltestelle hat jemand ein Feuer angezündet. Das Häuschen wurde erst kürzlich unter anderem von Kindern renoviert und da sind jetzt schon Farbe abgekratzt und die Motive angemalt worden“, zählt Peter Simon auf.

Seit März finden nach Angaben der Anwohner regelmäßig vor allem am Wochenende und in den Ferien Treffen statt. Mal wird mithilfe einer tragbaren Anlage laut Rapmusik gehört, an einem anderen Abend wird zu später Stunde Fußball gespielt, wobei der Ball laut gegen die Gitter geknallt wird. „Und dabei trinken sie hochprozentigen Alkohol, wie man am nächsten Tag anhand der leeren Flaschen sehen kann. Am Donnerstag haben die sich sogar Essen hierhin liefern lassen“, sagt Peter Simon.

Am Pfingstsamstag habe das Ganze seinen Höhepunkt erreicht, als Bärbel Tiedemann-Keil von den Jugendlichen angegriffen wurde. „Ich ging hoch zur Schule, um die jungen Leute zu bitten, leiser zu sein. Daraufhin schüttete mir einer Alkohol ins Gesicht. Mir brannten die Augen danach“, berichtet Tiedemann-Keil. Zufällig fuhr Peter Simon an diesem Abend dort vorbei und griff einen der Jugendlichen auf, die nach dem Angriff flüchteten. Tiedemann-Keil schaltete die Polizei ein, das Verfahren läuft noch.

Am selben Wochenende stießen Unbekannte auch ein Hinweisschild um. „Das liegt heute noch so rum, da müsste sich auch mal jemand kümmern, dass das Schild wieder aufgestellt wird“, sagt Tiedemann-Keil.

Sie und ihre Nachbarn wünschen sich mehr Unterstützung seitens der Gemeinde. „Spricht man mit dem Ordnungsamt, sagen die, dass sich die Polizei kümmern muss. Und die Polizei sagt, dass das Ordnungsamt zuständig ist“, sagt Tiedemann-Keil. Peter Simon ergänzt, dass sie gerne eine Bürgerwehr einrichten wollen, es aber an Mitstreitern mangele.

Dass sich die Jugendlichen, die laut der Anwohner aus Heedfeld und Lüdenscheid kommen, an der Schule aufhalten, liege daran, dass den jungen Leuten langweilig sei. „Die können ja auch nirgends hin, weil es in der Gemeinde keinen Treffpunkt für sie gibt“, sagt Frank Schnelle.

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