Mahnende Worte zum Tag der Deutschen Einheit

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Zahlreiche Bürger nahmen im Rathaus am Festakt zum Tag der Deutschen Einheit teil.

Schalksmühle - „Erstmals sind radikale politische Kräfte in einem gesamtdeutschen Parlament vertreten. Das kann Demokraten nicht gleichgültig sein.“ Unter dem Eindruck der Bundestagswahlen fielen am Dienstag im Rathaus bei der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit mahnende Worte.

Im Beisein von Hans-Joachim Ziegler, Bürgermeister der thüringischen Partnerstadt Ruhla, kam Bürgermeister Jörg Schönenberg sowohl auf die aktuelle politische Situation als auch auf die Geschichte, konkret auf den Milliarden-Kredit der Bundesrepublik an die DDR im Sommer 1983 zu sprechen. 

Das Ziel, zusammenzuwachsen, sei offensichtlich noch nicht erreicht. Im Osten fühlten sich noch viele von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abgehängt und seien für populistische Parteien sehr empfänglich. Brennpunkte erkannte er zudem in Ruhrgebiet. Alle demokratischen Parteien seien gefordert, sich mit diesem Problem zu befassen. Es gelte, aufeinander zuzugehen und sich konstruktiv miteinander zu streiten. „Pfiffe, Ausbuhen und Ignoranz können keine Lösung sein.“ Als Bereicherung stellte Schönenberg die Städtepartnerschaft mit Ruhla heraus. Wichtig sei, mit Toleranz und Respekt dem anderen gegenüber Zukunft zu gestalten.

Durch Beiträge der Musikschule und der Primusschule erhielt die Feierstunde eine besondere Note. Feierlichen Anstrich verlieh die junge Pianistin Jennifer Werthmann dem Vormittag durch stimmungsvolle Werke von Chopin und Prokofjew. Die Primusschule steuerte einen gelungenen Film mit einer Umfrage zum Tag der Deutschen Einheit unter Schalksmühlern und Gedanken über die Unterschiede zwischen Ost und West im Jahr 2017 bei. „Trotz dieser Unterschiede freuen wir uns über diesen Feiertag und nicht nur, weil wir schulfrei haben“, hieß es am Ende. 

Als „Wunsch, an dessen Erfüllung wir nicht mehr geglaubt haben“, bezeichnete Hans-Joachim Ziegler die Wiedervereinigung. Auf den Weg dorthin und Ruhla allgemein („Wir hatten Glück, dass wir die richtigen Partner hatten“) kam er in seiner Ansprache zu sprechen. Es gehe in Ruhla vorwärts. „Auf die Entwicklung sind wir stolz.“ Dass in Ruhla über 20 Prozent der Menschen die AfD gewählt hätten, passe mit der tatsächlichen Situation der Stadt nicht zusammen. Sachsen und Thüringen hätten sich gut entwickelt. Misstrauen und ein ungenügendes Profil der Parteien machte er als mögliche Ursachen des Wahlverhaltens aus. „Man will keine Einheitspartei.“

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