Der etwas andere Schulalltag

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Am Samstag schlüpften die Schüler der Winterhuder Reformschule in die Rollen der Lehrer und brachten den Zuhörern das individuelle Lerntempo, Wochenziele und Planungsgespräche näher.

Schalksmühle -  Auf Einladung der Bildungsinitiative Schalksmühle berichteten Holger Butt und Beate Rupp-Uhlig, Pädagogen an der Winterhuder Reformschule (Hamburg), am Freitag im Forum der Grundschule Löh über den Unterricht an einer reformpädagogischen Schule.

Vor zahlreich erschienenen Zuhörern aus Reihen der Eltern- und Lehrerschaft gewährten die beiden Pädagogen, die sich als Berater, Begleiter und Moderatoren verstehen, Einblick in ihren etwas anderen Schulalltag.

Durch ihre Ausführungen lernten die Zuhörer eine Schule kennen, in der bereits vieles erfolgreich läuft, was ab kommendem Schuljahr die neue Primus-Schule in der Volmegemeinde auszeichnen soll.

Auf Fragen wie „Gelingt das Lernen in altersgemischten Lerngruppen? Wie wirkt sich die Altersmischung auf das Schulklima und den Umgang miteinander aus? Welche Chancen eröffnen sich für Lehrer und Schüler?“, gingen Holger Rupp, Gründungsmitglied der Winterhuder Reformschule und bereits zum zweiten Mal in Schalksmühle vor Ort, und seine Kollegin detailliert und engagiert ein. Mit den Schülern Benjamin Grzwizok (11), Lieselotte Oellerich (12), Greta Uhlig (11) und Hannah Lucas (12) aus der sechsten und siebten Jahrgangsstufe der Reformschule hatten sie sich außerdem Verstärkung aus der Schülerschaft mitgebracht.

Anschaulich legte Beate Rupp-Uhlig ihren Zuhörern das Konzept der Primusstufe an der Reformschule dar. Holger Butt referierte über den Sekundarbereich, die Vorteile des Lernens in altergemischten Gruppen und Chancen, die sich Lehrern durch den Verzicht auf Traditionelles und einen Wechsel der Blickrichtung eröffnen. Überdies ging er auf das eigenverantwortliche und selbstbestimmte Lernen, das auch in der Primus-Schule in Schalksmühle greifen soll, ein.

Praktischer wurde es schließlich am Samstag bei der sich dem Vortrag anschließenden Fortbildungsveranstaltung für Lehrer, Eltern und Schüler. Denn dann übernahmen die Winterhuder Schüler Hannah Lucas, Lieselotte Oellerich, Greta Uhlig und Benjamin Grzwizok die Rollen der Lehrer, und die Lehrer nahmen die Rollen der Schüler ein. Als „Pädagogen“ spielten die echten Schüler den Alltag an ihrer Schule durch.

Viele Schüler nahmen an der Veranstaltung teil. Interessiert lauschten auch Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg und Schulentwicklungsberater Achim Körbitz aus Bielefeld den Ausführungen. „Wir spielen hier den Schulalltag im fünften bis siebten Schuljahr durch“, erklärte Holger Butt einführend. „Wir haben zwölf Klassen, wo Schüler des fünften, sechsten und siebten Schuljahres in einer Klasse sind.“ Die zwölf Klassen sind in drei Teams mit je vier Klassen unterteilt. 325 Schüler gehören der Stufe an. Von den Jahrgangsstufen 0 bis 13, sprich von der Vorschule bis zum Abitur greift in Hamburg das Reformkonzept.

In Schalksmühle, wo die Primus-Schule im Sommer mit drei ersten und drei fünften Lerngruppen startet, ist längeres gemeinsames Lernen in altersgemischten Gruppen von den Jahrgangsstufen 1 bis 10 angedacht.

Individuelles Lerntempo und das Logbuch

Was sich an der Reformschule Winterhude hinter Schlagworten wie „Gruppenzeit“, dem morgendlichen Treffen der Klasse im Klassenraum, „KuBa“ – Basiswissen in den Bereichen Deutsch, Mathematik, Englisch und Gesellschaft – und Projektphasen verbirgt, brachten die vier jungen „Lehrer“ ihren Zuhörern praxisnah und leicht verständlich nahe. Auch auf das Logbuch, das die Schüler durch den Schulalltag begleitet, sowie auf das individuelle Lerntempo, Wochenziele, Planungsgespräche und dergleichen mehr gingen sie ein.

Im Zeitraffer zog ein Schultag vor den Zuhörern vorüber. In kleinen Gruppen hatten die Besucher anschließend Gelegenheit zu vertiefenden Gesprächen und zur Klärung aufgekommener Fragen.

Von Monika Salzmann

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