Linscheider Straße bleibt wochenlang gesperrt

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Die Sperrung der Linscheider Straße wurde am Donnerstag nicht von allen Verkehrsteilnehmern beachtet.

Schalksmühle - Wie lange die Vollsperrung der Linscheider Straße in Höhe der Häuser mit den Nummern 14 und 16 aufrechterhalten bleiben muss, ist zurzeit völlig offen.

Der Märkische Kreis hatte die Sperrung am Mittwoch angeordnet, weil eine in diesem Bereich direkt an der Straße stehende Stützmauer einsturzgefährdet ist

Dem Eigentümer des Grundstücks stehe zunächst eine Ordnungsverfügung ins Haus, erklärt Hendrik Klein, Presssprecher des Märkischen Kreises, auf Anfrage unserer Zeitung. Inhaltlich geht es darin um die Anweisung, die Mauer abzutragen, „um die akute Gefahr zu beseitigen“. Denn für den Kreis ist klar: „Es ist Gefahr im Verzug.“ 

Nach Einschätzung der Fachleute in der Bauverwaltung des Kreises hat sich die Mauer ausgebeult, hinter der Beule befinde sich ein Hohlraum. Damit gelte das Bauwerk als einsturzgefährdet. Ein konkreter Zeitrahmen wird in der Verfügung nicht benannt. Klein spricht von einigen Wochen, das heiße in der Praxis drei bis vier. 

Im Anschluss müsse der Eigentümer, ebenfalls im Zeitraum weniger Wochen, ein Sanierungskonzept vorlegen, wie die Hangsicherung vorzunehmen sei. 

Kreis sieht Eigentümer in der Pflicht

Wie schnell das in der Praxis geht, wagt Klein allerdings nicht vorherzusagen. Gegen jede Verfügung gebe es rechtlich die Möglichkeit, juristische Schritte bis hin zur Klage einzuleiten, was das Verfahren verzögern könnte. In einem vergleichbaren Fall spricht Klein von „Jahren“, bis der Kreis zur „Ersatzvornahme“ hätte schreiten können – im Klartext: die Gefahr selbst beseitigt hätte. Doch bis dahin bleibe es bei der Sperrung. 

Die Gefahr, dass Autofahrer, Passanten oder Radfahrer zu Schaden kommen könnten, sei offensichtlich. „Die Situation war der Bauaufsicht schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt ist das Maß voll.“ Seit wann genau der Kreis von der Lage an der Linscheider Straße Kenntnis hatte, konnte Klein ad hoc nicht beantworten. Der zuständige Sachbearbeiter befinde sich zurzeit noch im Urlaub.

Die Pflicht zum Handeln liege aber eindeutig beim Eigentümer der Flächen. „Eigentum verpflichtet auch“, gibt Klein zu bedenken. 

Anwohner, die an der oberen Linscheider Straße (ab Haus Nummer 17) und am Linscheider Berg wohnen, dürften sich also für längere Zeit darauf einrichten müssen, die Umleitungsstrecke über Linscheid zu nehmen. 

In den sozialen Netzwerken kritisieren einige Betroffene die Kurzfristigkeit der Maßnahme, sorgen sich um die Erreichbarkeit ihrer Grundstücke beispielsweise durch die Müllabfuhr und bemängeln, dass die Problematik der Gemeindeverwaltung schon längere Zeit bekannt gewesen sei. 

Feuerwehr und Müllentsorger seien informiert

„Mir persönlich war dieser Fall vorher nicht bekannt, auch wir als Verwaltung sind erst am Mittwoch vom Kreis über die Sperrung informiert worden“, sagte Silvia Gonzalez, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung im Fachbereich Öffentliche Ordnung. Der Müllentsorger und auch die Feuerwehr seien sofort über die Sperrung informiert worden und könnten den betroffenen Bereich ebenfalls über die Umleitungsstrecke anfahren. 

Kritisiert wurde von Gonzalez, dass sich einige Autofahrer nicht an die Sperrung hielten: „Teilweise wurde sogar die Absperrung beiseite geschoben, um den Bereich dennoch befahren zu können. Aber die Straße ist natürlich nicht ohne Grund gesperrt. Bei diesen Aktionen kann es zu Fahrzeug- oder Personenschäden kommen!“

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