„Kinder sollen in die Schule gehen, ohne Angst“

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Erzieher und Kita-Eltern fanden sich in Arbeitsgruppen zusammen. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Wie kann in Schalksmühle eine Primus-Schule entstehen und welche Unterstützung wird dafür nötig sein? Diese Fragen standen jetzt im Mittelpunkt zweier Workshops zum Thema „Neue Schule Schalksmühle“.

Mit den von der Gemeinde Schalksmühle initiierten Veranstaltungen sollen im Vorfeld alle Eltern, Lehrer und Erzieher in die Entscheidungsprozesse intensiv miteinbezogen werden.

Zu diesem Zweck fanden nun in der Grundschule Löh zwei Workshops mit Dr. Birgit Holler-Nowitzki von der Uni Bielefeld sowie Schulentwicklerin Annegret Körbitz statt, wobei sich die erste Veranstaltung an Erzieherinnen und Erzieher und die nachfolgende an Kita-Eltern richtete.

Beide Workshops behandelten die Herausforderungen, die sich in der heutigen Zeit an Bildung und Erziehung stellen. Im Anschluss an einen Film zum Thema legte Birgit Holler-Nowitzki ihre Standpunkte dar. „Kinder sollen in die Schule gehen und lernen können, ohne Angst und Druck“, so die Expertin. Die meisten Kinder, betonte Holler-Nowitzki, freuten sich anfangs auf die Schule, was sich jedoch mit der Zeit bei den meisten ändere.

Dieser Tendenz müsse entgegengewirkt werden. Wichtig sei die Erkenntnis, dass Kinder zum Beispiel ihre Muttersprache durch Sprechen, also alltagsnah, erlernen.

„Generell lernen Kinder besser durch Erfahrungen und Handlungssituationen“, so Holler-Nowitzki. Viele Kinder entwickelten dagegen durch das pure „Büffeln“ einer Sprache und deren Grammatik in der Schule eine Abneigung gegen den Sprachunterricht. Unterm Strich bleibe alles, was Kinder gerne und häufig tun, auch besonders gut im Gedächtnis verankert. Lernen wirke dann besonders nachhaltig, wenn Kinder etwas selbst tun und dabei Erfolg haben.

Im Anschluss an den Vortrag fanden sich die Erzieher und die Kita-Eltern jeweils wieder im Rahmen des „World Café“, einer von US-amerikanischen Unternehmensberatern entwickelten Workshop-Methode, in mehreren Arbeitsgruppen zusammen. Die Ergebnisse wurden auf Flip-Charts festgehalten, die zusammen mit den Ergebnissen der anderen Workshops am Samstag, 25. Mai, ab 11 Uhr im Pädagogischen Zentrum Löh präsentiert werden sollen.

Ein weiterer Workshop, der sich an Lehrer der Grundschulen Löh und Spormecke, der Verbundschule sowie andere Pädagogen richtete, fand parallel im Forum der Grundschule Spormecke unter der Leitung von Schulentwickler Achim Körbitz statt. Dort gingen die Teilnehmer der Frage nach, wie in Schalksmühle eine Primus-Schule entstehen könnte und welche Unterstützung dazu benötigt wird.

Als Referenten waren an diesem Nachmittag Carmen Rudolph, Schulleiterin der Hauptschule in Herdecke und Petra Kemp, Schulleiterin der Herdecker Grundschule, zu Gast. Beide Einrichtungen sollen mit der örtlichen Realschule zu einer Primus-Schule zusammengeführt werden, wobei in Herdecke die Planungs- und Entscheidungsphase schon etwas weiter fortgeschritten ist als in Schalksmühle. Über die Details der Zusammenführung sprachen die beiden Pädagoginnen.

Nach den Ausführungen der Referentinnen erläuterte Achim Körbitz die Ergebnisse eines pädagogischen Arbeitskreises, der bereits einen Tag zuvor zusammengekommen war. Das Thema war auch dort die Art und Weise, wie ein gleitender Übergang von den derzeitigen Schulformen zur Primus-Schule möglich ist und wie die Zusammenführung aussehen könnte.

Die nächste Veranstaltung zur „Neuen Schule Schalksmühle“ findet am Mittwoch, 22. Mai, ab 19 Uhr im Pädagogischen Zentrum Löh statt. Die Veranstaltung richtet sich an Eltern von Kindergartenkindern und Grundschülern sowie interessierte Bürger. ▪ bot

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