Gemeinde Schalksmühle will Gewerbe- und Wohnflächen streichen

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Die Gemeinde Schalksmühle möchte den Flächennutzungsplan ändern und zukünftig 15 Teilbereiche als Flächen für Wald und Landwirtschaft ausweisen.

Schalksmühle - Weniger Gewerbe- und Wohnflächen, dafür mehr Grün – im Rahmen der sogenannten Flächenbereinigung und Bedarfsanpassung möchte die Gemeinde Schalksmühle 15 Teilbereiche, die als Wohnbaufläche, gemischte Baufläche und gewerbliche/industrielle Baufläche ausgezeichnet sind, im Flächennutzungsplan ändern und diese zukünftig als Bestand für Wald und Landwirtschaft ausweisen.

Der Gemeinderat hatte über die Änderungen bereits Ende März 2017 entschieden. In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Montag wurde noch beraten und beschlossen, ob die Pläne öffentlich ausgelegt werden. Die entsprechenden Flächen befinden sich im südwestlichen und zentralen Bereich des Gemeindegebietes. Es handelt sich dabei um sechs Wohnbauflächen, zwei gemischte Bauflächen und sieben für gewerbliche Nutzung vorgesehene Flächen. 

Von diesen sind im Flächennutzungsplan bislang zwei als gewerbliche Bauflächen, eine als Gewerbegebiet sowie vier als Industriegebiet ausgewiesen, werden aber als solche nicht genutzt. Sie liegen brach und weisen ihre ursprüngliche Nutzung als landwirtschaftliche Fläche oder Fläche für Wald auf. 

Die Begründung für die Änderung: Die Ausweisungen von Flächen für Wohnbauflächen beziehungsweise gemischte Bauflächen in Schalksmühle sei zu hoch und entspreche nicht mehr der aktuellen Nachfrage und den Entwicklungszielen der Region und der Gemeinde. Deshalb werde eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig, heißt es in der entsprechenden Vorlage. 

In diesem Zusammenhang werden auch nicht oder schwierig nutzbare gewerblich genutzte Flächen aufgehoben, etwa wegen schwieriger Topografie oder Überschwemmungsgebieten. Diese Potenziale für gewerblich zu nutzende Flächen sollen entsprechend dem Bedarf an anderer und geeigneterer Stelle wieder neu ausgewiesen werden. 

Neue Flächen gesucht 

Dieser gesamte Schritt wirkt kurios, wenn die Gemeinde auf der anderen Seite, um Firmen an den Standort Schalksmühle zu binden, neue Gewerbeflächen sucht. So etwa der Bereich „Westlich Heedfeld“ (wir berichteten), wo in Zusammenarbeit mit der Stadt Lüdenscheid zwischen Lauenscheid, Heedfeld und Hulsberg ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen soll. Ziel der Änderung sei es aber lediglich, die Ausweisungen der 15 Teilgebiete an die tatsächlich real bestehende Nutzung als landwirtschaftliche Fläche oder Fläche für Wald anzupassen. Es erfolgt also keine tatsächliche Nutzungsänderung, sondern lediglich eine Anpassung der Planzeichnung an die Wirklichkeit.

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