Umgestaltung Glörpark

Im Glörpark geht es Bäumen an den Kragen - das sagen Naturschützer

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Die roten Kreuze sind von der Straße aus kaum zu erkennen

Dahlerbrück - Mehrere Bäume werden im Glörpark in Dahlerbrück für das geplante Konzept gefällt. Darunter befinden sich auch besondere Bäume, die Naturschützer erhalten wollen.

Im Glörpark werden am Samstag mehrere Bäume gefällt, darunter auch ein alter Ahorn. Einzig eine Eibe wird auf private Initiative verpflanzt. 

Die geplanten Fällungen von insgesamt acht Bäumen auf dem Gelände des Glörparks sollen von der Löschgruppe Dahlerbrück der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle als eine Fällübung durchgeführt werden, sagt Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt der Gemeinde. „Die Aktion ist mit der Unteren Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises abgestimmt.“ 

Ob die Fällungen tatsächlich durchgeführt werden, sei allerdings wetterabhängig. Hintergrund der Fällungen ist die Umgestaltung des Glörparks bis Herbst 2020, die mit Fördermitteln aus dem Leader-Programm unterstützt wird. Nicht inbegriffen sind dabei allerdings die Vorarbeiten, zu denen auch die Baumfällungen gehören.

Erbewegungen geplant

„Es gab die Entscheidung, den neuen Park auf die gleiche Höhe wie die Straße zu bringen“, sagt Bechtel. Das Gelände soll dafür aufgefüllt werden, wobei zum Teil Erde aus dem Neubaugebiet Stallhaus genutzt werden soll. Die Angleichung des Profils würde bedeuten, dass die Bäume um die zwei Meter tief eingegraben wären. Deswegen könne man die Bäume leider nicht erhalten, sagt Bechtel. 

Auch den alten Ahornbaum nahe der Glörstraße könne man nicht retten. „Der Ahorn tut mir auch weh, aber man muss manchmal in den sauren Apfel beißen.“ 

Die roten Kreuze sind von der Straße aus kaum zu erkennen

Manfred Künsting vom Brügger Freundeskreis für Natur und Heimatpflege kritisiert die Pläne, insbesondere die Fällung Ahorns. „Ich schätze, dass der Baum 150 Jahre alt ist“, sagt Künsting. Der Ahorn sei daher besonders schützenswert. Aus seiner Sicht würde der Baum, da er an der Böschung zur Straße höher stehe als die anderen Bäume im Park und die Auffüllung des Geländes daher verkraften könnte. 

Dass der Baum auch wegen der Baustellenzufahrt zum Glörpark weichen müsste, lässt Künsting auch nicht gelten. „Es sind mehr als zwölf Meter vom Baum bis zur Grundstücksgrenze zum Bahngelände. Ich verstehe nicht, dass man so eine große Zufahrt braucht.“ Auch aufgrund des Vogelschutzes kritisiert Künsting die Fällungen. Brutgefährdende Eingriffe seien nämlich nach dem 28. Februar verboten. „Das gilt nicht nur für den Schutz vorhandener Nester, sondern auch für Gehölze, die für die Brut geeignet sind“, sagt Künsting. 

Das Baumfällverbot ab dem 1. März gelte hier nicht, so Bauamtsleiter Bechtel. Arbeiten in gärtnerisch genutzten Anlagen, zu denen auch der Park gehört, seien weiterhin möglich. Zum Vogelschutz sagt er: „Man darf Vögel davon abhalten zu brüten, aber keine Nester zerstören.“ 

Eibe als einzige Baum übrig

Nester seien in dem großen Ahorn und den anderen Bäumen noch nicht zu entdecken, bei der großen Eibe als größtem Nadelbaum im Park würden Vögel vorsorglich vergrämt. Ebendiese 65 Jahre alte Eibe soll als einziger Baum nicht gefällt werden. Künsting will sie retten. „Das ist so ein Monument, ein wunderbares Gehölz“, sagt er. 

Die Gemeinde habe ihm den Baum geschenkt, er muss sich allerdings um die Verpflanzung kümmern. Am kommenden Freitag soll zunächst der Boden um den Baum herum ausgebaggert werden, um dann zu schauen, wie man ihn mit seinem großen Wurzelstock 100 Meter weiter ans andere Ende des Glörparks transportieren kann, wo er wieder eingepflanzt werden soll.  Künsting rechnet damit, dass die Aktion eine mittlere vierstellige Summe kosten wird. Die Fällungen der anderen Bäume wird Künsting dabei kritisch beobachten. „Ich passe auf, dass der Eibe nichts passiert durch die Baumfällung.“ 

Die Eibe soll nach Künsting Plänen ein Gedenkbaum für zwei frühere Weggefährten und Vorkämpfer für den Naturschutz in der Region werden, die beide 2017 verstorben sind, nämlich Otto Degenhardt, ehemaliger Kreisvorsitzender des BUND, und Ludwig Schweig, der Vertreter des Naturschutzbundes in Schalksmühle-Dahlerbrück. Das in der Fällung anfallende Holz soll laut Bechtel versteigert werden und der Erlös guten Zwecken wie die Unterstützung der Vereinsarbeit zugutekommen.

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