Fun-Orchester bringt Schwung in die Musikschule

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Ein gelungener Auftritt.

Schalksmühle - Nicht nur musikalisch hatte Benjamin Degen am Sonntag alles im Griff. Schwungvoll und präzise dirigierte der neue Leiter das Konzert des Fun-Orchesters und führte nebenbei auch die Zuhörer locker durch den Vormittag.

Nach ihrem Debut bei der Sportlerehrung im vergangenen Jahr gab die Band ihren ersten Auftritt in der Aula der Musikschule. „Das ist ein Stück, bei dem die Saxophone richtig arbeiten müssen“, scherzte Degen, als er mit dem Titel „That’s all“ das Ende des zweiten Sets ankündigte. „Sobald ganz viele schwarze Noten da stehen, kriegen Musiker immer Angst – das ist zu schnell.“ Doch die Saxophonisten und die übrigen Musiker zeigten sich von seiner augenzwinkernden Anmoderation unbeeindruckt und spielten auch die temporeicheren Läufe ebenso souverän wie den Rest des Konzertes.

Schon zu Beginn des ersten Sets zeigten die Solisten Niklas Scholz (Saxophon), Niklas Müller (Posaune), Emanuel Dähn (Trompete) und Przemek Tracz (Klavier), welchen Anspruch sich das Fun-Orchester vorgenommen hatte. Bariton-Saxophonistin Sabine Schmelzer begeisterte im Stück „Bari Bari Good“ als Solistin.

Mit Duke Ellingtons „Caravan“ und Henri Mancinis „Moon River“ standen auch einige bekanntere Swing-Stücke auf dem Programm. Letzteres spielte das Fun-Orchester nicht in der oft gehörten Balladen-Version, sondern schlugen ein schnelleres Tempo an. „Das ist harte Arbeit für die Band: Viele, viele Tonartwechsel“, erklärte Benjamin Degen. „Sie haben das aber fantastisch gemacht.“

Diesem Urteil schloss sich auch das Publikum an, das die Musiker schon mit großem Applaus in die Pause verabschiedete. Nach einer Stärkung am Stand des Fördervereins der Musikschule begrüßte der Dirigent die Zuhörer mit einer Reiseempfehlung. „Wenn Sie mal in New York sind, müssen Sie unbedingt in den Village Vanguard Club“, legte er ihnen ans Herz. Dort trete jeden Montag das Vanguard Jazz Orchestra auf, das der berühmte Thad Jones mitgegründet habe. Mit dessen Stück „Big Dipper“ eröffnete das Fun-Orchester das zweite Set.

Dass es auch ruhiger geht, bewiesen die Musiker mit der Ballade „A nightingale sang“ und dem Swing-Stück „That warm feeling“. Mit einem Ausflug in die Soul-Musik der 70er- und 80er-Jahre schloss das Fun-Orchester sein Konzert. Für die Titel-Melodie des Films „Shaft“ holten die Bläser noch einmal alles aus ihren Instrumenten heraus und Schlagzeuger Edgar Pohl zog mit einem fulminanten Solo die Aufmerksamkeit auf die hintere Reihe der Musiker.

Die Zuhörer ließen sich mitreißen und erhoben sich zu stehenden Ovationen von ihren Plätzen in der Aula. - Constanze Raidt

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