Frauentreff beginnt Jahr zum Thema „Heimat“

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Irmtraud Quenzel und Enid Lal (hintere Reihe von rechts) leiten den Frauentreff.

Schalksmühle - „Heimat ist ein Land, Landesteil oder Ort, in dem man geboren und aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt“, sagt der Duden. Der Brockhaus nennt Heimat den Ort, „wo die frühen Sozialisationserlebnisse stattfinden, die weithin Identität, Charakter, Mentalität, Einstellungen und schließlich auch Weltauffassungen prägen.“

Der eine macht Heimat an Menschen fest. Der andere sieht die Musik, die Kunst oder die Gemeinde als seine Heimat an. Von der Jahreslosung „Nehmet einander an wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ zum Thema „Heimat“, das 2015 im Mittelpunkt des Jahresprogramms steht, bauten die Teilnehmerinnen des „Frauentreffs Kreuzkirche“ am Dienstagabend eine tragfähige Brücke.

Die Jahreslosung, ein Wort des Paulus aus dem Römerbrief, legte Pfarrer Torsten Beckmann den Frauen aus. Es sei eine menschliche Urangst, von anderen abgelehnt zu werden, betonte er. Gegenseitige Annahme sei die Voraussetzung für echte, gute Gemeinschaft. „Gute Gemeinschaft ist ein Geschenk.“ Auf den Kontext der Bibelstelle – gegensätzliche Meinungen über den richtigen Lebensstil innerhalb der jungen christlichen Gemeinde in Rom – ging der Pfarrer ein. „Es gab Konflikte und Gruppierungen, die untereinander Groll hegten.“ Paulus sei es wichtig gewesen, dass sich die unterschiedlichen Gruppierungen nicht gegenseitig zerfleischen. Seine Argumente im Römerbrief: „Ihr seid nicht besser als andere. Jeder hat die Annahme Gottes nötig. Orientiert euch an Jesus und seinen Maßstäben. Das zählt.“

Auch heute gelte: Gutes Miteinander versteht sich nicht von selbst, es geht nicht ohne Toleranz, so der Pfarrer. „Optimal wäre, wenn wir den anderen in seinem Anderssein als Bereicherung sehen.“ Vor diesem Hintergrund könne die Jahreslosung zum Begleiter für ein ganzes Leben werden. Bilder zur Jahreslosung wie der „Flickenteppich“ der Künstlerin Stefanie Bahlinger ergänzten seine Ausführungen. Graphiken mit markanten Sätzen wie „Fordere heraus, damit andere über dich hinauswachsen“ oder „Suche zuerst bei dir selbst, denn für dich bist du verantwortlich“ gab er der Runde zu bedenken.

Über das Annehmen und Angenommensein fand Irmtraud Quenzel, die den Frauentreff gemeinsam mit Enid Lal leitet, den Weg zum Heimatthema, das die Frauen in den kommenden Monaten beschäftigt. „Ein schwieriges Thema“, gab sie zu. Was Heimat ist, ob das Zuhause mit Heimat gleichzusetzen ist, ein Mensch zwei Heimaten haben kann und dergleichen mehr suchten die Frauen im regen Austausch zu ergründen. „Der Begriff ist sehr vielschichtig“, so Quenzel. „Zuhause hat viel mit Heimat zu tun, aber trotzdem sind es zwei Dinge.“ Von Vertrautheit, dem Gefühl des sich Wohlfühlens, Familie, Kindern und guten Beziehungen im Umfeld, geistlicher Heimat mit Gleichgesinnten und der ewigen Heimat bei Gott war die Rede. Am Dienstag, 10. März, beleuchtet Annette Reuß das Thema im Frauentreff. „Deutschland, gefühlte Heimat…“ heißt es dann. - Von Monika Salzmann

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