Kalthoff ist eine der letzten Firmen mit Heimarbeitern

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Die Firma Kalthoff beschäftigt seit rund 50 Jahren Heimarbeiter, aktuell arbeiten 20 Mitarbeiter Zuhause. Jede Woche beliefert die Firma seine Mitarbeiter und holt die fertigen Teile ab. Mit kleinen Maschinen verschrauben sie Steckverbindungen.

Schalksmühle - „Es gibt fast kein Produkt, das nicht von Heimarbeitern berührt wurde“, sagt Stefan Kortwittenborg, Fertigungsleiter der Firma Kalthoff. Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt die Firma Heimarbeiter aus der Region und hat auch nicht vor, sie einzustellen, denn es gibt für das Unternehmen viele Vorteile.

Immer mehr Unternehmen legen ihre Produktion ins Ausland oder automatisieren den Prozess. Steigender Kostendruck ist nur einer der vielen Gründe für die Unternehmen, ihre Produktion zu verlegen. Aus Studien geht allerdings hervor, dass etwa die Hälfte aller Unternehmen mit Qualitätseinbußen und Produktionsausfällen zu kämpfen haben. 

Heimarbeit ist Tradition 

Bei Kalthoff sieht die Produktion noch anders aus. Momentan sind bei dem Familienunternehmen 20 Heimarbeiter aus der Region beschäftigt – der Großteil kommt aus Schalksmühle, einige aus Kierspe und Gevelsberg. „Für die Zukunft ist es nicht geplant, das Netzwerk weiter auszubauen“, sagt Geschäftsführer Gundolf Tertel. 

Bei Kalthoff haben die Heimarbeiter Tradition. Schon seit mehr als 40 Jahren weiß die Geschäftsführung, die Vorteile zu schätzen. „Wir haben durch die Heimarbeit ein sehr hohes Qualitätsniveau, sind flexibel und schnell in der Produktion und auch wirtschaftlich betrachtet passt die Beschäftigung von Heimarbeitern in unser Unternehmen“, sagt Tertel. Obwohl die Organisation für Heimarbeit nicht zu unterschätzen sei, lohne sich der Aufwand. 

Zum einen muss jeder Heimarbeiter in seinem Zuhause mit Maschinen ausgestattet und wöchentlich besucht werden, um ihn mit Material zu beliefern und die bearbeiteten Produkte abzuholen. Zum anderen sei es auch für die Lohnabteilung ein zusätzlicher Aufwand 20 Abrechnungen zu schreiben – denn bezahlt werden die Heimarbeiter nach Stückzahl.

Aber die Qualität spricht für sich. Die Heimarbeiter des Unternehmens sind mit ihren Aufgaben seit mindestens zehn Jahren vertraut und werden durch ihre langjährige und erfahrene Arbeit unerlässlich. 

Region vor Ausland

 „Manchmal weisen sie uns sogar darauf hin, wenn ihnen am Produkt etwas auffällt und übernehmen somit sogar auf ihre Weise Qualitätsprüfungen“, sagt Kortwittenborg. „Die Fehlerquote liegt bei nahezu null Prozent“, fügt er hinzu. 

Bisher produziert das Unternehmen lediglich ein Produkt im Ausland, weil die Stückzahl so hoch sei, dass sie von Heimarbeitern nicht gestemmt werden könne. Für viele Produkte sei das Ausland aber keine Alternative für das ortsansässige Unternehmen. 

In der Heimarbeit wird ein Schritt der Fertigung vorgenommen, die restlichen Stationen durchläuft das jeweilige Teil in der Firma. „Es gibt fast kein Produkt, das nicht von Heimarbeitern berührt wurde“, sagt Kortwittenborg. 

Einige von ihnen haben sich eine kleine Werkstatt eingerichtet, andere haben eine Ecke im Wohnzimmer, in der sie ihrer Arbeit dann nachgehen. Da sei jeder Heimarbeiter unterschiedlich. „Manche entwickeln sogar Ideen, wie sie noch effizienter Zuhause arbeiten können“, sagt Kortwittenborg.

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