Experten sammeln Daten in Heedfeld

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Auf dem Dachboden der Grundschule Spormecke hatten die beteiligten Telekommunikationsunternehmen, Gerätehersteller und Behörden – wie hier die Landesmedienanstalt – am Montag ihre Messgeräte aufgebaut. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Es geht um die Zukunft der Telekommunikation: Mit einer aufwändigen Messreihe haben Kommunikationsunternehmen, Gerätehersteller und Behörden in Heedfeld grundlegende Daten für einen neuen, leistungsfähigeren Mobilfunkstandard gesammelt.

Die „Zukunft“ ist eigentlich nur die nächste Entwicklungsstufe in der Handy-Kommunikation nach UMTS. Armin Loos, Bereichsleiter Technik bei der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf, erklärte auf Anfrage der Redaktion die technischen und organisatorischen Hintergründe. Loos hat am Montag an der Messreihe teilgenommen. Die Teilnehmer trafen sich an der Grundschule Spormecke: Dort, auf dem Dachboden, konnten die beteiligten Unternehmen und Behörden wie zum Beispiel die Landesmedienanstalt und die Bundesnetzagentur, ihr Equipment aufbauen.

Der neue Standard LTE (siehe Infokasten) soll die Übertragung großer Datenmengen aus dem Internet zum Beispiel an mobile Endgeräte – Handys, Navigationsgeräte oder Spielkonsolen – ermöglichen.

„Das passiert auf Kanälen, die bisher für die Übertragung von Fernsehsignalen benutzt wurden. Es handelt sich um die Kanäle 61 bis 69, die nach einer Umwidmung für die Nutzung durch andere Techniken zur Verfügung stehen“, sagte Loos. Auf dem Kanal 60 wird aber vom Sender Nordhelle das DVBT-Signal für das digitale Antennenfernsehen oder Überall-Fernsehen abgestrahlt. In Heedfeld waren deshalb die Messwagen im Einsatz, um festzustellen, ob es zu gegenseitigen Beeinflussungen der Signale zwischen den Kanälen 60 und 61 aufwärts kommt.

„Das Testfeld, in diesem Fall also die Region um den Sender Nordhelle, ist ideal. Das DVBT-Signal wird von dort abgestrahlt und das LTE-Signal ebenfalls. Auf der Nordhelle steht eine LTE-Basisstation – seinerzeit die erste weltweit – die zum Teil mit Prototypen des chinesischen Herstellers betrieben wurde. Eine weitere Station steht am Sendemast in Heedfeld“, sagte Loos.

Es konnten auf dem Dachboden der Spormecke also zwei Arten von Daten gesammelt werden: Solche, die zwar mit zunehmender Entfernung von der Quelle, aber gleicher Differenz ankamen (DVBT und LTE von der Nordhelle) und solche, bei denen das DVBT-Signal schwächer als das vom naheliegenden Heedfeld abgestrahlte LTE-Signal eintraf.

Ein weiterer Aspekt der Messungen betraf drahtlose Mikrofone, die in den Lücken zwischen den Fernsehkanälen betrieben werden. Deshalb waren Hersteller dieser Geräte, aber auch TV-Geräte- Hersteller wie die Firma Metz, an der öffentlich ausgelobten Messreihe beteiligt.

Nach ersten Auswertungen haben sich, so Loos, keine Hinweise auf gegenseitige Störungen der Signale ergeben. Nach Loos‘ Darstellung können aktuelle Handys noch keine LTE-Signale empfangen und verarbeiten. Vodafone habe aber einen ehrgeizigen Zeitplan, der die Bereitstellung LTE-fähiger Handys noch in diesem Jahr vorsieht. ▪ Boris Milder

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