Ein Fall für 20 Spürnasen

Die Detektive sind mit Eifer bei der Sache.

SCHALKSMÜHLE ▪ Tatort Glörtalsperre: In der Jugendherberge liegt ein Tuch auf dem Boden, darunter offenbar ein lebloser Körper. „Das ist ein bisschen knifflig“, sagt Katja auf die Frage, was denn passiert sei. Von Michael Koll

Und weil die Lage so verzwickt ist, reicht da auch nicht ein Profi-Schnüffler, um den Fall zu lösen. Ein Glück, dass just am gestrigen Sonntagmorgen 20 Nachwuchskräfte ihre Detektiv-Ausbildung durchlaufen haben.

Elf Jungs und neun Mädchen übernachten seit Samstag und eine Woche lang in der Jugendherberge an der Talsperre – im sogenannten Toggo-Sommer-Camp.

Die jungen Ermittler nehmen Platz und löchern Katja, die gleichzeitig Leiterin der Ferienfreizeit ist, mit ihren Fragen. Sie konfrontieren Sicherheitsmann, Herr Müller, mit ihren Vermutungen. Und Reinigungsfachkraft Marco stellen sie ein Bein, bis der stumme Mann kopfnickend gesteht, große Schulden zuhaben.

Doch das erklärt immer noch nicht, was mit Olivia (gespielt von Animateurin Anna), die am Boden liegt, geschehen ist. Da aber die Sieben- bis Zwölfjährigen ihre Detektivlaufbahn erst jüngst eingeschlagen und die Lehre am selben Tag absolviert haben, sind sie auch noch voller Tatendrang. Pfiffig stellen sie die richtigen Fragen – und so entlocken sie Marco nach und nach, was sich zugetragen hat.

Zwar ermitteln sie, dass auch Olivia/Anna eine Straftäterin ist. Aber immerhin können alle erleichtert aufatmen, denn Olivia hatte nur einen Herzinfarkt. Tot ist sie nicht. Und Anna kann nach rund einer Stunde am Tatort unter dem weißen Tuch wieder hervorkriechen. Eine Erlösung, denn darunter ist es beim sommerlichen Wetter schon recht heiß geworden.

Katja und Anna werden in den Ferien durch drei Betreuer unterstützt. Jede Woche kommen neue Kinder. Insgesamt machen rund 330 Mädchen und Jungen Urlaub an der Glör. „Die Jungs machen gerne Sport, etwa Waveboarden“, haben die beiden jungen Frauen beobachtet. „Die Beauty-Angebote, wie zum Beispiel das Haare-Flechten“, wissen die Camp-Leiterin und die Animateurin, „werden aber mehr von den Mädchen angenommen.“

Gemeinsam freuen sich beide Geschlechter aber stets auf den Donnerstag. Da geht es in jeder Woche zum Phantasialand bei Brühl. „Wenn in den ersten Tagen bei einem Kind Heimweh aufkommt“, verrät Katja, „verfliegt das immer ganz schnell, wenn wir fragen: ‚Aber Du möchtest doch schon noch mit in den Freizeitpark?‘.“ Der Trick wirkt: Die fünfte Ferienwoche hat begonnen – und erst ein Kind trat aus Heimweh die Reise zurück zu den Eltern an.

Zwischenzeitlich gibt es in der Jugendherberge an der Glör auch reichlich Programm. So werden etwa Experimente durchgeführt. Die kleinen Forscher entfachen beispielsweise den „Vulkan in der Flasche“.

Auch lernen sie, sich zu tarnen und mit Hilfe von Zitronensaft in Geheimschrift zu schreiben. Beim Hindernisparcours im Wald oder der Gelände-Rallye wird es sportlicher. Teamarbeiten und Gruppenspiele sorgen dafür, dass die Kinder sich kennen lernen und Freundschaften entstehen ganz nebenbei. Ein Kino-Abend und das gemeinsame Grillen runden die Erlebnis-Woche ab.

Das Toggo-Sommer-Camp, benannt nach dem Kinderprogramm des Fernsehsenders Super RTL, gibt es bereits seit 2007. Nachdem der Standort des Freizeitangebotes zunächst Radevormwald war, residieren die Mädchen und Jungen nun schon im dritten Jahr an der Glör.

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