Medizinische Versorgung

Ärztemangel in Schalksmühle? Eine Praxis schließt bald

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Eine Arztpraxis in Schalksmühle schließt voraussichtlich noch in diesem Jahr.

Die Gesundheitsversorgung bleibt weiterhin ein großes Thema in der Gemeinde. Da sich die Gerüchte um eine Schließung der Arztpraxis von Michael Maicher an der Hälverstraße hartnäckig halten, machen sich viele Patienten Sorgen, dass sie ohne einen Hausarzt da stehen.

Schalksmühle – Die Meinungen, ob Schalksmühle ein Problem im Versorgungsnetz hat, gehen stark auseinander. Während sich viele Bürger öffentlich über einen Mangel an Hausärzten beklagen, schätzen andere Stellen die Situation weniger dramatisch ein. Bürgermeister Jörg Schönenberg etwa sieht generell keine großen Schwierigkeiten diesbezüglich in der Gemeinde. Man habe bereits in der Vergangenheit gehandelt und das Thema früh aufgegriffen. Man hatte sogar den Rat eines externen Fachmanns eingeholt. So habe man mit den Medizinern und dem Gesundheitsamt etwa in den Praxen Lehmkühler, Lüsebrink und Altun positive Veränderungen in Sachen Verstärkung und Nachfolge erreicht.

Ein aktuelles Problem sieht der Bürgermeister im Ortskern. Als Vermittler habe er Kontakt zu Michael Maicher aufgenommen. Einen direkten Zugang habe er aber nicht. Auch der Verwaltungschef habe das Gerücht um eine Schließung der Praxis zum 31. Oktober dieses Jahres gehört. Offiziell bestätigen kann er es aber nicht. „Die Situation an der Hälverstraße haben wir ernsthaft auf dem Schirm.“ Man sei bereits hinter den Kulissen aktiv gewesen. „Wir haben überall Kontakte und haben unsere Fühler ausgestreckt.“ Es liege aber an dem Mediziner, ob diese Arbeit fruchtet. „Wenn er wirklich gehen sollte, dann müssen wir Ersatz finden. Wir werden dazu mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) das Gespräch suchen.“

Schild an der Praxis: „Bis auf Weiteres geschlossen“

Trotz mehrfacher Anfrage unserer Zeitung hat sich Michael Maicher, der rund 2000 Patienten übernommen hat, nicht geäußert. Auch die KV wollte aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben. Seit Anfang der Woche weist ein Schild am Briefkasten darauf hin, dass die Praxis „bis auf Weiteres geschlossen“ ist.

Mehrere Patienten berichteten bereits im Vorfeld, dass ihnen teilweise unaufgefordert ihre Akten ausgehändigt worden wären. Sie befürchten, dass sie nach einer Schließung ohne Hausarzt da stehen würden, da die anderen Fachärzte keine neuen Patienten aufnehmen würden. Anrufe unserer Zeitung in den vier verbleibenden Hausarztpraxen haben aber ergeben, dass zumindest zwei noch neue Patienten aufnehmen.

Andere Praxen als Anlaufstelle

Während es bei Ursula Altun sowie Margret und Heinrich Lehmkühler derzeit einen Aufnahmestopp gibt, finden Bürger bei Katrin und Hans Lüsebrink und Peter Pychy noch eine Anlaufstelle.

In einem früheren Gespräch äußerte sich Michael Maicher bereits zu einer möglichen Praxisaufgabe. Die Situation um ihn hatte im Zuge eines „Shitstorms“ bei Facebook, wie er sagte, existenzbedrohende Ausmaße angenommen. Durch die dort geführte „Kampagne“ gegen ihn, in der ihm unter anderem Probleme beim Praxis-Managment und eine Nebentätigkeit in einer Klinik in Rothenburg an der Fulda vorgeworfen wurden, hätten sich in den vergangenen Monaten nicht nur die Folgen der Coronakrise verstärkt. Es seien auch Kandidaten, die in die Praxis miteingestiegen wären, wieder abgesprungen.

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