Futterwiese zerstört: Landwirt erstattet Anzeige

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Wegen der schönen Aussicht bewirtschaftet Jürgen Berker diese Fläche in Heedfeld nicht, sondern um Futter für seine Rinder zu ernten. Leute, die mit ihren Autos die Fläche befahren und zerstören, verursachen aber erheblichen Schaden. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Kein Respekt vor dem Eigentum anderer; keine Vorstellung davon, wieviel Arbeit es erfordert, bis aus einem Quadratmeter Gras ein Liter Milch geworden ist; kein Unrechtbewusstsein bei Leuten, die landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Unrat verschmutzen.

Die Aufzählung ließe sich beliebig verlängern, aber Landwirt Jürgen Berker aus Everinghausen ärgert sich auch so schon genug. „Ich habe jetzt Anzeige erstattet“, sagte er am Donnerstag im Gespräch mit der Redaktion.

Auslöser war eine stark beschädigte Wiese zwischen Heedfeld und Spormecke. Dort soll eigentlich fettes Gras wachsen, dass Berker als Futter für seine 80 Milchrinder verwenden will. Die Wiese ist kreuz und quer mit Fahrzeugspuren durchzogen, das junge Gras wurde durch durchdrehende Räder herausgerissen und der Boden ist verdichtet. „Da wächst nichts mehr, wenn ich das nicht mit viel Aufwand in Ordnung bringe“, sagte der erboste Landwirt. Neues Saatgut, die Kosten für Diesel, reichlich Arbeitszeit auf der eineinhalb Hektar großen Fläche – da kommt schnell eine vierstellige Summe zustande.

Völlig unverständlich ist Berker, der zur Besichtigung des Schadens auch den Ortslandwirt Joachim Spelsberg aus Großendrescheid gebeten hat, das weitere Verhalten der Vandalen: Mitten auf der baum- und strauchlosen Fläche liegt ein gut fünf Meter langer Baumstamm mit Brandspuren: „Wieso schleppen die den dahin?“

Für Jürgen Berker bedeutet auch das zusätzliche Arbeit, denn er muss den Stamm anketten und mit dem Traktor von der Wiese ziehen. „Der kann natürlich nicht liegen belieben. Wenn man da mit dem Mähwerk hineinfährt, ist alles Schrott“.

All diese Erfahrungen kann Joachim Spelsberg bestätigen. Er hatte Flächen beim Windrad am Lüdenscheider Leisberg gepachtet, die ständig verschmutz wurden. „Getränkedosen und kleine Schnapsflaschen sind total gefährlich. Die werden kleingemäht, geraten in die Silage und die Tiere fressen dass. Und wenn man Pech hat, verendet ein Rind an so etwas. Ich habe meine Rinder dort weggeholt, das war zu gefährlich“, sagte Spelsberg. Obendrein haben sogenannte Wanderer einfach Zäune durchschnitten, wenn sie ihnen bei ihrer querfeldein-Tour im Wege waren. Spelsberg: „Die schreckten auch vor drei Reihen Stacheldraht nicht zurück.“

Verblüfft sind die beiden Landwirte über die Dreistigkeit der Leute. Berker: „Wenn ich Hundebesitzer anspreche und sie bitte, nicht über meine Wiese zu gehen, bekomme ich die Antwort: Wieso nicht, ist doch kein Zaum drum. Dass der Hundekot über das Viehfutter in die menschliche Nahrungskette gelangt, ist denen egal. Die sagen mir: Mein Hund ist doch entwurmt“.

Jüngstes Ärgernis für die Bauern sind Golfbälle, die Crossgolfer im Gelände verlieren und natürlich nicht suchen. Auch die gelangen am Stück oder vom Mähwerk zerteilt ins Futter und in Rindermägen. Dann muss vielleicht eine wertvolle Milchkuh getötet werden oder das Tier verendet qualvoll. ▪ bomi

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