Ute Schnöring ist eine Grüne Dame

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Die Schalksmühlerin Ute Schnöring (links) – im Bild mit ihrer Kollegin Christiane Krappe aus dem vierköpfigen Leitungsteam – gehört den Grünen Damen seit 25 Jahren an.

Schalksmühle/Lüdenscheid - „Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, wollte ich noch etwas Sinnvolles tun.“ Auf der Suche nach einem Ehrenamt, das sie ausfüllt und ihr Leben bereichert, trat Ute Schnöring vor 25 Jahren mit den Grünen Damen im Klinikum Lüdenscheid in Verbindung.

Auf die Idee, die komplexe und herausfordernde Tätigkeit einer Grünen Dame anzunehmen, brachte sie Tochter Imke, die damals als Physiotherapeutin ein Praktikum im Klinikum absolvierte. 

„Damals war noch Dr. Edith Nierhaus Leiterin der Grünen Damen“, erinnert sich die Schalksmühlerin, die mittlerweile selbst dem vierköpfigen Leitungsteam der Ehrenamtlichen, die im Klinikum kranke und hilfsbedürftige Menschen besuchen, angehört. 

„Alles Innerbetriebliche“ ist ihre Aufgabe

Gemeinsam mit Christiane Krappe, Carola Bohe und Anne Kuhstohs sorgt Ute Schnöring für einen geregelten Dienstablauf der Gruppe im Klinikgeschehen. Während Christiane Krappe als Bindeglied zwischen der Geschäftsleitung des Klinikums und dem 29-köpfigen Ehrenamtlichen-Team fungiert, kümmert sich Ute Schnöring um „alles Innerbetriebliche.“ Die Bücherei ist Carola Bohes Metier. Für ihren ehrenamtlichen Dienst hat das Klinikum den Grünen Damen ein eigenes Büro im Erdgeschoss des Hauses eingerichtet. 

Anfangs arbeitete Ute Schnöring einen Tag in der Woche als Grüne Dame. Inzwischen ist sie zweimal in der Woche – mittwochs und freitags – in ihrem Ehrenamt aktiv. Früher war sie auch mit dem Bücherwagen auf den Stationen unterwegs, um Patienten, die dies wünschen, mit Lesestoff zu versorgen. „Hauptaufgabe aber ist das Zuhören“, erzählt die Schalksmühlerin, die ein phänomenales Gedächtnis hat und sich Namen leicht merken kann. 

Da sie sehr kontaktfreudig ist und viele kennt, kommt sie meist schnell mit den Patienten ins Gespräch. Über das notwendige Einfühlungsvermögen, Verschwiegenheit und Lebenserfahrung – Grundvoraussetzung für die Tätigkeit als Grüne Dame – verfügt sie, um erkennen zu können, wo sie gebraucht wird, wo jemand Trost und Aufmunterung benötigt – oder lieber für sich sein und niemanden an sich heranlassen möchte. 

Auch ein Grüner Herr ist dabei 

„Das, was wir hören, behalten wir selbstverständlich für uns“, erklärt Ute Schnöring. Morgens und mittags helfen die Grünen Damen, die in Hellersen durch einen Grünen Herrn verstärkt werden, den Patienten beim Essensanreichen, wo es nötig ist. „Die Schwestern und mittlerweile auch die Servicekräfte weisen uns darauf hin, wo Hilfe gebraucht wird“, erzählt Ute Schnöring. 

Auch kleine Besorgungen am Kiosk und die Anmeldung von Telefon/Fernsehen übernehmen die Ehrenamtlichen – so denn gewünscht. „Wenn es erforderlich ist, helfen wir auch mit Wäsche aus. Kleidung ist immer vorhanden.“ Wochentags ist die Gruppe von 8.30 bis 12.30 Uhr vor Ort. 

Da nicht immer alle Grünen Damen zur gleichen Zeit ihren uneigennützigen Dienst zum Wohle der Patienten verrichten, sieht sich das gesamte Team nur zu besonderen Anlässen – zur Weihnachtsfeier oder zur Jahresfahrt, für die das Klinikum den Ehrenamtlichen stets einen Bus und Verzehrgeld als Dankeschön zur Verfügung stellt. In diesem Jahr ging die Fahrt ins Gasometer nach Oberhausen. 

"Es bringt Zufriedenheit"

„Es bringt Zufriedenheit und auch ein bisschen Glück, dass ich gesund bin und kranken Menschen helfen kann“, antwortet Ute Schnöring auf die Frage, ob und wie die Tätigkeit als Grüne Dame ihr Leben bereichert. „Man fährt immer dankbar nach Hause.“ 

Mit den Jahren hat sie gelernt, das Schwere, das sie am Krankenbett erlebt, nicht mit nach Hause zu nehmen. „Der Weg nach Schalksmühle hilft“, sagt sie. In den ersten Jahren hatte sie Probleme, das Erlebte daheim abzustreifen. „Das war ein langer Lernprozess.“ 

Die große Runde morgens, bei der alles Wichtige besprochen wird, und die guten Kontakte zu den Krankenhausseelsorgern tun das Ihre, mit Belastendem fertigzuwerden. Aus Halver macht übrigens Hildegard Weller bei den Grünen Damen mit. Vom Erlös des Bücherbasars, den die Ehrenamtlichen alljährlich in der Vorweihnachtszeit veranstalten, werden neue Bücher für die Bücherei angeschafft. Bevorzugter Lesestoff der Patienten sind Krimis und Romane.

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