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A45-Sperrung: Strecke gesperrt - Bahn will nicht beschleunigen

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Von: Bettina Görlitzer

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Schäden an der Bahngleisen in Schalksmühle nach der Flutkatastrophe sind immer noch nicht beseitigt.
Schäden an der Bahngleisen in Schalksmühle nach der Flutkatastrophe sind immer noch nicht beseitigt. © Görlitzer, Bettina

Wer angesichts der Blechlawinen, die sich durch die Ausweichstrecken für die gesperrte A45 quälen, hofft, dass die Bahn vielleicht in absehbarer Zeit wieder eine Alternative bieten könnte, sollte nicht zu viel erwarten, zumindest nicht in den nächsten Monaten.

Schalksmühle - Während fast klammheimlich mit dem Fahrplanwechsel zum 12. Dezember der Zugverkehr der RB 52 zwischen Rummenohl und Hagen wieder aufgenommen wurde, heißt zur Verbindung zwischen Rummenohl und Brügge lediglich auf eine Anfrage der Redaktion: „Unser Ziel ist es aber, dass ab Ende 2022 auch auf dem Streckenabschnitt Rummenohl – Brügge Reisende wieder mit dem Zug fahren können. Der Termin für eine Wiederinbetriebnahme hängt jedoch maßgeblich von den Ergebnissen der Planung ab, die noch nicht abgeschlossen ist.“ Es folgt der Verweis auf den Schienenersatzverkehr – der sich allerdings zur Blechlawine auf den ohnehin überfüllten Straßen dazugesellt und somit das Gegenteil einer Entlastung ist.

Hang senkrecht weggebrochen

Die Aussage, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen seien, lassen zudem fürchten, dass Ende 2022 wohl eher ein ambitioniertes Ziel sein könnte. Denn auch, wenn die Bahn keine Details über die Schadensbilanz verlauten lässt, sprechen die Bilder, die nach der Flutkatastrophe, insbesondere in Dahlerbrück, entstanden sind, für sich. So war zum Beispiel in der Nähe der ehemaligen Firma Falkenroth oberhalb der Volme der Hang an der Kante der Gleise fast senkrecht weggebrochen. Dass es dort nicht mit einer Instandsetzung der Gleise und einer Hangsicherung getan sein dürfte, ist anzunehmen.

„Mit Antwort nicht zufrieden“

Auch der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Gordan Dudas hat auf eine Anfrage eine Antwort erhalten, mit der er „nicht zufrieden“ sei, erklärt er im Gespräch mit der Redaktion. „Die Flut war am 14. Juli.“ Natürlich habe man zuerst im Ahrtal handeln müssen, aber nach mehr als fünf Monaten, sei es an der Zeit, dass es auch im Volmetal weitergehen müsse, gerade jetzt, da sich die Situation durch die Sperrung der Autobahn verschärft habe.

Der Pendlerverkehr in Richtung Hagen und Dortmund müsse entlastet werden, so Dudas. Er habe im NRW-Verkehrsministerium um Unterstützung gebeten und erwarte, dass sich bei der Bahn die Erkenntnis durchsetze, welche Bedeutung diese Strecke, gerade jetzt, für die Region habe. Auch für das Schienennetz dürften – so wie es für die Rahmedetalbrücke zugesagt wurde – planungsrechtliche Fragen keinen Rolle spielen. „Man saniert die Gleise und macht nix Neues.“

„Wir arbeiten mit Hochdruck“

Eine Sprecherin der Bahn erklärte, dass dem Unternehmen die Situation bewusst sei. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass möglichst schnell auf der gesamten Strecke wieder Züge fahren können und so die Verkehrssituation entlastet wird.“ Die Bahnstrecke zwischen Hagen und Brügge sei allerdings bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 besonders stark zerstört worden. Was für Schäden das im Detail sind, bleibt offen. Auf der Karte mit der Übersicht der Flutschäden ist in dem Bereich von einer „umfangreichen Erneuerung von Gleisen und Weichen“ und von Hangsicherung die Rede, die notwendig seien.

Zwischen Hagen und Rummenohl hätten Fachleute und Bauteams inzwischen „umfangreiche Hang- und Böschungsarbeiten“ ausgeführt, führte die Sprecherin weiter aus. Außerdem seien Oberbau und Brücken erneuert und instandgesetzt worden. Im weiteren Verlauf ist noch nichts geschehen. Dazu teilt die Sprecherin nur mit, dass die Schäden im Streckenabschnitt bis Brügge aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Volme wesentlich komplexer seien. „Hier sind eine umfangreiche Planung und Abstimmungen mit den Behörden notwendig.“ Was das im Einzelnen bedeutet, wird, auch auf Nachfrage, nicht erklärt.

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