Folgen der Corona-Krise

In der Schalksmühler Gastronomie fehlt Personal

Haus Glörtal Jochen Bernsdorf Corona-Folgen
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Einige Tische im Haus Glörtal werden demnächst leer bleiben. Jochen Bernsdorf fehlt Personal. Ein Trend, der der Gastronomie bundesweit zu schaffen macht.

Nach langer Lockdown-Pause darf die heimische Gastronomie wieder Restaurants wie Biergärten aufsperren und Gäste bewirten, doch eitel Sonnenschein herrscht parallel zum Branchen-Bundestrend auch in Schalksmühle nicht. Denn: Es fehlt an Personal. 

Schalksmühle - Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich in Zeiten der Krise umorientiert – und Ersatz zu finden, stellt sich als schwierig heraus. Das vergangene Wochenende war ein Paradebeispiel dafür, wie die heimischen Betriebe zum Teil an ihre Grenzen stoßen. Jochen Bernsdorf, Pächter im Haus Glörtal an der Glörtalsperre, ist ein Mann der offenen wie ehrlichen Kommunikation. Deshalb geht der Gastronom in die Offensive. „Wir sind überwältigt vom unglaublichen Zuspruch, den wir erfahren“, sagt Bernsdorf. Bei gutem Wetter ohnehin, aber auch an verregneten Tagen innerhalb der Woche sei das Haus Glörtal nahezu ausgebucht.

Aber: „Der Personalengpass in der Gastronomie- und Hotellerie-Branche trifft auch uns.“ Zur Zeit ist Bernsdorf händeringend auf der Suche nach Personal. Zwei Vollzeitkräfte und eine Teilzeitstelle sind zu besetzen, möglichst mit gelernten Restaurantfachkräften. Solange diese Stellen vakant sind, muss Bernsdorf reagieren, um seinen Qualitätsanspruch aufrechtzuerhalten. „Leider müssen wir die Kapazität der Sonnenterrasse und des Restaurants vorerst begrenzen“, so Bernsdorf, dessen Team pro Zeitperiode (Mittagstisch, Kaffeetisch, Abendtisch) ab sofort weniger Reservierungen annehmen wird. Bernsdorf: „Ein voll besetztes Haus soll das Ziel sein, aber nicht auf Kosten der Qualität des Services und der Speisen.“

Haus Glörtal nimmt weniger Reservierungen an

Durch diesen Schritt will der Gastronom gleichzeitig auch sein bestehendes Team vor permanenter Überlastung schützen. Denn: Mehr als 80 Plätze mit (zu) wenig Personal zu „bespielen“, sorgt für Fehlerquellen, die ziehen möglicherweise Reklamationen nach sich, die wiederum Abläufe durcheinanderbringen. Ein Teufelskreis. In den kommenden Tagen und Wochen wird es im Haus Glörtal also durchaus freie Tische geben, obgleich keine Reservierungen mehr angenommen werden. Für eine möglichst gut planbare Auslastung bittet Bernsdorf seine Gäste um möglichst frühzeitige telefonische oder Online-Reservierung über die Homepage seines Betriebes.

Bozena Faust, Inhaberin „Haus Zum Nöckel“, ist von der Personalknappheit in der Gastronomie ebenfalls betroffen.

Auch Bozena Faust, Inhaberin vom Haus Zum Nöckel in Rotthausen, ist mit der Problematik des Personalmangels bestens vertraut – sowohl im Service als auch in der Küche. „Viele haben sich während der Corona-Zeit neu orientiert und arbeiten jetzt in der Pflege“, sagt die erfahrene Gastronomin, die selbst eine Servicemitarbeiterin verloren und bis dato trotz umgehend geschalteter Anzeigen keinen Ersatz gefunden hat. „Ich habe zum Glück meinen Sohn und meine Schwiegertochter“, sagt Faust, die aber keinen Hehl daraus macht, dass das zurückliegende Wochenende eines mit ganz viel harter Arbeit war. „Es sind immer neue Gäste gekommen“, berichtet Faust vom Andrang in Rotthausen, „wir sind ehrlich mit allen umgegangen. Niemand wurde weggeschickt, aber wir haben gesagt, dass es deutlich länger dauern kann.“

Faust: „Ärmel hochkrempeln und arbeiten“

Dennoch gibt sich Bozena Faust, wie schon während des Lockdowns, ausgesprochen kämpferisch. „Das ist jetzt eine Phase, da müssen wir durch. Da hilft nur eins: Ärmel hochkrempeln und arbeiten.“

Einzige nicht unmittelbar betroffene Gastronomin in Schalksmühle ist Marina Kinold vom Hotel zur Post. „Das liegt aber vor allem daran, dass wir unseren Betrieb ohnehin zurückgefahren haben“, sagt Kinold mit Verweis auf die bestehenden Verkaufsabsichten. Die ohnehin angestellten Aushilfskräfte sind dem Traditionshaus auch während der Corona-Krise treu geblieben.

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