„Viel erzählt, aber die Taten fehlen“

SCHALKSMÜHLE ▪ Petra Bär ist sauer. Auf die Politik und die Verwaltung. „Wie mit den Kindern umgegangen wird, ist ziemlich haarsträubend“, sagte die Vorsitzende des Fördervereins der Verbundschule Schalksmühle auf Anfrage unserer Zeitung.

Während Bürgermeister Jörg Schönenberg nun mit der Schule und Bezirksregierung einen Fahrplan zum Auslauf der Verbundschule erstellen will, befürchtet Bär, dass der „Zug schon aus dem Bahnhof ist“. Nachdem klar war, dass keine Eingangsklasse mehr gebildet wird, hätte ein solcher Fahrplan erstellt werden müssen, damit die Eltern Sicherheit hätten, meinte Bär.

Ihrer Meinung nach sei in den vergangenen Jahren viel zu viel Vertrauen der Eltern leichtfertig verspielt worden. „Ich hoffe, dass eine neue Schule dieses Vertrauen wieder aufbauen kann, habe allerdings erhebliche Zweifel. Wieder ist viel zu viel Zeit ins Land gegangen, jetzt soll wieder eine neue Schule alles zum Besseren wenden.“

Kritik am

Schulträger

Damit spielt sie auf die Entscheidung an, die Haupt- und Realschule zu einer Verbundschule zu verschmelzen. Die Kritik, die der UWG-Fraktionsvorsitzende Klaus Nelius in der vergangenen Woche an der Schule übte, wies Bär entschieden zurück. Nelius hatte auf der Internetseite der Partei geschrieben: „Die Hoffnung, dass die Verbundschule als (...) neue Schulform im Ort mit neuem Schwung, getragen von Politik und Eltern, einem vorliegenden, überzeugenden und von vielen Eltern (...) durchstarten und sich etablieren würde, wurde enttäuscht. Gescheitert ist sie nicht zuletzt an inneren Reibungskräften und der mangelnden Bereitschaft, das neue Konzept ‘mit Herzblut und Engagement’ zu leben.“

Petra Bär sagte, dass der Schule kein Vorwurf zu machen sei, sie setze sich ein und mache das Beste aus der Situation. Stattdessen stellt sie sich die Frage, warum der Schulträger – also die Gemeinde – nicht aktiver an der Positionierung der Verbundschule mitgearbeitet habe? „Es hat doch immer geheißen: Wir sitzen alle in einem Boot. Wieder fehlten die Taten“, resümiert Bär.

„Wie geht es mit

Schülern weiter?“

Über Jahre hätten sich die Eltern stark gemacht – besonders als der Schulträger Auskunft geben sollte, wie es mit den damals beschulten Realschüler weitergeht, wenn die Pläne der Gemeinde für eine Gemeinschaftsschule umgesetzt würden. Petra Bär: „Heute stehen wir wieder an einer solchen Stelle. Wie geht es mit den jetzigen Schülern weiter? Wieder hat eine Abmeldungswelle eingesetzt, da man den betroffenen Eltern keine Auskunft gibt. Die Verbundschule läuft aus, das ist klar.“

Die engagierte Elternschaft habe sich zu oft vertrösten und hinhalten lassen müssen. Das koste nicht nur viel Zeit, sondern auch eine Menge Kraft. „Wir haben nicht mehr das Gefühl, dass die Kinder in Schalksmühle eine zentrale Rolle spielen. Es wird viel erzählt und versprochen, aber die Taten fehlen.“ Nun stehe die Gemeinde vor der Situation, wieder Vertrauen aufzubauen, damit es in Zukunft noch eine weiterführende Schule gebe. ▪ Matthias Clever

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