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Fichten an Talsperre im MK vernichtet - Aufforstung geplant

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Von: Thilo Kortmann

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Holz Wald Glör
Hinweisschild auf Niederländisch: Derzeit führt ein Unternehmen aus dem Nachbarland Fällarbeiten an der Glör durch. © Kortmann, Thilo

In zwei Jahren sind so gut wie alle Fichten an einer Talsperre im MK verschwunden. Der Borkenkäfer hat zugeschlagen. Die Aufforstung ist in Planung.

Schalksmühle/Halver/Breckerfeld – Ein niederländisches Hinweisschild warnt vor den Baumfällarbeiten im Wald an der Glörtalsperre. Ein Scherz? Nein. Das niederländische Holzunternehmen Vipo fällt gerade die letzten Fichtenbestände an den Hängen der Glörtalsperre.

In 2020 und 2021 wurden insgesamt 6000 Festmeter Borkenkäferholz an den Hängen des Gewässers gefällt. 2020 waren es 2000 Festmeter. In diesem Jahr sind es schon 4000 Festmeter, die seit Juni an den Hängen gerodet wurden. Die niederländische Firma fällt die Fichten und transportiert diese auch ab. „Vipo fungiert als Schnittstelle zwischen Waldeigentümern und holzverarbeitender Industrie“, schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage. Der Verkauf von Rundholzen bestehe, so Vipo, aus Sortimenten für Großverbraucher wie Sägewerken oder die Spanplatten- und Papierindustrie in ganz Europa.

Verspätetes Fichtensterben

Erst seit 2020 hat es mit dem Borkenkäferbefall unmittelbar an der Glörtalsperre begonnen. „An den Hängen der Glörtalsperre hat der Borkenkäfer zwar erst später, aber auch sehr heftig und schnell zugeschlagen“, sagt Klaus Peter, Mitarbeiter des Regionalverbands Ruhr (RVR) und zuständig für den Wald an der Talsperre. Die etwas anderen Klimabedingungen durch das Gewässer sind mit ein Grund für das verspätete Einsetzen des Fichtensterbens bedingt durch den Borkenkäfer. „Das kühle Frühjahr und der nasse Sommer haben dem Borkenkäfer zwar in diesem Jahr zugesetzt, doch er hat noch von seiner Massenvermehrung in den vorigen Jahren profitiert“, erklärt der Förster.

Der Klimawandel ist an dieser Entwicklung – Borkenkäfers und Fichtensterben – hautnah mitzuerleben. Die Folgen: Längere Frostperioden bleiben aus, der Schädling überwintert im Boden. Lange Trockenperioden verhindern, dass die Fichte Harz produziert. Und eben dieses Harz bekämpft den Käfer, der sonst keine Chance hätte. Auf rund 1,5 Hektar schätzt Klaus Peter die letzten drei Fichtenbestände unter anderem oberhalb der Jugendherberge. Insgesamt 85 Hektar Wald betreut der RVR an der Glörtalsperre. Den Rest Wald, kleinere Flächen im Hinterland der Talsperre, teilen sich auf die Städte Halver, Schalksmühle und Breckerfeld auf. Dort, im Hinterland, schlug der Borkenkäfer auch schon früher zu.

Zwölf Hektar sollen insgesamt an der Glörtalsperre in den nächsten Jahren mit Mischwald wiederaufgeforstet werden. Auf manchen Flächen, erklärt Klaus Peter, werde das wohl auch durch eine Naturverjüngung geschehen. Und nicht nur der Borkenkäfer vernichtet Wald an der Glörtalsperre. Auch die zunehmenden Unwetter. Zuletzt hat auch das Sturmtief Ignatz einige Schäden in den Wäldern rund um die Glörtalsperre angerichtet. Diesmal waren auch Laubbäume betroffen.

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