Zurück zum Unterricht

Erster Präsenztag an den Schulen: Neue Konzepte vorgestellt

Schule Unterricht Corona
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Zurück an die Schule: Zum Teil finden wieder Präsenzunterricht statt.

Nach langer Abstinenz dürfen sich die meisten Schalksmühler Schüler jetzt wieder auf echten Unterricht freuen. Wenn auch nur zeitweise.

Schalksmühle – Die Primar- und Abschlussklassen füllen sich seit Montag wieder mit Leben. An der Grundschule Spormecke und der Primusschule wurden geeignete Konzepte erarbeitet, die durch einen Wechsel aus Distanz- und Präsenzunterricht für eine überschaubare Schüleranzahl sorgen sollen.

An der Spormecke wurden die Klassen in zwei oder drei Gruppen aufgeteilt, je nach Klassengröße. So kommen Gruppen von maximal zehn Kindern zusammen, die zwei Tage hintereinander wieder einen halbwegs normalen Schulalltag genießen können, bevor sie in den nächsten zwei Tagen wieder von zu Hause aus lernen. In den größeren Klassen liegen vier Tage zwischen den Präsenzzeiten. Ein täglicher Wechsel findet dort bei den Schülern der vierten Klassen statt.

Dieses Konzept wurde nicht alleine von Schulleiter Ralf Gensmann auf die Beine gestellt, wie er erklärt: „Wir haben an unserer Schule ein Krisenteam, mit dem wir das Konzept vorgedacht haben. Nach den Vorgaben des Landes habe ich mit den Kolleginnen und Kollegen eine Vorplanung erstellt, die auf einer Lehrerkonferenz noch einmal durchgesprochen und überarbeitet wurde.“ Doch nicht nur die Pädagogen hatten Einfluss auf die Umsetzung der Änderungen. Auf einem Elternabend, der per Videokonferenz stattfand, wurde das Konzept vorgestellt und noch einmal den Wünschen der Eltern angepasst.

Das Lernpensum bleibt gleich

Damit das Lernpensum in Schule und Kinderzimmer gleich bleibt, erhalten die Schüler einen einheitlichen Wochenplan. „Alle arbeiten nach diesem Plan im Präsenzunterricht. Und an den Tagen, an denen sie nicht in der Schule sind, arbeiten sie zu Hause daran weiter“, sagt der Schulleiter. Zusätzlich würden Videokonferenzen angeboten, um eine bessere Förderung zu gewährleisten.

Probleme mit dem Distanzunterricht gab es in den vergangenen Wochen laut Gensmann so gut wie gar nicht. „Wir haben durch die Eltern eine sehr positive Rückmeldung bekommen. Einige fänden es auch besser, wenn es weiter so laufen würde, doch das sind halt die Vorgaben des Landes. Nur wenige Kinder sind schwer erreichbar und haben zu Hause keine gute Förderung. Die versuchen wir jedoch über Videokonferenzen zu kontaktieren.“ Diesen Themen würde sich auch eine sozialpädagogische Fachkraft widmen, die mit Kindern und Eltern das Gespräch sucht.

Ob die Politik den richtigen Weg geht, das müsse sich noch zeigen. „Ich bin nur froh, dass ich solche Entscheidungen nicht treffen muss“, gesteht Ralf Gensmann. Fest steht für ihn: „Das ist ein riesiger Planungsaufwand. Wie wenn ein neues Schuljahr beginnen würde.“

Kinder sind in Gruppen aufgeteilt

Weniger Arbeit mit den neuen Vorgaben hat auch Astrid Bangert, Leiterin der Primusschule, nicht. Da die Schüler dort nach einem vierstufigen, jahrgangsübergreifenden Konzept lernen, wurden die Kinder in Gruppen eingeteilt, die wochenweise abwechselnd die Schule besuchen. Betroffen davon sind alle, die in der Abschlussklasse und in den Klassen 1 bis 4 lernen. „Etwa die Hälfte der Schüler befindet sich jetzt in diesem Wechselmodell“, sagt die Schulleiterin.

Probleme mit dem Homeschooling habe man bisher nicht gehabt. Per Videokonferenz wurden die Kinder in den Lockdown-Wochen unterrichtet, und auch jetzt ist das digitale Lernen kein Problem für die Schüler im Distanzunterricht. Ganz im Gegenteil: „Wir haben noch keinen Breitbandanschluss in der Schule. Dafür können wir aber mit Giga-Cubes arbeiten.“ Die mobilen WLan-Boxen versorgen die Klassenräume mit einem Internetzugang und ermöglichen, dass auch die Kinder zu Hause im Videostream an den Unterrichtsstunden teilnehmen können.

„Wer über kein Internet verfügt, der kann auch übers Handy teilnehmen oder eben zur Schule kommen“, erklärt Astrid Bangert. Doch das sei nur bei ganz wenigen Ausnahmen der Fall. Da könne es schon eher passieren, dass die Schüler sich hinter einer angeblich schlechten Internetverbindung verstecken, aber „das sind dann meist dieselben, die auch im Unterricht nicht so leicht erreichbar sind“.

Sportunterricht geht digital weiter

Das Konzept funktioniere schon den gesamten Lockdown über sehr gut, und auch die Eltern stehen dem positiv gegenüber. Wichtig ist für die Schulleiterin dabei, dass der Ablauf sich für die Kinder nicht ändert. „Die müssen auch im Distanzunterricht um acht Uhr mit dem Lernen beginnen. Wir haben den gewohnten Tagesrhythmus ins Zuhause übertragen.“ Selbst der Sportunterricht findet an der Primusschule auf diesem Weg für die Daheimgebliebenen statt: „Als Hausaufgabe müssen die Schüler dann am Nachmittag vielleicht mal draußen laufen gehen“, sagt Bangert.

Die Notbetreuung bleibt an beiden Schalksmühler Schulen auch weiterhin bestehen. Geplant ist, den Wechselunterricht bei weiter sinkenden Infektionszahlen auszuweiten. Als Richtwert gab die NRW-Landesregierung zunächst 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen an. Dass ein normaler Unterricht für alle Schalksmühler Schüler noch vor den Osterferien möglich sein wird, sei jedoch sehr unwahrscheinlich.

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