Spannender Fund an der Glörtalsperre

Glör: 390 Millionen Jahre alter Strand gefunden

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Dr. Rainer Deutsch (links) und Hans-Ulrich Wehmann, FSG-Geschäftsführer, begutachten die fossile Felsplatte.

Schalksmühle/Breckerfeld - Seit vielen Jahren dient die Glörtalsperre in Schalksmühle und Breckerfeld Erholungssuchende aus der Region als Wander-, Freizeit- und Badeort. Nun war das Gewässer auch Anziehungspunkt für Geologen.

Bei den Aufwertungsarbeiten im Rahmen des Projektes Glör 365, das durch die Förderprogramme Leader und Vital getragen wird, wurde ein uralter Strand entdeckt. Bereits Ende des vergangenen Jahres habe man, nachdem das Wasser der Glörtalsperre für die Sanierungsarbeiten an der Staumauer abgelassen wurde, diesen ungewöhnlichen Fund gemacht, erklärt Hans-Ulrich Wehmann, Geschäftsführer der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH (FSG). 

Dabei sei eine Felsplatte zum Vorschein gekommen, die darauf hinweist, dass es dort vor rund 390 Millionen Jahren schon einmal einen Strand gegeben hat. Die Verantwortlichen wandten sich damals sofort an die Naturwissenschaftliche Vereinigung in Lüdenscheid, um die Entdeckung qualifizieren zu können. „Es hat sich scheinbar nicht viel geändert seit damals“, wundert sich der FSG-Geschäftsführer. 

Offizielles Ergebnis der Untersuchung

Das offizielle Untersuchungsergebnis besagt, dass es sich um eine Felsplatte mit typischen Rippelmarken handelt und diese eine verfestigte und damit konservierte Sandstruktur ist, die auf den Ursprung eines küstennahen Meeresabschnittes Rückschlüsse zulässt. 

Im Rahmen der Gestaltung des Umfeldes der Talsperre soll der Fund auch für die Besucher zu sehen sein. „Die Platte ist gesichert und soll zusammen mit Informationstexten und Schaubildern ausgestellt werden“, erklärt Hans-Ulrich Wehmann. Dafür vorgesehen sei ein zentraler Platz zwischen dem oberen Parkplatz und dem Uferbereich in der Nähe der Badestelle an der DLRG-Station. 

„Im Zuge der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme, bei der das Erholungsgebiet rund um den Glörsee attraktiver gestaltet werden soll, wird dann auch die Felsplatte zum Beginn der Badesaison 2020 ausgestellt sein“, so ist die Hoffnung des Verantwortlichen.

Hintergrundinfos zur Glörtalsperre

Der Glörsee (oder Glörtalsperre) entstand zwischen 1904 und 1906 durch die Errichtung der Staumauer und dem Anstauen der Glör. Eingeweiht wurde die Glörtalsperre am 11. Juni 1906. Zwischen 2000 und 2004 wurde das Bauwerk restauriert und dient den Menschen aus der Region als Ausflugsziel. 

Gedacht war das Gewässer ursprünglich als Triebwasser der Wasserräder und zum Kühlen in der Kleineisen- und Drahtindustrie des Einzugsgebietes von Hagen über Breckerfeld bis Halver und Schalksmühle. Erst später wurde durch sie die Trinkwasserversorgung in Notsituationen und in kleinem Maße auch die Wasserregulierung der Volme und der Ruhr sichergestellt.

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