"Die Falle" im Lüdenscheider Kulturhaus

Theaterwerkstatt feiert auf großer Bühne Geburtstag

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Ist Elisabeth (Simone Thewes, rechts) wirklich das Mitglied einer Verbrecherbande, die Daniel (Andreas Stach) austricksen will? Fräulein Berton (Claudia Baumann) gerät zwischen die beiden Parteien.

Schalksmühle/Lüdenscheid - Diese Aufführung wird als etwas Besonderes in die ohnehin schon erfolgreiche Geschichte der Theaterwerkstatt Schalksmühle (TWS) eingehen: Das Ensemble beging am Samstag seinen 30. Geburtstag mit einer gelungenen Aufführung. Nicht irgendwo - sondern im Kulturhaus Lüdenscheid.

Mit dem Stück „Die Falle“ aus der Feder von Robert Thomas hatte sich die TWS einen internationalen Theatererfolg der frühen 1960er-Jahre für ihren runden Geburtstag ausgesucht, das von Beginn an viele Fragen aufwirft.

Handelt es sich wirklich nur um eine nach einen Ehekrach vermisste Frau? Will eine ausgebuffte Verbrecherbande die Verzweiflung des Ehemannes ausnutzen und ihn mit subtilen Mitteln für unzurechnungsfähig erklären lassen, wie er selbst irgendwann annimmt? Oder steckt ein ganz anderes Verbrechen dahinter? 

Bis zuletzt bleibt es offen, wer auf der Bühne wirklich der ist, der er oder sie zu sein vorgibt. Denn letztlich spielt niemand mit offenen Karten – nicht einmal der von Uwe Baumann mit entsprechender Autorität verkörperte Kommissar. 

Daher lud die die TWS die Zuschauer in der Pause ein, zu raten, wer der Mörder ist – so es denn überhaupt einen gibt. Von 51 abgegebenen Stimmzetteln gab es gerade einmal acht richtige Antworten – darunter wurde eine Flasche Sekt verlost. 

Geschickt verstanden es die Schauspieler, das Publikum an der Nase herumzuführen und ihre Rollen zu wechseln. Allen voran wandelte sich Andreas Stach als Daniel vom vermeintlich verlassenen Ehemann zum nicht weniger verzweifelten Opfer einer möglichen Verschwörung. Daneben standen seine angebliche Ehefrau Elisabeth (Simone Thewes) und der Geistliche Abbé Maximin (Markus Schwarz), deren dubiose Absichten auch das Publikum schnell durchschaute. 

Dieses Spiel im Stück funktionierte bestens bis in die Nebenrollen mit Sven Schneider als Seehecht und Claudia Baumann als Fräulein Berton, die hätten bezeugen können, dass die aufgetauchte Ehefrau keineswegs Elisabeth war. 

Jeder versuchte, jedem eine Falle zu stellen, aber letztendlich schnappte die einzige zu, die vorher nicht angedeutet war. Genau dadurch funktioniert „Die Falle“ so gut als spannendes Kriminaltheaterstück, das einmal nicht die Frage „Wer war‘s?“ in den Vordergrund rückt. 

Dem Team der Theaterwerkstatt, das auf der Bühne von Frederik Schneider als Polizeibeamter komplettiert wurde, ist es hervorragend gelungen, die dadurch erzeugte Spannung bis zuletzt hochzuhalten. Die Kulturhausbühne war zwar eine große Herausforderung für das Team, war aber in jedem Fall die passende Kulisse für den 30. Geburtstag der TWS.

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