Der Zustand der Glörtalsperre

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Nicht nur das Wasser, auch das Ufergelände steht im Fokus der Verantwortlichen.

Schalksmühle/Breckerfeld - Zukunftsweisend, attraktiver, Naherholung – diese Stichworte sind der Freizeitgesellschaft Glörtalsperre in diesem und im nächsten Jahr besonders wichtig. Zahlreiche Maßnahmen wurden oder werden initiiert, um die grundsätzliche Situation zu verbessern.

Diese Anstrengungen möchte der Märkische Kreis im Rahmen des aktuellen Termins des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr am 30. August vorstellen. Der Geschäftsführer der Gesellschaft, Hans-Ulrich Wehmann, wird als Gast im Ausschuss zugegen sein, um einen allgemeinen Überblick über die Lage zu vermitteln.

Wie ist die Ausgangslage an der Glörtalsperre?

Der Kreis ist seit 2002 mit einem Anteil von acht Prozent Gesellschafter der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH (FSG). Weitere Gesellschafter sind der RVR (51 Prozent), der Ennepe-Ruhr-Kreis (25 Prozent), die Stadt Hagen (8 Prozent), die Stadt Breckerfeld (4 Prozent), die Gemeinde Schalksmühle (3 Prozent) und die Stadt Halver (1 Prozent). Mit der Errichtung bezwecke die Gesellschaft die Förderung des Sports und der Erholung, heißt es in der entsprechenden Vorlage. Die Glörtalsperre erfreue sich bei allen Besuchergruppen großer Beliebtheit. Der Freizeitschwerpunkt umfasst neben den umliegenden Flächen inklusive des Stausees auch die Staumauer. Diese wurde vor Gesellschaftsgründung vollständig saniert. Es besteht die Verpflichtung der Instandhaltung der Staumauer – so wie es derzeit auch geschieht. Finanziert wird die Gesellschaft durch eigene Einnahmen in Höhe von rund 100 000 Euro sowie durch Betriebskostenzuschüsse der Gesellschafter in Höhe von insgesamt rund 125 000 Euro. Der Betriebskostenzuschuss des Kreises beträgt pro Jahr rund 10 000 Euro. Die Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren jährlich eine Rücklage von 20 000 Euro und eine Kapitalrücklage von rund 501 700 Euro gebildet.

Was passiert derzeit an der Talsperre?

Die FSG ist im vergangenen Jahr aufgefordert worden, die Talsperre einer vertieften Prüfung zu unterziehen. Die bislang weitgehend erfolgten Kontrollen des baulichen Zustandes des Mauerkörpers haben ergeben, dass sich die Mauer in einem guten baulichen Zustand befindet. Die beweglichen und elektronischen Bestandteile unterliegen jedoch naturgemäß erhöhtem Verschleiß und sind zu sanieren oder auszutauschen. Insgesamt besteht für die Maßnahmen in den Jahren 2018 und 2019 ein Finanzierungsbedarf von insgesamtrund 852 100 Euro.

Was ist Glör 365?

Bereits seit einigen Jahren arbeitet die Geschäftsführung der Gesellschaft an einem Entwicklungskonzept zur Aufwertung des Freizeitschwerpunktes Glörtalsperre. Ziel des Projekts „Glör 365“ ist eine maßvolle und schonende Attraktivierung und gezielte Qualitätssteigerung, um die Talsperre und umliegende Landschaftsräume stärker als bisher zu einem Ausflugsziel über den gesamten Jahreslauf zu entwickeln. Die im Konzept "Glör 365" beschriebenen Maßnahmen zur notwendigen Attraktivierung sowie weitere Ansatzpunkte zum Ausbau des Angebotes im Bereich des Freizeitschwerpunktes Glörtalsperre sollen nunmehr sukzessive umgesetzt werden. Dabei sollen auch Fördermittel aus den Programmen Leader und Vital.NRW eingesetzt werden. Die Bereitschaft zur Bereitstellung der Mittel aus den Anliegerkommunen liegt vor, unter anderem ist das Regionalmanagement „Oben an der Volme“ involviert.

Was mit der Uferanlage des Gewässers passiert?

Eine erste Maßnahme (Kiesschüttung) soll kurzfristig aus Eigenmitteln realisiert werden, da die Durchführung nur während des „Abstaus“ der Talsperre erfolgen kann. Als Maximalrahmen für die Maßnahme werden 100 000 Euro eingeplant. Die folgenden Maßnahmen (Ufergestaltung oberhalb der Wasserlinie, Liegebereiche, Sandinseln, Verbesserung/Aufwertung der Grasflächen, Gestaltung im Umfeld des DLRG-Gebäudes, Gestaltung des Zugangs-, Aufenthalts- und Aktivbereichs, Attraktivierung des Rundwegs und Gestaltung des Zugangs-, Aufenthalts- und Aktivbereichs) sollen mit Fördermitteln realisiert werden. Das geschätzte Volumen beläuft sich auf rund 250 000 Euro, der Eigenanteil der Gesellschaft beliefe sich bei einer genehmigten Förderung auf maximal 100 000 Euro. Insgesamt summieren sich die Maßnahmen auf einen Anteil der Gesellschafter von rund 200 000 Euro, von denen die Mittel für die Maßnahmen unterhalb der Wasserlinie im Jahr 2018 und der Rest im Jahr 2019 bereitgestellt werden müssten.

Was geschieht mit der Zufahrt zur Glörtalsperre?

Die Zufahrtsstraße von der K10 zur Glörtalsperre ist eine Gemeindestraße der Stadt Breckerfeld und dringend sanierungsbedürftig. Im Jahr 2013 wurde ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet, das auch eine Sanierung der K10 beinhaltet hätte. Im Rahmen dieses Verfahrens wäre auch ein Eigenanteil der FSP Glörtalsperre erforderlich gewesen, der von den Gesellschaftern bereitgestellt wurde. Das Verfahren ist nach einer Klage gescheitert. Die Mittel aus den Eigenanteilen sind noch vorhanden. Die Gesellschaft hat daraufhin ermittelt, dass für eine Sanierung der Zufahrtsstraße mit der Maßgabe einer maßvollen Ertüchtigung (unter anderem Schaffung eines Fußgängerwegs, Schaffung der Möglichkeit des Begegnungsverkehrs) mit Kosten in Höhe von rund 673 000 Euro zu rechnen ist. Träger der Straßenbaulast und damit maßgeblich finanzierungsverantwortlich ist die Stadt Breckerfeld. Diese ist bereit, eine Summe von 202 000 Euro aufzubringen. Somit verbleibt eine Lücke von rund 226 000 Euro, die von den Gesellschaftern im Jahr 2019 bereitgestellt wird.

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