Borkenkäfer-Bestand in Schalksmühle im Sommer aufgeblüht

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Wie viele Festmeter Holz der Borkenkäfer in diesem Jahr befallen hat, ist schwierig zu beziffern. Aufgrund des guten Sommers ist der Bestand des Schädlings allerdings gewachsen.

Schalksmühle - Nach den Aufräumarbeiten, die nach Orkantief Friederike anstanden, haben die Förster in NRW ein weiteres, altbekanntes Problem. Dem Borkenkäfer hat der Sommer gut getan, deshalb breitet sich der Schädling schnell aus und befällt viele Bäume.

Auch in den Wäldern der Gemeinde sind die Tiere aktiv. „Das war ein Bomben-Sommer. Wir Menschen haben ihn genossen, die Natur hat unter ihm aber gelitten“, sagt Hubertus Bierkoch, Förster des Landesbetriebs Wald und Holz und zuständig für Schalksmühle. Aufgrund der langen Trockenheit sei der Wald empfänglich für den Käfer geworden.

„Der Borkenkäfer hat insgesamt im Jahr drei Brutphasen. Die ersten beiden haben die hohen Temperaturen gut überstanden. Deshalb haben wir es nun stark mit dem Befall am lebenden Holz zu tun“, erklärt der Förster.

Förster Hubertus Bierkoch markiert befallene Bäume, damit sie in den kommenden Tagen von einem beauftragten Unternehmen gefällt werden können.

Besonders die Waldbesucher sollten derzeit vorsichtig sein. Das im Wald liegende Holz wurde begiftet, um dem Käferbefall Herr zu werden. Sie sollten die Bäume nicht berühren. Auswirkungen auf den Verkaufspreis des Holzes habe das Gift weniger, sagt Hubertus Bierkoch.

Die Wirkdauer des Stoffes betrage acht Wochen. Das befallene Holz weise jedoch Verfärbungen auf, die als Qualitätsmängel für das sogenannte Weißholz gelten. „Diese Preisverluste haben wir als Güteabschlag in Kauf genommen“, sagt der Förster.

Die sogenannten Fraßgänge des Schädlings im Holz sind deutlich zu erkennen.

Dass er überhaupt begiften musste, sei Hubertus Bierkoch in seiner bereits 30-jährigen Tätigkeit als Förster nun zum ersten Mal passiert. Dass der Käfer Bäume befalle, komme immer mal wieder vor. Doch in diesem Jahr sei die Anzahl besonders hoch.

„Ein Pärchen bekommt bei einer Brut 100 Eier, davon werden 80 ausgebrütet. So können im Jahr Millionen neue Käfer entstehen.“ Zu erkennen sind befallene Gehölze an der sogenannten Verbraunung, also wenn die Krone noch grün, der Rest aber brau und vertrocknet ist.

Der Experte geht davon aus, dass die Borkenkäfer in diesem Jahr noch ein drittes Mal brühten werden. Das bedeutet einen erneuten Befall. Wie viel Festmeter Holz bereits angegriffen sind, dass sei schwierig, zu bestimmen, sagt der Förster. Der Bestand an Käfern kann nur an zwei bis drei, aber auch an über 20 Bäumen gleichzeitig aufblühen.

Hubertus Bierkoch hat unter der Rinde einen toten Borkenkäfer entdeckt.

Für den Markt sei die gute Brut des Borkenkäfers nicht förderlich. Durch Friederike sei er bereits so voll. Deshalb müsse man die Holzlager auch begiften.

Für die Waldbesitzer bedeutet der Befall auch etwas Gutes. Sie können den Verlust beim Verkauf des Holzes steuerlich anrechnen lassen. Wie, dass erklärt der jeweils zuständige Förster bei Nachfrage. Somit krabbelt der Schädling quasi bis in die Steuerunterlagen.

Der Borkenkäfer

  • Die Borkenkäfer (Scolytinae) gelten als Primärkonsumenten beziehungsweise als Destruenten und spielen eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf des Ökosystems Wald. Bekannt sind die Käfer in der Regel jedoch durch die starken Schäden, die einige Arten nach Massenvermehrungen als Forstschädlinge in Wäldern anrichten können. 
  • Als Wirtspflanzen dienen den Käfern überwiegend Bäume. Zur Eiablage bohren die Käfer Gänge in die Rinde oder in das Holz. Die Larven ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes in der Rinde. Da diese die Lebensader des Baumes darstellt, führt der Befall meist zum Absterben des Gehölzes.
  • In Europa gibt es etwa 154, weltweit 4000 bis 5000 Arten.

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