Lebensrettender Lichtschalter

Das Allgemeine Krankenhaus Hagen verwendet als erstes Hospital in Deutschland die neue Technik.

SCHALKSMÜHLE ▪ Die Spuren der Keime sind lang – am Ende steht oft der Tod: Erreger in Krankenhäusern verbreiten sich schnell. Die Kette der Keime will Firma Jung brechen. Das Traditionsunternehmen hat zusammen mit Diehl Metall antimikrobielle Lichtschalter entwickelt, die in ihrer Machart einzigartig sind.

Hand vor den Mund ist zwar gut gemeint, aber ungesund: Viele Viren bleiben an der Hand kleben. Durch das Berühren von Handläufen, Türklinken oder Lichtschaltern werden die Viren verteilt. Auf herkömmlichen Materialien breiten sich die Viren aus und werden durch Berührung übertragen. Dabei handelt es sich nicht nur um Grippe-Erreger, sondern auch um andere Viren, Bakterien und Keime. Gerade in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Einrichtungen kann dies verheerende Auswirkungen haben. Daher hat das Unternehmen Jung zusammen mit Diehl Metall hygienisch optimierte Lichtschalter hergestellt. „Die Produkte werden aus einem Material mit einer antimikrobiellen Kupferlegierung der Marke CuTouch von Diehl Metall hergestellt“, sagt Deniz Turgut, Marketingleiter der Firma Jung. Denn: Kupfer tötet die Erreger. Nach Angaben von Diehl Metall werden die Keime in rund einer Stunde auf CuTouch-Oberflächen nahezu entfernt. Das bedeutet in der Praxis, dass zwar weiter gereinigt werden muss, die Ansteckungsgefahr allerdings deutlich minimiert wird. Das Allgemeine Krankenhaus Hagen (AKH) wird das erste Hospital in Deutschland sein, das mit dieser Variante der Lichtschalter ausgestattet wird.

Für Professor Walter Popp, Leiter der Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Essen, stellen aus antimikrobiellen Kupferlegierungen hergestellte Berührflächen eine sinnvolle Ergänzung der Hygienemaßnahmen dar. „Insbesondere vor dem Hintergrund der Ausbreitung multiresistenter Keime können antimikrobielle Legierungen ein wertvoller Beitrag im Sinne des Patientenschutzes sein“, sagt Walter Popp.

Wie alle CuTouch-Legierungen von Diehl Metall ist sie frei von Blei, Nickel und anderen unerwünschten Elementen und steht somit dem Einsatz in hygienerelevanten Bereichen offen. „Da diese Stoffe nicht vorhanden sind, ist das Risiko für Allergiker geringer“, meint Turgut.

„Die Kooperation von Albrecht Jung, FSB Franz Schneider Brakel und Diehl Metall erschließt eine Vielzahl von weiteren Anwendungen, in denen antimikrobielle Oberflächen wünschenswert sind“, sagt Deniz Turgut. Die neuen Schalter fügen sich in das bestehende Programm des Unternehmens ein. Das bedeutet, dass das Innenleben der Schalter bestehen bleibt und nur Wippen und Blenden ausgetauscht werden. Die ersten Schalter werden in Kürze eingebaut.

Wie das Beispiel von Geldmünzen, die aus antimikrobiellen Kupferlegierungen hergestellt werden, zeigt, ist die Idee der hygienisch Nutzung von Kupferwerkstoffen uralt und bis heute in der täglichen Praxis bewährt. ▪ Matthias Clever

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