Feuerwehr im Hochwasser-Einsatz

Fazit der Feuerwehr nach Hochwasser: 159 Einsätze in zwei Tagen

Mit Sandsäcken versuchte die Feuerwehr, das Wasser an verschiedenen Stellen aufzuhalten.
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Mit Sandsäcken versuchte die Feuerwehr, das Wasser an verschiedenen Stellen aufzuhalten.

Mit 159 Einsätzen gab es an zwei Tagen fast so viele wie sonst im ganzen Jahr. Die Feuerwehr Schalksmühle hatte durch das Hochwasser im Volmetal viel zu tun, zieht aber ein insgesamt gutes Fazit.

Schalksmühle – „Schalksmühle wurde am Mittwoch von einer Unwetterlage getroffen, mit der wohl niemand gerechnet hat und dessen Ausmaß beispiellos ist.“ Marc Fürst, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr, zieht nach dem Hochwasser in der Gemeinde ein Fazit. Mit 159 Einsätzen gab es an zwei Tagen fast so viele wie sonst im ganzen Jahr.

Der Mittwochmorgen begann für die Wehrleute mit Unterstützung in Hagen, bevor es für die Einsatzkräfte auf eigenem Gebiet losging. Um 9.50 Uhr rückte die Löschgruppe Winkeln zur Straße Rölveder Mühle aus. Dort drohte Wasser in ein Jagdhaus einzubrechen. Dies konnte von der Feuerwehr verhindert werden. Weitere Gebäude in Winkeln mussten mit Sandsäcken geschützt werden. Viele Tonnen Sand wurden von den Wehrleuten in Säcke gefüllt – dabei halfen auch viele Verwaltungsangestellte und die Mitarbeiter des Bauhofs.

Hochwasser in Schalksmühle

Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle
Hochwasser in Schalksmühle

Mit den steigenden Pegeln konzentrierte sich der Schwerpunkt der Einsätze auf den kompletten Bereich der Volme sowie auf die Bereiche Klagebach, Glörstraße und Hälverstraße. Aber auch zahlreiche weitere Bereiche waren betroffen. Die Feuerwehr arbeitete innerhalb von 48 Stunden 159 Einsätze ab. Darunter waren etliche vollgelaufene Keller, Firmenkomplexe, umgestürzte Bäume und ausgelöste Brandmeldeanlagen. „Auf dem Höchststand des Hochwassers war die Lage sehr angespannt“, berichtet Fürst. „Es flossen nicht nur mehrere Zehntausend Liter Heizöl die Volme runter. Es kam auch zu brenzligen Situationen.“

85-Jährigen gerettet

Ein 85-jähriger Mann blieb mit seinem Auto auf der überschwemmten Volmestraße liegen, stieg aus, hielt sich an einem Geländer fest. Dort wurde er von zufällig vorbeifahrenden Feuerwehrleuten aus dem schnell strömenden Wasser gerettet. Weitere Autos blieben im Wasser liegen und wurden von den Wassermassen links und rechts an den Fahrbahnrand gedrückt. Ein Feuerwehrmann stürzte mit einem Bein in einen offengespülten Gullyschacht. Er blieb unverletzt.

Unternehmen in Richtung Lüdenscheid rechtsseitig der Volme waren von der Außenwelt abgeschnitten, da sie nur über Brücken erreichbar sind. Die aber von der Volme überspült wurden. Die Zugangsbrücke zu einem Unternehmen an der Asenbach ist eingestürzt.

Vollgelaufene Keller

Menschen wateten oft hüfthoch durch ihre Keller und versuchten zu retten, was sie greifen konnten. „Viele waren sich dabei nicht bewusst, in welche Lebensgefahr sie sich begeben haben“, so Marc Fürst. Einige Menschen brachten sich auch dadurch in Gefahr, dass sie sich am Rand der Volme, auf überspülten Brücken und im strömenden Wasser aufhielten, um Fotos und Videos zu machen. „Dies führte zu Behinderungen der Feuerwehr, weil diese Personen aufgefordert werden mussten, die Gefahrenbereiche zu verlassen“, sagt Fürst. Noch am Mittwochabend hatten die Einsatzkräfte mit „Hochwasser-Tourismus“ zu tun.

Ein Flüssiggastank trieb in der Volme gegen die Brücke nach Stephansohl. Weiteres Treibgut beschädigte weitere Brücken. Die Brücke nach Strücken ist nur einseitig befahrbar.

Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle

Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle
Ein Tag nach dem Hochwasser in Schalksmühle

„Zahlreichen Betroffenen konnte leider nicht wie gewünscht geholfen werden. Der Pegel der Volme und der Bäche war zeitweise einfach zu hoch“, sagt Marc Fürst. Damit meint er vor allem vollgelaufene Keller, die die Wehr beim Höchststand der Volme nicht sofort auspumpen konnte. „Hier war es für die Kameradinnen und Kameraden oft sehr schwer, mit ansehen zu müssen, nicht helfen zu können, obwohl diese gebraucht wurde.“

„Schalksmühle hat es zwar hart getroffen, aber bereits im Vergleich zur Nachbarstadt Hagen oder den Regionen rund um Ahrweiler sind wir wohl trotz allem mit einem blauen Auge davon gekommen“, fasst Marc Fürst zusammen. Die Feuerwehr bedankt sich bei allen Bürgern für den Zuspruch zu den Einsätzen. „Wir wissen, dass wir einen sehr guten Rückhalt in der Schalksmühler Bevölkerung haben, aber die Unterstützung der Menschen und die Danksagungen haben uns alle im besten Sinne sehr beeindruckt und uns die Kraft gegeben, weiter zu machen.“

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