„Flammendes Inferno“ findet Ostersonntag nicht statt

Im vergangenen Jahr brannte das Osterfeuer „Flammendes Inferno“ im Mesekendahl nach 33 Jahren vermutlich zum letzten Mal. Veranstalter Trimpop ist das Risiko einer Absage durch die Gemeinde zu groß. - Archivfoto: Othlinghaus

Mesekendahl - Nach 33 Jahren sorgt erstmals nicht das Wetter für die Absage einer Schalksmühler Traditionsveranstaltung. Im 34. Jahr hat Karl-Friedrich Trimpop, Inhaber des Wildgeheges Mesekendahl, selbst beschlossen, an Ostersonntag kein großes Osterfeuer auf seinem Gelände zu veranstalten.

Von Alisa Kannapin

Der Entschluss, die Großveranstaltung „Flammendes Inferno“, das jedes Jahr viele Hundert Gäste ins Mesekendahl lockte, nicht auszurichten, ist Trimpop nicht leicht gefallen. „Doch das Osterfeuer ist aktuell nicht mehr sicher zu planen. Seit 2012 hat sich das Genehmigungsverfahren geändert und es wird immer schwieriger, eine Ausnahmegenehmigung von der Gemeinde für unser Feuer zu bekommen“, erklärt Trimpop.

Teilweise habe er die Genehmigung nur unter Vorbehalt der Witterung und mit zahlreichen Auflagen erhalten. „Zuletzt wurden die Genehmigungen immer erst auf Nachfrage kurz vor Ostern bestätigt, oder einmal sogar erst per Post am Ostersamstag zugestellt, obwohl ich zum Jahresbeginn mit als Erster den Antrag für ein Osterfeuer eingereicht habe. Unter diesen Umständen kann man aber keine Großveranstaltung mit mehr als 1500 Besuchern organisieren.“

Auch wenn das „Flammende Inferno“ in Schalksmühle und darüber hinaus einen Kult-Status erreicht habe, müsse er trotzdem rechtzeitig Werbung schalten. „Nur so können sich die hohen Grundkosten überhaupt erwirtschaften lassen. Doch unter diesen Umständen sehe ich keine Möglichkeit mehr, das Osterfeuer sicher und fest zu planen.“

Winfried Schindler, Leiter des Ordnungsamtes, kann den späten Zugang der Genehmigungen nicht bestätigen. „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Klimmzüge gemacht, damit Herr Trimpop das Osterfeuer so nah am Wald veranstalten kann. Die Feuerwehr hat sich auch immer stark eingebracht. Wenn Herr Trimpop jetzt aus betriebswirtschaftlicher Sicht entscheidet, dass ihm das Risiko zu groß ist, dann ist das so.“ Aus seiner Sicht habe die Verwaltung alles versucht, was einigermaßen vertretbar war. „In der Vergangenheit hat Herr Trimpop die Genehmigungen auch immer bekommen. Wenn es die Witterungsbedingungen mit Trockenheit oder starkem Wind aber nicht zulassen, sind das sachliche Gründe, warum ein Osterfeuer nicht stattfinden kann. Das trifft dann auch jeden anderen Veranstalter.“

„Wir haben immer den Willen gezeigt“

Wenn im Antrag Unstimmigkeiten auftauchen würden, warte die Verwaltung auch nicht bis kurz vor Ostern, sondern kläre Fragen im Vorfeld.

Erst im vergangenen Jahr machte Trimpop das trockene Wetter fast einen Strich durch die Rechnung. Damals plante er kurzfristig um, baute statt eines großen Feuers zwei kleine auf, um die Hitzeentwicklung und den Funkenflug zu reduzieren. Zudem wurde der Boden wie jedes Jahr in einem Umkreis von 200 Metern eine Stunde vor der Entzündung des Osterfeuers von der Löschgruppe Winkeln gewässert. Letztlich gab das Ordnungsamt grünes Licht.

„Wir haben immer den Willen gezeigt und uns auf neue Bedingungen eingestellt. Noch 2011 hat hier bei sehr trockenem Wetter eine Ortsbegehung stattgefunden, bei der das Ordnungsamt alles für gut befunden hatte. Aber wenn es jetzt jedes Jahr so einen Ärger gibt und ich keine Planungssicherheit habe, organisiert man so eine Veranstaltung, die sich bis jetzt finanziell immer gerechnet hat, auch nicht mehr mit Hingabe“, sagt Trimpop.

Sein Hauptkritikpunkt sei, dass er von den verantwortlichen Entscheidungsträgern keine zeitnahe Rückmeldung erhalte und alles vertagt werde. Unter diesen Umständen könne er sich auch für die Zukunft nicht mehr vorstellen, das „Flammende Inferno“ zu organisieren. „Das ist insbesondere für langjährige und treue Osterfeuer-Besucher sehr schade. Ich möchte mich aber bei meiner Familie und Mitarbeitern, der Löschgruppe Winkeln sowie dem DRK Schalksmühle für die langjährige Unterstützung bedanken.“

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