Offene, lebendige Gemeinschaft

„Ohne die Frauenhilfe wäre mein Leben leer“

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Als Gesprächspartnerinnen gaben Ruth Becker, Marianne Warninghoff, Karin De Simone, Käte Rachui und Heidrun Wilmsmann (von links) Auskunft über die Arbeit der Frauenhilfe Schalksmühle.

Schalksmühle -  Zusammen mit Lieselotte Heute und Erika Brudereck gehört Ruth Becker, von der der obige Ausspruch stammt, zu den Urgesteinen der evangelischen Frauenhilfe Schalksmühle-Dahlerbrück.

Besonders das Café Erlöserkirche, das sie seit vielen Jahren mit anderen Ehrenamtlichen betreut, liegt der Schalksmühlerin am Herzen. Großes Aufheben um ihr Engagement macht sie nicht – wie keine der ehrenamtlich engagierten Frauen. Selbstverständlich und mit großer Freude verrichten die Schalksmühlerinnen ihren treuen Dienst.

Wie für Ruth Becker ist die örtliche Frauenhilfe vielen Frauen in den mehr als 100 Jahren ihres Bestehens ein Stück Heimat geworden. Gleiches gilt für die Frauenhilfe in Hülscheid-Heedfeld, die noch ein wenig älter als ihr Schwesternverein ist.

Warum die Frauenhilfe für sie ein unentbehrlicher Teil des Gemeindelebens ist, verrieten Marianne Warninghoff (1. Vorsitzende), Ruth Becker, Karin De Simone, Heidrun Wilmsmann und Käte Rachui stellvertretend für viele, die sich ehrenamtlich einsetzen und engagieren, im Gespräch. Das Leitwort der Frauenhilfe: „Das will ich mir schreiben in Herz und Sinn, dass ich nicht allein auf Erden bin, dass ich die Liebe, von der ich leb, liebend an andere weitergeb“, hat für alle einen großen Stellenwert.

Die Aufgaben haben sich gewandelt

Obwohl sich die Aufgaben der Frauenhilfe gewandelt haben, wäre die Gemeindearbeit ärmer, wenn es die Frauenhilfe mit ihren Kreisen und Gruppen nicht gäbe, sind die Schalksmühlerinnen überzeugt. „Früher hat die Frauenhilfe den Armen, Kinderreichen und Kriegsgefangenen geholfen“, berichten die Frauen. „Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Diese Hilfe wird heute nicht mehr in dieser Form benötigt.“ Das aktive Engagement der Frauen bezieht sich vielmehr auf die Organisation und Durchführung von regelmäßigen monatlichen Angeboten und – soweit möglich – Geburtstags- und Krankenbesuche.

Beim Frauenhilfenachmittag im Juni stand Stuhlgymnastik mit Bärbel Bangert auf dem Programm. Die Frauen lassen sich immer neue Themen für ihre Treffen einfallen.

Die 16 Bezirksfrauen sind wichtige Bindeglieder zwischen Pfarrer und Gemeinde. Oft erfährt der Pfarrer durch die Frauen, wer im Krankenhaus liegt und sich über einen aufmunternden Besuch freut. An früher erinnert noch der gute Brauch, den (geringen) Vereinsbeitrag persönlich einzusammeln, um den Kontakt zu pflegen. Von Überweisungen, die zeitsparender wären, wollen die Frauen nichts wissen. Der persönliche Kontakt ist wichtiger.

Sich der Sorgen anderer annehmen

Obwohl sie mittlerweile in Halver lebt, schreibt Erika Brudereck immer noch jedem Frauenhilfemitglied zum Geburtstag einen Gruß. Sich kümmern und sich der Nöte und Sorgen anderer annehmen, auf Gottes Wort hören, zusammen lachen, singen, sich austauschen und bei Veranstaltungen das Salz in der Suppe sein machen aus der Frauenhilfe eine offene, lebendige Gemeinschaft, in der jeder seinen Platz finden kann.

Unterstützung durch junge Frauen gebraucht

„Schade eigentlich, dass jüngere Frauen diesen Platz nicht so sehr nutzen“, bedauern die Frauen. Schließlich gebe es auch bei Jüngeren Bedarf nach gemeinsamen Interessen. Ältere, die nicht mehr selbst fahren können und nicht gut zu Fuß sind, werden vereinzelt abgeholt und wieder nach Hause gebracht. „Beim Abholdienst könnten wir Unterstützung gebrauchen.“

Die Frauen der evangelischen Frauenhilfe

Darüber hinaus gestaltet die Frauenhilfe jährlich den Gottesdienst am Sonntag Judika und richtet gemeinsam mit den Aktiven aus Hülscheid-Heedfeld und der katholischen Gemeinde den Weltgebetstag der Frauen aus. Nicht unerwähnt sei das soziale Engagement der Frauen. Neben dem indischen Patenkind, das die Frauenhilfe betreut, kommen der Kindernothilfe, der Tafel und anderen sozialen Einrichtungen jährlich Spenden zugute. 1230 Euro spendete die Frauenhilfe allein im Vorjahr.

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